Gitarre
Test
2
09.04.2021

the t.bone MB 20 Test

Tauchspulenmikrofon

Nah am besten

Bei den Bezeichnungen der neueren Sprecher-, Broadcast- und Podcastmikrofone gibt es zwei Zahlen, die besonders beliebt sind, die 7 und die 20. Das liegt ganz sicher an den beliebtesten unter den Sprechermikrofonen, den amerikanischen Tauchspulenklassikern Shure SM7B und Electro-Voice RE20. Das the t.bone MB 20 schmiegt sich zumindest bei Produktkürzel und der Rippchen-Struktur am Gehäuse an das RE20 an, besitzt aber auch Eigenschaften des SM7B. Anders als die nordamerikanischen Mikrofone mit knapp 400 und weit über 500 Euro ist das in China gebaute MB 20 aber durchaus günstig: 119 Euro sind dafür fällig.

Details

Nein, kein Klon

Ein strenger Nachbau ist das t.bone MB 20 nicht. So besitzt die Tauchspulenkapsel eine engere Richtcharakteristik als die genannten Nierenmikros von Shure und EV: Die Hypernierencharakteristik ist für seitlichen Schall etwas unempfindlicher als die verbreitete Niere, nimmt aber auch etwas Schall von der Rückseite auf. Ein weitere Auswirkung ist, dass die Bassanhebung bei geringen Abständen durch den Nahbesprechungseffekt bei Hypernieren ausgeprägter ist als bei Standard-Nieren. Damit unterscheidet sich das MD 20 ganz deutlich vom EV RE20, denn dieses besitzt durch seine spezielle „Variable-Distance“-Technologie eine ganz schwache Bassanhebung, was zu einem homogenerem Klangbild bei Änderung des Abstands führt. Dort, wo das RE20 die dafür notwendigen Schalleintrittsöffnungen besitzt, sind beim t.bone MB 20 nur Rippen angedeutet. Gut, der Look ist dadurch etwas interessanter als wenn es ein simpler Zylinder wäre, wie er bei preiswerten Großmembran-Kondensatormikrofonen gerne verwendet wird. Dennoch: Engere, zur Acht tendierende Nieren sind durchaus verbreitet – das Beyerdynamic M88 oder das Sennheiser MD441 sind leuchtende Beispiele für die Verwendung dieses Polar Patterns bei erfolgreichen und beliebten dynamischen Mikrofonen.

Anpassungen

Die Tiefenwiedergabe kann mit dem t.bone MB 20 etwas verhaltener gestaltet werden. Das geschieht mit einem zuschaltbaren Low-Cut-Filter auf der Fußseite des Mikrofons, wo auch die XLR-Buchse bereit ist, das im Mikrofon generierte elektrische Signal an einen Preamp zu kabeln. Ein zweites Filter erhöht den Präsenzbereich. Und hier wäre auch die Gemeinsamkeit mit dem SM7B genannt, denn dieses bietet ebensolche Filter an ebendieser Stelle. Schnell eine Soundanpassung für Sprecher und für andere Signale einstellen zu können, ist ein großer Vorteil des SM7B gegenüber seinen Unidyne-III-Brüderchen und vielen anderen Mikrofonen.

Im Rahmen 

Bezüglich der technischen Daten strotzt der Beipackzettel nicht gerade vor detaillierten Informationen, zeigt aber typische Werte, was die Empfindlichkeit (1,6 mV/Pa) oder die Impedanz (250 Ohm) angeht. Einen grafischen Frequenzgang gibt es nicht, lediglich die Aussage, dass das Mikrofon von 20 Hz bis 20 kHz überträgt, findet sich – allerdings ohne den dort herrschenden Pegelabfall.

Das MB 20 ist einem sehr robust wirkenden Metallgehäuse von gut 17 Zentimetern Länge und über fünf Zentimetern Durchmesser beheimatet, wodurch sich ein nicht unerhebliches Gewicht von 700 Gramm ergibt. Einen Haltebügel oder einen Gewindeanschluss gibt es am Mikrofon selbst nicht, aber es ist ein Schwingungen absorbierender Halter im Lieferumfang, in welchem das t.bone MB 20 mit drei Schrauben fixiert wird. Ferner finden sich eine Tasche zum Verstauen sowie ein Windschutz im Karton.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare