Hersteller_Tama Tama_SLP_G_Maple_Snare
Test
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11.07.2014

Praxis

Wie schon befürchtet, muss ich aufgrund der Tiefe von sieben Zoll meine Sitzgewohnheit dahingehend verändern, dass ich richtig aufrecht sitze, was ja eigentlich positiv zu bewerten ist. Stimmtechnisch entscheide ich mich dafür, alle Schrauben erstmal ordentlich fest anzuziehen. Die ersten Schläge lassen den Wusch aufkeimen, entgegen aller Gewohnheit Gehörschutz anzulegen. Der zehn Millimeter starke Kessel und die starren Gußspannreifen sorgen für ein enormes Maß an Lautstärke und Attack und verhindern ein langes Nachschwingen, wodurch der Klang extrem druckvoll und differenziert daherkommt. Die knalligen Höhen sollten sich in jedem musikalischen Kontext durchsetzen, ohne zu viel Raum einzunehmen. Während der 13 Zoll Durchmesser maßgeblich für den eher hellen Klangcharakter verantwortlich zeichnet, sorgen die Kesseltiefe und das Ahorn für ausreichend Bauch und Volumen, so dass auch harte Schläge nicht unangenehm klingen. Der Grundton klingt zügig aus und ist dadurch jederzeit kontrollierbar. Nur bei leiser Spielweise, besonders unter Verwendung von Besen oder Broomsticks und leicht abseits der Fellmitte, lässt sich ein etwas offenerer Sound erzeugen, weil dann die vornehmlich von Fell und Rim generierten Obertöne mehr zur Geltung kommen. Klar ist aber, dass die Erzeugung eines luftig, leichten Snaresounds hier nicht im Sinne des Erfinders war. Diese Konstruktion zielt auf Kompaktheit und Präzision ab, und das Gelingen dieses Vorhabens lässt sich auch in mittlerer Stimmung deutlich erkennen. Rimshot und Rimclick kommen kompromisslos und knackig daher, während sich Ghost Notes oder Rolls präzise und ohne jegliches Verwaschen perfekt in das Klangbild einfügen.

Auf dämpfende Maßnahmen kann man im Grunde vollständig verzichten, es sei denn, man möchte dem klassischen Motown Sound der 70er Jahre nacheifern. Mittels Spültuch vollständig gedämpft verringert sich die Lautstärke selbstredend deutlich, aber außer einem charakterlosen Klopfen mit Teppichrascheln gibt die Trommel dann nicht mehr viel her. Doch auch dieser Sound kann ja für das eine oder andere Lied genau der richtige sein. Wie schon erwähnt, hat der sehr dicke Ahornkessel einen tendenziell hellen Klangcharakter und scheint dadurch nicht prädestiniert für eine besonders tiefe Stimmung. Dennoch verfügt die G-Maple für eine 13 Zoll-Trommel über eine durchaus bemerkenswerte Stimmbandbreite. Auch im funktionalen Bereich gibt es keine negativen Auffälligkeiten. Die Stimmschrauben laufen leicht und gleichmäßig und halten ihre Position, und auch der seitlich zu betätigende Hebel der Abhebung funktioniert reibungslos. Beide Rädchen zum Einstellen der Teppichspannung sind gut zu erreichen und lassen sich sowohl im gespannten als auch im entspannten Zustand gut bedienen. Die Tatsache, dass sie dabei in kleinen Stufen einrasten, garantiert einen langfristigen Verbleib in der gewünschten Stellung. Ob das Vorhandensein von zwei Stellrädern - abgesehen von der leichteren Zentrierbarkeit des Teppichs - einen besonderen Komfortwert darstellt, sei einmal dahingestellt.

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