Test
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07.11.2011

TBONE MS280 Popfilter Test

Das Sieb für Plosivlaute

Popfilter gibt es in vielen Größen und Preisklassen – was bringen eigentlich günstige Lösungen, wie z.B. der MS280 Metallfilter von T.Bone zum Preis einer Musik-CD? Gegenüber den Klassikern aus Nylon sollen Metall-Popfilter die Höhen nicht so stark abdämpfen und das Resultat offener klingen lassen. Ist das besser als Nylon? Horchen wir doch mal...

Details

Der MS280 hat einen recht großen, leicht gewölbten Filterschirm, der fest an einem 30 Zentimeter langen Schwanenhals montiert ist. An der oberen Kante misst er 20, an der unteren 13 Zentimeter. Da passt auch ein größeres Mikrofon hinter, die umlaufende Plastikumrandung schützt vor Verletzungen. Der Filter selbst macht einen solide verarbeiteten Eindruck, im Vergleich zum JZ Popfilter fällt auf, dass das Netz deutlich grobmaschiger ist (es erinnert von der Dichte eher an einen Stiftehalter). Das gebogene Design soll Luftströme nach unten ablenken. Der recht kurze Schwanenhals ist mit Kunststoff überzogen, sodass Haare oder Finger nicht in den Zwischenräumen der Metallglieder eingeklemmt werden können. Befestigt wird der Filter mit einer Schraubklemme.

Praxis

Beim Anbringen des Popfilters am Mikrofonständer fallen mir leider ein paar Nachteile auf: Der recht kurze Schwanenhals zwingt mich, ihn direkt in Mikrofonnähe anzubringen (ich setze einen SE Reflexion Filter ein, wo das Mikro mit seiner Spinne an einer kurzen Distanzstange angebracht wird), für eine Anbringung weiter weg ist er leider zu kurz. Nachdem ich von verschiedenen höherpreisigen Lösungen (JZ, K&M, Rycote oder Pauli) diesbezüglich verwöhnt bin, fällt auch die recht hakelige Befestigung per Schraubklemme auf, da unter der Feststellschraube nur ein kleines "Gummiding" zum Schutz klebt. Sollte man wohl nicht allzu oft fest ziehen und lösen – denn wenn dieses Teil abfällt, zerkratzt man sich das Stativ. Der Schwanenhals ist ebenfalls recht widerspenstig und liefert einem nicht immer gleich die gewünschte Position. Je nach Einstellung geht der Filter auch mal auf (langsame) Wanderschaft. Hat man aber eine Position gefunden, ist es ok. Im Test erweist sich der MS280 als akzeptable Lösung, lässt etwas mehr Höhen durch als der Nylon-Filter von K&M, bietet aufgrund der groben Maschen aber auch nicht so viel Schutz vor Plosivlauten: wenn man es darauf anlegt, kommen "Plopps" eher durch als beim K&M Nylon-Filter.

Ich habe mir die Audiobeispiele mal in Wavelab angesehen, um zu visualisieren, was passiert: das "Precision" kann man sehr schön in der Analyse sehen. Im Beispiel ist der Nylon-Filter genau so gut – bei einigen weiteren Tests erwies er sich aber als noch etwas "popfester". Die Höhen wirkten bei dem TBone-Filter einen Hauch offener.

Fazit

Für den Preis bietet der TBone-Popfilter eine angemessene Leistung: es ist allerdings bedauerlich, das der Schwanenhals so kurz und etwas störrig ist und nicht immer richtig fest hält. Auch die Schraubklemme könnte etwas besser sein. Wer stärkeren Schutz vor Poplauten benötigt, ist mit einem K&M Nylon-Filter für unwesentlich mehr Geld besser bedient – in den Höhen ist der MS280 allerdings wiederum besser als die „Socke“: hier heißt es also abwägen!

Facts

  • Metallfilter Format 20x14x13 Zentimeter
  • Durchmesser ca. 20 Zentimeter
  • Schwanenhals, 30 Zentimeter
  • Schraubklemmenbefestigung
  • Preis: EUR 15,90

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