Gitarre
Test
7
24.06.2011

PRAXIS

So radikal das neue Konzept damals war, so neu war und ist auch das komplette Handling dieses Instrumentes. Einerseits wiegt dieses hölzerne „Paddel“ so gut wie nichts, andererseits befindet sich der siebte Bund, wenn man die Gitarre im Stehen spielt, dort, wo normalerweise der fünfte ist. Der linke Arm muss also etwas weiter gestreckt werden. Im Sitzen verschwindet dieser Effekt jedoch wieder, dafür fehlt aber die Auflagefläche für den rechten Unterarm. Der unverstärkte Klang ist recht leise und mittenbetont, was an der mangelnden Masse dieser kleinen Gitarre liegt. Schließt man die Gitarre an den Amp auf, fällt beim Durchschalter der einzelnen Pickups auf, dass der mittlere Singlecoil im Gegensatz zu den beiden Humbuckern sehr wenig Output bringt. Dadurch verlieren die Zwischenpositionen einerseits an Druck, andererseits kommt dieser typische silbrige Stratton nur ansatzweise rüber. Der Steghumbucker alleine bringt ein kräftiges Rockbrett mit vielen Obertönen und einem ausgeglichenen Sustain. Dasselbe gilt für den Halstonabnehmer, dessen Kraft für Blueser schon zuviel des Guten sein wird. Dafür singt der Ton in 80er Metal/Rock-Manier lange und mittig. Hier sehe ich auch das wirkliche Zuhause dieser Gitarre, denn hier wird nicht feingezeichnet, sondern deftig ans Werk gegangen.

3 / 4
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