Test
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20.09.2013

The t.racks Eight Test

8 Kanal Mikrofon-Splitter

Split it!!!

Die Eigenmarke des Musikhauses Thomann „the t.racks“ hat einige sehr hochwertige Tools für den versierten PA- und Recording-Menschen im Portfolio, von denen wir diesmal den „the t.racks Split It! Eight“ auf dem Tisch haben. Ein passiver achtkanaliger Mikrofon-Splitter, den man zu einer 4 x 4 Splitter-Box schalten kann.  

Ein Mikrofonsplitter soll zwischen einem Mikrofon und einem Mikrofonverstärker geschaltet werden können und dabei sowohl von der einen Seite die eventuelle Phantomspeisung zum Mikrofon durchlassen sowie von der anderen Seite das Mikrofon-Signal unverändert an den Mikrofonverstärker leiten und dabei das Signal auf einen alternativen Mikrofon-Ausgang spiegeln. Genau das tut der t.racks Eight und wie, erfahrt ihr nachfolgend.

Kleiner Aufwand – große Wirkung. Dieser Ausschnitt wurde bei einem Konzert von „The New Lewis & The Heart Of Rock´n´Roll“ mitgeschnitten. Zwei 8 Kanal Mikrofonsplitter wurden direkt hinter der Stagebox vor dem Live-Mischpult eingeschliffen. Die so gewonnenen Einzelspuren konnten perfekt nachbearbeitet werden.

Details

Das Gerät weist am Frontpanel acht durchnummerierte Kanäle mit jeweils einer weiblichen XLR-Buchse und einem Groundlift-Schalter auf. Falls es mal brummt, wird hier geholfen! Die Kanäle sind zudem in vier Gruppen gefasst, wobei sich jeweils zwei Buchsen miteinander verlinken lassen. Leider gibt es keine Bedienungsanleitung oder Online-Dokumentation, daher mehr dazu im Praxisteil.

Auf der Rückseite befinden sich 16 vergoldete XLR-Buchsen (male), die jeweils im Zweier-Paar zu einem der frontseitig nummerierten Kanäle gehören. Der durchgeschliffene Ausgang befindet sich nicht in direkter Linie zum Eingang, sondern sitzt etwas daneben. In direkter Linie zum Eingang befindet sich tatsächlich der trafosymmetrierte Ausgang. Das kann etwas verwirren, aber dafür sind die Ausgänge klar und deutlich gekennzeichnet.

Das pulverbeschichtete Gehäuse des Mikrofonsplitters besteht aus zwei Profil- und zwei Seitenblechen mit 19 Zoll-Laschen. Das Gehäuse ist front- und rückseitig solide mit jeder einzelnen XLR Buchse verschraubt. Dies garantiert eine hohe Festigkeit sowohl des Gehäuses als auch der XLR-Buchsen. Ein Wackeln und späteres Abreißen von der Platine ist damit nahezu ausgeschlossen. Allerdings, sollte mal tatsächlich eine Lötarbeit anfallen, so muss man schon alle acht Buchsen von der Frontplatte losschrauben. Je nachdem, wo auf der Platine gelötet wird, muss man auch die 16 Buchsen von der Rückplatte abschrauben. Das kann schon mal dauern. Nichts desto trotz, beim Abschrauben der Seitenbleche kann man einen kurzen Blick ins Innere riskieren und findet eine ordentliche Platine mit hochwertigen Leiterbahnen, den 12 Schaltern und den namenlosen Übertragern vor. (Diese klingen aber trotzdem gut!)

Die Übertrager weisen ein unsymmetrisches Steckbild auf (fünf Füße) und können somit auf keinen Fall verkehrt herum auf die Platine gelötet werden. Ein ähnliches Prinzip gilt für die Schalter. Rein optisch muss daher jedes Bauteil phasengenau arbeiten. In dieser Serie ist ein Dreher vom Layout her ausgeschlossen. Mehr dazu in der Praxis.  

Da Mikrofonkabel in der Regel recht lange Strecken überbrücken müssen und zudem auch recht schwache Signale übertragen, ist eine symmetrische Signalübertragung Pflicht. Ein Prinzip, das seit dem 19. Jahrhundert mit der damals aufkommenden Telefonie angewendet wird. Dabei galt damals, wie heute: Je länger das unsymmetrische Kabel, desto anfälliger ist die Verbindung für Störsignale und Elektromagnetismus. Käufer von 15 Meter Cinchkabeln werden mir Recht geben.  

Daher erlaube ich mir an dieser Stelle einen Ausflug in die Welt der Symmetrie:  

Symmetrische Signalübertragung

Elektrische Signale (auch Audiosignale) bestehen aus Wellenkurven, ähnlich einer Sinuskurve. Die Amplitude enthält dabei die Information des Signals über eine bestimmte Zeit. Bei der symmetrischen Übertragung wird ein in der Phase um 180 Grad gedrehtes Signal parallel zum Original-Signal über zwei Litzen in einem Kabel vom Sender zum Empfänger angelegt. Dabei können sehr lange Wege überbrückt werden, aber auch sehr viele Störsignale, wie Erdmagnetismus, elektrische Felder von Motoren, u.v.a. auf das Kabel einwirken. Bei der Übertragung mit nur einer signalführenden Litze im Kabel ist damit das Originalsignal verdorben und unbrauchbar. Schon bei einer 15 Meter langen unsymmetrischen Verbindung über Cinch kann man bereits die Waschmaschine des Nachbarn „hören“. Also gehen wir mal davon aus, dass jede Menge Störsignale (auch bei geschirmten Kabeln!) auf unsere Übertragungsstrecke einwirken. Diese beeinflussen bei einem symmetrischen Kabel BEIDE Litzen zu gleichen Teilen. Im Empfänger wird nun das phasengedrehte Signal komplett mit den Störsignalen „negiert“ also nochmals die Phase ins Negative gedreht und mit dem übertragenen Originalsignal - ebenfalls mit den gleichen Störungen - zusammengebracht. Dabei löschen sich die Störungen, die ja phasengleich eingewirkt haben, komplett aus und übrig bleibt unser reines Originalsignal mit doppeltem Pegel. Rein theoretisch erhöht sich damit der Signal-/Rauschabstand um 6 dB. Bei unserem Praxistest werden wir auf diesen Punkt noch mal zurückkommen.

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