Gitarre Hersteller_Strymon
Test
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08.12.2020

Praxis

Für den Praxischeck betreibe ich das Strymon Nightsky hauptsächlich im Stereo-Einschleifweg eines Line 6 HX Stomp Modelers, um das Pedal mit unterschiedlichen Amps und deren Klangcharakteristiken zu demonstrieren und seine klanglichen Möglichkeiten voll auszureizen. Denn eines sei schon vorab gesagt: Klangerzeuger dieses Typs blühen eigentlich immer erst in Stereo richtig auf. Aber weil wir Gitarristen auf der Bühne dennoch meist in Mono unterwegs sind, gibt es später auch Praxisbeispiele, in denen das Pedal ganz simpel vor einem Gitarrenverstärker hängt. Wie anfangs erwähnt, lohnt sich trotz gut gestalteter Quick-Start-Anleitung ein eingehender Blick ins Handbuch. Direkt loslegen kann man aber auf jeden Fall und das Editieren eines Settings läuft dabei für mein Empfinden auch relativ intuitiv ab. Schnell wird dabei klar, dass die einzelnen Effektkategorien sich stark gegenseitig beeinflussen und demzufolge das klangliche Endergebnis sehr variabel ausfallen kann. Um einen ersten Eindruck zu bekommen, habe ich dennoch versucht, den grundlegenden Einfluss einiger Hauptfunktionen zu demonstrieren. Dabei sind die anderen Effektkategorien zum Abstimmen des Reverb-Signals weitestgehend deaktiviert.

Für einen besseren Überblick würde ich außerdem empfehlen, das Video zum Test zu schauen. Wir starten mit einem Überblick zu den drei Reverb-Typen, die unter dem Punkt Texture abgerufen werden können.

Insgesamt fallen die Reverb-Schattierungen eher synthetisch aus, was im Hinblick auf die Gesamtabstimmung des Pedals auch absolut Sinn ergibt, wie wir gleich noch genauer hören werden. Wer wiederum beispielsweise auf der Suche nach den Klängen eines Federhalls ist oder scheppernde Raumsimulationen für sein Gitarrensignal bevorzugt, wird hier nicht fündig.
Wie sich die Target-Option in der Kategorie Mod in der Basis gestaltet und wie unterschiedlich das Signal demzufolge ausfallen kann, hört ihr im folgenden Beispiel. Danach gibts einen ersten Eindruck zu den beiden Filtereinstellungen der Tone-Abteilung.

Quasi für den Zuckerguss ist die Voice-Abteilung zuständig. Der zugehörige Shimmer-Effekt kann in verschiedenen Intervallabständen zum Signal hinzuaddiert werden und arbeitet dabei auch polyphon äußerst akkurat, wie sich am Ende des folgenden Hörbeispiels vernehmen lässt. Einen Eindruck zu den beiden Glimmer-Optionen gibts im darauffolgenden Beispiel.

Im ersten Moment vielleicht nicht ersichtlich, steckt hinter der Quantize-Option in der Decay-Steuerung ein sehr interessantes Werkzeug zum Modulieren des Reverbs. Denn dreht man das Size/Pitch-Poti, ändert der Reverb, je nach Einstellung, auf unterschiedliche Weise seine Tonhöhe. Ist dabei auch die Option Scale aktiviert, lassen sich sogar unterschiedliche Skalen auswählen. In der Praxis könnte man also beispielsweise dieses Poti einem externen Expression-Pedal zuweisen und passend zur Tonart das Reverb-Signal in seiner Tonhöhe modulieren. Sehr spannend! Wie sich die verschiedenen Quantize-Funktionen auswirken, könnt ihr euch im nächsten Beispiel anhören.

Last, but not least soll es auch noch ein Beispiel zur Infinite-Funktion geben, bevor wir so richtig in die Klangwelten des Strymon Nightsky abtauchen. Hier kann eine Klangfläche bzw. eine kurze Sequenz geloopt und anschließend weiteres Tonmaterial darüber geschichtet werden. Ohne Frage ein sehr willkommenes Tool für spannende Soundscapes.
Um die nun zahlreichen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten des Pedals genauer zu erforschen, lohnt es sich, zunächst die Werkspresets anzusteuern und diese bei Bedarf anzupassen. Was ich hier geboten bekomme, klingt wirklich beeindruckend und kann absolut die Kreativität beflügeln. Durch das tolle Trackingverhalten der zusätzlich vom Hall addierten Stimmen kann man so beispielsweise das eigene Spiel mit flächigen Synth-Sounds ganz unterschiedlicher Couleur unterlegen. Hier hat der Hersteller also keinesfalls übertrieben. Beeindruckend ist auch der zusätzliche Step-Sequenzer, der in einem vom Spieler bestimmten Tempo den Hall in acht Schritten fortlaufend in unterschiedlichen Tonhöhen wiedergeben kann. Nach einer ausgiebigen Recording-Session mit dem Pedal habe ich abschließend den Eindruck, dass sich dieses kreative Spielzeug auch nach längerer Zeit nicht erschöpft. Schön, dass sich direkt am Pedal auch gleich 16 Speicherplätze befinden, sodass die eigenen Kreationen schnell wieder abgerufen werden können. Abschließend habe ich euch einige Beispiele aufgenommen, bei denen diverse Gitarren- und Amp-Settings zum Einsatz kamen.

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