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Test
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07.11.2016

Tama 1st Chair HT850BC Hydraulix XL Round Rider & HT741B Ergo-Rider Drum Hocker Test

Schlagzeughocker mit Gasdruckfeder und Rückenlehne

Tamas Komfortzone

Kein anderer Schlagzeughersteller verfügt über ein so umfangreiches Hocker-Programm wie die japanische Firma Tama. Über 20 Modelle umfasst die Palette mittlerweile, 19 davon tragen aktuell das aufgestickte 1st Chair Logo. Seit 1996 wird die Serie behutsam, aber stetig weiter entwickelt und um neue Variationen ergänzt. Wurde dem Thema Sitzkomfort und Rückengesundheit vor noch nicht allzu langer Zeit wenig bis gar keine Beachtung zuteil, ist das Angebot an ergonomisch ausgeformten, dick gepolsterten und besonders standfesten Schlagzeugstühlen mittlerweile fast schon unübersichtlich groß. Die meisten Modelle werden im Preissegment unterhalb von 150 Euro verkauft, nicht wenige Drummer sind aber auch bereit, für besonders komfortable und stabile Modelle deutlich mehr Geld auszugeben. Für genau diese Zielgruppe baut Tama unsere beiden Testhocker.

Neben stabil ausgelegten Unterteilen und komfortabel dimensionierten Sitzflächen gibt es hier Zutaten, die immer noch der Luxusklasse der Drum-Hocker vorbehalten sind. Der – Vorsicht, langer Produktname! – Tama 1st Chair HT850BC Round Rider XL Hydraulix „Cloth Top“ besitzt weder eine Spindel noch eine Rohrklemmung zur Höhenverstellung, hier wird der Abstand zum Boden souverän per Gasdruckfeder reguliert. Wer dem geplagten Trommlerrücken bei langen Sessions zusätzlichen Halt spendieren möchte, kann entweder eine separate Stütze von Tama erwerben, oder er greift gleich zum zweiten Testkandidaten, dem vierbeinigen Tama 1st Chair HT741B Ergo-Rider „Quartet“. Ob diese beiden Nobelstühle halten, was sie versprechen, haben wir im Test ergründet.

Details

Gut verarbeitet sind beide Modelle, der HT741B ist relativ schwer

Was die Verarbeitung und die Ausstattung der beiden Testkandidaten angeht, erwartet den Käufer das gleiche hochwertige Gesamtpaket, das wir auch schon von den anderen 1st Chairs kennen. Sicher verpackt, mit beigelegter Anleitung und mit sauberer Verarbeitung wissen sie schon beim Auspacken zu überzeugen. Dabei fällt auf, dass der Karton des 741B deutlich größer ausfällt als jene der anderen Tama Hocker. Der Grund ist die mitgelieferte Rückenlehne HTB5, welche den Sitzkomfort des Sattelhockers nochmals deutlich steigern soll. Sie ist nur etwa ziegelsteingroß, allerdings dick und fest gepolstert und verfügt über eine Vertiefung für die Wirbelsäule. Zweiteilig konstruiert, besitzt sie einen großen, L-förmigen Metallflansch, der mit der Unterseite des Sitzteils verschraubt und klappbar ist. Der zweite Teil besteht aus der Lehne selbst, welche über eine Flügelschraube einfach mit dem unteren Part verbunden wird. Einmal zusammengebaut, kann der Abstand der Lehne zum Rücken über eine Rändelschraube eingestellt werden. Zum Transport lässt sie sich einfach auf das Sitzteil klappen – simpel und praktisch gelöst. Wie bei den Sitzteilen, findet sich auch hier ein eingesticktes 1st Chair Logo auf der Rückseite. 

Beim Unterteil fällt eine weitere Besonderheit auf, nämlich das vier- statt dreibeinige Basisgestänge. Dies dient der zusätzliche Stabilität, da beherztes Anlehnen natürlich den Schwerpunkt nach oben verlagert. Von diesen konstruktiven Details abgesehen, entspricht der 741B den anderen 1st Chair Top-Versionen. Er verfügt also über eine Drehspindel mit Plastikmanschette zur Höhenverstellung, das mit Kunstleder bezogene und auf der Unterseite rot bespannte Sitzteil, welches auch vom HT730B bekannt ist, sowie den kräftigen, neuen Aluminiumflansch, welcher eine drehbare Verbindung zwischen Spindel und Oberteil sicherstellt. Zusammengebaut bringt der Stuhl aufgrund der Lehne und des vierten Beines allerdings ein recht stattliches Gewicht auf die Waage. 

Da ist der HT850BC deutlich leichter. Zunächst sieht er aus wie die 830er XL Schwestermodelle, erst auf den zweiten Blick fallen der deutlich dickere Rohrdurchmesser, die glatte Mittelstange, sowie der kleine Hebel auf der Sitzteil-Unterseite auf. Der Grund dafür ist die integrierte Gasdruckfeder, welche dem Hocker eine komfortable und schraubfreie Höhenverstellung bescheren soll. Ansonsten besitzt unser Testkandidat das besonders dick gepolsterte XL Oberteil mit runder Sitzfläche und dem „Cloth Top“, einer aufgenähten Stoffbespannung auf der Oberseite. An beiden Modellen kann ich keinerlei Verarbeitungsmängel feststellen, die Qualitätskontrolle in Tama's chinesischer Fabrik scheint also zu funktionieren.    

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