Gitarre Hersteller_TC_Electronic
Test
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20.12.2016

Praxis

Wir beginnen den Praxischeck wie immer im Clean-Channel. Das Pedal hängt vor dem Amp und die Gitarre meiner Wahl ist zunächst eine Fender Stratocaster.

Ich stelle zunächst alle Potis auf 12 Uhr, gebe ein klassisches Funk-Riff zum Besten und schalte das Pedal im zweiten Durchlauf hinzu.

Rate Depth Feedback Guitar
12 12 12 Strat

Wie sich zeigt, erhöht der aktivierte Phaser den Ausgangspegel und sorgt so für einen gewissen Boost, der im Zusammenspiel mit einem cleanen Sound wohl meist nicht erwünscht sein dürfte. Ansonsten haben wir es mit einem Phasersound zu tun, der durch einen Schub in den Mitten etwas rau daherkommt und dem Signal zudem in den Höhen mehr Schärfe verleiht. Insgesamt fehlt es dem Effektsound im Gegensatz zu hochpreisigeren Pedalen, die ich von anderen Herstellern bisher unter den Füßen hatte, etwas an klanglicher Tiefe. Bei einem Preis von knapp 50 Euro ist das aber auch nicht weiter verwunderlich. Wirklich negativ fällt mir vor allen Dingen das deutlich wahrnehmbare Eigenrauschen des Pedals auf.

Ich nehme nun das Feedback-Poti ein Stück zurück und drehe die Rate- und Depth-Funktion weiter auf. Wie sich zeigt, erhöht sich die Effektgeschwindigkeit noch einmal deutlich auf den letzten Metern.

Rate Depth Feedback Guitar
16.30 16 9 Strat

Wir bleiben noch für zwei weitere Einstellungen im Clean-Channel. Ich tausche dabei meine Strat gegen eine Yamaha Pacifica 611, deren P90 am Hals aktiviert ist.

Rate Depth Feedback Guitar
9 15 12 Pacifica/w P90

Rate Depth Feedback Guitar
15 12 13 Pacifica/w P90

Vergleicht man die letzten beiden Beispiele, dann fällt auf, dass bei Feedback-Einstellungen ab 12 Uhr das Mittenspektrum des Sweeps recht stark abgebildet wird. Um diesen Umstand nicht zu überreizen lohnt es sich, das Depth-Poti etwas zurückzunehmen. Generell reagieren die Potis in ihren Parametern auch nicht so detailliert, wie man es von manch anderen Pedalen dieser Gattung gewohnt ist. Dazu kommt, dass auch in den eben gehörten Beispielen das Rauschen leider nicht zu überhören ist.

Im Zusammenspiel mit einem verzerrten Amp kann man das Pedal zwar im Einschleifweg verwenden, der hier gebotene Sound wirkt aber matschig und undifferenziert. Zu besseren Ergebnissen komme ich, wenn ich den Blood Moon Phaser hinter einem Distortion-Bodenpedal platziere. Im folgenden hören wir das verzerrte Signal erst ohne und dann mit zugeschaltetem Phaser-Effekt.

Rate Depth Feedback Guitar
15 9 9 SG

Gemeinsam in Aktion mit dem Distortion-Pedal macht sich die Signalanhebung des Phasers noch deutlicher bemerkbar. So drückt er selbst in dieser sehr moderaten Depth-Einstellung dem Signal offensiv seinen Stempel auf. Einem Solo könnte dies zu einem Quäntchen mehr Durchsetzungskraft verhelfen, wer seinen Distortionsound allerdings nur etwas mit dem Effekt anreichern will, wird hier nicht glücklich werden.

Machen wir abschließend noch einen Abstecher in die Praxis und hören uns zwei Beispiele aus unterschiedlichen Stilen zusammen mit weiteren Instrumenten an.

Rate Depth Feedback Guitar
16.30 10 9 Strat

Rate Depth Feedback Guitar
12 8 12 SG

Im ersten Beispiel zeigt sich der mit dem Phaser gefärbte cleane Stratsound in diesem Kontext mit den typischen Merkmalen. Auch wenn hier, wie schon anfangs erwähnt, in Auflösung und Flexibilität noch Luft nach oben ist. Bei mehr Gain ist aber spätestens dann unbedingt ein Gate von Nöten, denn das Nebengeräuschverhalten des Effekts ist hier schon sehr beachtlich!

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