Test
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22.07.2016

Praxis

Instrumente und Artikulationen

Wir haben es sowohl in der Solo- wie auch in der Ensemble-Library mit Trompete, Horn, Posaune und Tuba zu tun. Interessant, da ungewöhnlich, sind die Ensemble-Tuben. Ein reguläres Orchester beschäftigt nur eine Tuba. Mehrere von denen sind auf jeden Fall gut für wuchtige Scores. Außerdem lobenswert: In der Solo Serie gibt es Horn 1 und 2.

Für jedes Instrument existieren sechs Kontakt-Instrumente. Am Beispiel der Tuba heißt das: Effekte, Expression, Legato, Staccato, Sustain und Tuba. „Tuba“ enthält die größte Auswahl an Artikulationen. Alle anderen bieten Varianten der Artikulation, nach der das Patch benannt ist. 

Als nächstes interessiert mich, ob Solo- und Ensemble-Library identische Artikulationen enthalten. Was sagt das Instrument „Tuba Expression“ dazu? Ich bin in der Solo-Library und wähle „Sforzando Fast“. Klingt super. Auf zur Ensemble-Library. Hier gibt es keinen Patch namens „Sforzando Fast“, aber ein „Sforzando“. Und siehe da, es klingt fast gleich. So scanne ich die ganze Library und unterm Strich bleibt das Ergebnis: Nicht alle Patches sind gleichermaßen in Solo- und Ensemble-Library vorhanden, aber die Grundlagen sind tadellos.

Der Player

Ich erwähnte bereits, dass der dicke Dynamik-Button eher einem Volume-Regler entspricht. Das Handbuch schreibt allerdings was von Lautheit und Intensität. Allerdings: Bei Hörnern, zum Beispiel, klingen leise gespielt vier bis fünf, bei voller Lautstärke bis zu vierundzwanzig Obertöne mit. Dadurch ändert sich der Klang grundlegend. Er wird härter, metallischer, schmetternder und intensiver. Davon ist beim Dynamik-Button nichts zu merken. Ich bleibe also dabei, es handelt sich um einen Volume-Regler, der sich über das Mod-Wheel steuern lässt.

Bleiben wir beim Horn. „Tightness“ verschiebt, wie beschrieben, den Startpunkt des Samples. Das führt bei vorsichtiger Dosierung tatsächlich zu einem tighteren Ansatz, oder verwandelt bei extremen Einsatz das Staccato-Horn in ein Fagott.

Ein schönes Feature, um allem mehr Leben einzuhauchen, sind die Fader für „Vibrato“ bzw. „Motion“. Mit Bedacht angewandt, liefert „Vibrato“ sehr gute Ergebnisse. Da sich alle Fader und Buttons automatisieren lassen, kann man das Vibrato also langsam rein- und rausfahren. Dasselbe gilt für „Motion“, eine Funktion, die ich so von keiner anderen Library kenne. „Motion“ sorgt für Bewegung in Sachen Intonation und Dynamik. Der Ton fängt an, sich in sich zu bewegen. Das klingt sehr gut und realistisch, ein weiterer Etappensieg gegen die Leblosigkeit von Samples!

Jetzt zur „Legato“-Sektion, und zwar zur Trompete. Ich kenne kein Instrument, das mit absoluter Verlässlichkeit so schlecht klingt wie gesampelte Trompeten. Der erste Eindruck ist gar nicht schlecht. Man hört zwar, dass es ein Sample ist, aber ein sehr gutes. Von einem Solo in Kammermusikbesetzung würde ich abraten, aber in größerem orchestralen Zusammenhang haut das gut hin. Für zusätzlichen Realismus hält die Sektion einen „Response“-Fader bereit, der die Geschwindigkeit der Tonübergänge regelt. Der Fader arbeitet sehr subtil, denn es sind gerade die winzigen Schwankungen und Details, die Musik lebendig werden lassen. 

Bei kurzen Spielweisen, etwa Staccato, hält der Player Parameter zur Gestaltung der Geschwindigkeit bereit. Wählen lässt sich zwischen „Natural“ und „Varispeed“. Wobei Letzteres, ähnlich wie „Tightness“, den Ansatz des Samples bearbeitet. Moderat angewandt eine hilfreiche Funktion. 

Der Mixer

Die vier Mikrofonpositionen klingen exzellent. Außerdem lassen sie sich frei kombinieren, so stattet man das Signal sehr fein mit einer Hallfahne aus oder schiebt es in subtilen Abstufungen immer weiter in den Raum. Wer also genügend RAM besitzt – für jede Position müssen eigene Samples geladen werden –, kann die Räumlichkeit allein über die Mikros regeln, tolle Sache!

Der eingebaute Hall liefert als Ergänzung solide, aber keine spektakulären Ergebnisse. Ich würde daher immer auf externe Reverbs zurückgreifen. Abschließend sei der Filter erwähnt. Schlank gehalten mit „Cutoff“ und „Resonance“, lässt sich der Klang rabiat bearbeiten. Ich hatte zunächst gehofft, dass sich so der oben beschriebene Effekt des Hinzutretens der Obertöne bei größerer Lautstärke simulieren lässt. Aber das funktioniert leider nicht so gut. Man muss „Resonance“ ziemlich weit aufdrehen, um deutliche Unterschiede zu hören und dreht man dann am „Cutoff“, stellt sich ein unschönes digitales Summen ein. Das taugt also weniger für Automationsfahrten als für fixe Einstellungen, um hartem Blech die Spitze zu nehmen.

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