Bass Hersteller_Tech21
Test
7
21.06.2012

PRAXIS

Wenn man den VT Bass Deluxe Preamp an einem Bassamp betreiben will, sollte man ihn am sinnvollsten über die Effekt-Return-Buchse oder, falls vorhanden, den Power-Amp-In verbinden, um den Preamp des Verstärkers zu umgehen, der den Sound ansonsten zusätzlich färben würde.

Ich habe das Gerät für meinen ersten Test an einen 500-Watt-Transistorverstärker angeschlossen und mich durch die sechs Speicherplätze gearbeitet, die ab Werk mit verschiedenen Sounds bestückt sind. Diese bieten ein schönes Spektrum der Möglichkeiten des VT Deluxe, wie ich finde, vom cleanen Röhrensound bis zur Overdrive-Orgie ist alles dabei. Einige Werkssounds sind für den Praxiseinsatz vielleicht etwas übertrieben, aber das ist bei den meisten Geräten so, da die Presets in der Regel zeigen sollen, was ein Gerät zu leisten vermag. Als Basis funktionieren sie aber super und mit eine paar Handgriffen an den geeigneten Reglern ist der Sound schnell gebändigt und an die jeweilige Situation angepasst.

Die Qualität der Röhrensimulation ist Tech21 sehr überzeugend gelungen, der VT Bass Deluxe klingt schön warm, der Sound ist sehr facettenreich und immer fett, hat nichts von dem flachen Beigeschmack vieler digitaler Simulationen. Die Soundzentrale ist zweifellos der Character-Regler, mit dem die Grundrichtung bestimmt wird. Wer eher cleane Motown-mäßige Sounds mit Röhrencharakter mag, wird um die Mittelstellung schnell fündig. Tolle Fingerstyle-Sounds mit schönem Röhrencharakter, solide und fett, aber dennoch durchsetzungsstark, wie man es beispielsweise von einem Ampeg B-15 Kombo kennt, dessen Wiedergabeeigenschaften hier ja auch Pate standen.

Dreht man den Charakterregler nach links, wird der Sound immer breiter und muskulöser, der VT Deluxe klingt jetzt unverkennbar nach SVT Stack, dem der Preamp mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch seinen Namen verdankt. Je nach Boxen-und Raumverhältnis wird es hier schon extrem wuchtig, mit dem EQ kann man aber sehr schön gegensteuern, wenn der Sound etwas aus den Fugen gerät. Die Klangregelung zeigt sich sehr effektiv und bearbeitet die richtigen Frequenzbereiche auf geschmackvolle Art. Auch die Freunde verzerrter Bässe kommen voll auf ihre Kosten, mit dem Charakteregler nach 12 Uhr präsentiert sich der VT Bass Deluxe als wilder Rocker mit Röhren-Fuzz-Sounds bis hin zu Kettensägen-Verzerrorgien, je nach Geschmack, aber immer absolut überzeugend. Der Facettenreichtum des Preamp-Pedals ist enorm und alle Schattierungen, die der Charakterregler bietet, können mithilfe des Drive Poti und den EQ-Reglern in unterschiedlichste Richtungen geschraubt werden. In einem Live-Setting mit Verstärker und Boxen klingt die Deluxe-Ausführung des VT Bass wirklich toll, aber ich finde die kleine Kiste gerade im Studio extrem nützlich. Auch an der symmetrischen XLR-Buchse für den Recordingbetrieb liegt eine nicht zu aufdringliche Speakersimulation an, die Sounds klingen schön plastisch, wie von einem mikrofonierten Stack, fette und authentisch klingende Rockbasstracks sind ohne Materialschlacht ruckzuck aufgenommen.

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