Hersteller_Tama Drumset_komplett
Test
4
02.01.2016

Praxis

Die Hardware zeigt sich unspektakulär und zuverlässig

Bevor ich die akustischen Qualitäten des Tama Imperialstar Sets prüfe, werfe ich ein Auge auf die Hardware. Damals wie heute gut und unkompliziert zu handhaben ist der Tomhalter, dessen Arme mit kleinen Memory-Klammern bestückt sind, welche neben ihrer Hauptfunktion, dem Reproduzieren der einmal eingestellten Position, die Trommeln auch vor unbeabsichtigtem Verdrehen auf den Haltestangen bewahren. 

Auch Verarbeitung und Funktionalität der Stative bieten keinen Grund zur Beanstandung. Da hakt nichts, und alle Schrauben laufen gut in ihren Gewinden. Lob verdient auch die HP200P Fußmaschine, die hier bereits im Einzeltest überzeugen konnte. An diesem Gerät wird man sicher lange seine Freude haben. Der Snare-Ständer tut, was er soll, die Beckenständer ebenfalls, aber an der Hi-Hat-Maschine fällt auf, dass die Feder relativ weich eingestellt ist, so dass das Meinl MCS Medium Top-Becken gerade noch leicht genug ist, um die Feder nicht zum Nachgeben zu zwingen. Montiert man das Oberteil einer Heavy Hi-Hat, so sackt die Zugstange bereits ein wenig nach unten. Das kann natürlich durch ein entsprechendes Absenken des unteren Beckens ausgeglichen werden, aber das weiche Spielgefühl ist sicher nicht jedermanns Sache. Prinzipiell finde ich Schlagzeughocker ohne Drehspindel unpraktisch, da sich die Höhenverstellung etwas umständlich gestaltet, aber angesichts des geringen Gesamtpreises für das Set kann man hier auch keine Wunder erwarten. Dass Rändelschrauben am Unterteil des Hockers verwendet werden, ist trotzdem merkwürdig, aber in diesem Fall kein Nachteil, da für die Höhenfixierung das Festziehen der Memory Clamp sowieso unumgänglich ist.

Im tiefen Tuning offenbart sich die mäßige Qualität der Felle

Im Sound-Test beginne ich mit einer eher tiefen, rockigen Stimmung und stimme dabei die Resonanzfelle der Toms minimal höher als die Schlagfelle. Das Floor Tom wird auf dem Schlagfell mit einem kleinen Stück Moongel für einen leichten Dämpfungseffekt bestückt. Die Bass Drum wird mit einem kleinen Loch im Resonanzfell versehen und bleibt ansonsten ungedämpft – der Dämpfungsring im Schlagfell sollte genügen. Bei der Snare gehe ich in der Stimmung so weit nach unten, dass das Spielgefühl in Bezug auf den Rebound noch einigermaßen angenehm anfühlt. Ein zehn Zentimeter langes Stück aus einem ausgeschnittenen Fellring soll für eine leichte Reduzierung der Obertöne sorgen.

 

Die Snare wirkt im tiefen Stimmbereich etwas belegt und produziert keine wirklich „crispen“ Klanganteile. Bauch ist durchaus vorhanden, und auch die Teppichansprache ist relativ sauber, aber insgesamt fehlt es dem Sound an Frische. Auch ohne  Dämpfungsmaßnahmen liefert die Bass Drum ein solides, trockenes Fundament. Die Pappelholzkessel produzieren bei den Toms eine hellen Attack, für den in erster Linie die dünnen Felle verantwortlich sind. Leider neigen diese aber gerade im tiefen Tuning auch zum „Flattern“ und klingen dadurch etwas unsauber. Das Sustain der Toms ist im Vergleich zu hochwertigeren Kesseln aus Birke oder Ahorn relativ kurz.

Tiefes Tuning mit Remo Emperor

Zum Vergleich montiere ich nun transparente Remo Emperor Felle auf den Oberseiten der Toms und stelle fest, dass der Klang dadurch hörbar fetter, konkreter und druckvoller wird. Das Flattern ist zwar nicht ganz verschwunden, aber hierzu tragen ganz klar auch die extrem dünnen Resonanzfelle bei.

In höherer Stimmung blüht vor allem die Snare auf

Jetzt stimme ich die Toms und die Snare Drum deutlich höher und verzichte komplett auf jegliche Dämpfung. Die Snare profitiert eindeutig von der Prozedur und entwickelt nun mehr Biss und Charakter, und auch die Rimclicks klingen satt und prägnant. Mit dem Sound lässt es sich durchaus arbeiten. Die Toms klingen in diesem Bereich angenehm rund und homogen. Durch das etwas längere Sustain tritt die Tonalität stärker in den Vordergrund, und auch der etwas „platschige“ Charakter ist weniger stark ausgeprägt als im tiefen Tuning.

Die Becken bieten guten Standard

Der Klang der Becken ist aufgrund des B8-Materials relativ hell und setzt sich somit gut durch. Aufgrund der mittleren Stärke bietet das Crash eine leichte Ansprache und klingt nicht allzu lange nach. Die Stockaufschläge setzten sich beim Ride prägnant vom Grundrauschen ab, und die Kuppe eignet sich bestens für kurze Akzentuierungen. Die Hi-Hat ist ein solider Allrounder, was im Prinzip für das ganze Becken-Set gilt. Wenn auch kein spezieller Charakter auszumachen ist, so eignen sich die MCS Becken doch gut für den großen Bereich Rock/Pop.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare