Hersteller_Steinberg Software
Test
3
03.11.2015

Praxis

Bedienung

Steinberg Padshop Pro bietet ebenso wie sein kleiner Bruder ein aufgeräumtes und klar strukturiertes Interface. Wer schon einmal mit dem Padshop gearbeitet hat, wird sich hier ganz schnell zurechtfinden. Das hängt damit zusammen, dass Padshop Pro sich im Grunde nicht sonderlich groß von der Einstiegsversion unterscheidet, denn bis auf das dunkel gehaltenen Skin, die Import-Funktion via Drag & Drop, den EQ und Reverb sind beide Versionen identisch in der Handhabung. Die meisten Parameter sind also sowohl bei Padshop wie auch Padshop Pro immer griffbereit. 

Audio Import

Das wohl wichtigste Feature zum individuellen Sounddesign ist die Import-Funktion eigener Samples. Das funktioniert einwandfrei, entweder über Drag & Drop oder auf der rechten Seite des Grain-Oszillators über Import Sample. Damit die selbst erstellten Presets inklusive Samples auch auf anderen Computersystemen genutzt werden können, lassen sie sich mit der praktischen Export-Funktion über den Menü-Button mit „Export Preset with Sample“ exportieren. 

Das Schöne beim Import der Samples: Alle Einstellungen, wie Oszillator-Settings, Modulationen und Effekte, bleiben erhalten, denn „nur“ das Ausgangsmaterial verändert sich. Das lädt sicher nicht nur erfahrene Klangtüftler, sondern auch den Laien zum Experimentieren ein. Einmal ein interessantes Preset geladen, ergibt sich durch ein simples Importieren eines eigenen Samples ein völlig anderer Sound – Kollege Zufall ist also mit von der Partie.

 

Die neuen Effekte

Besonders der EQ erweist sich bei zwei Layern als ein nützliches Werkzeug, da erst durch die Bearbeitung der Frequenzen in den meisten Fällen ein optimales Schichten der Klänge möglich ist. Mit seinen drei Bändern macht er seinen Job gut, obwohl es sicher nicht verkehrt wäre, die Filtercharakteristik des EQs selbst bestimmen zu können, um so innerhalb des Padshops noch flexibler zu sein. Der Reverb ist einfach aufgebaut und führt in den meisten Fällen daher zu schnellen Ergebnissen. Beim Songwriting kann er eventuell genutzt werden, um mal schnell eine Wolke zu erzeugen, allerdings sollte er im Mixdown ersetzt werden durch den Hall des Vertrauens.

Learn CC

Jeder Parameter des Padshop lässt sich mit einem einfachen Rechtsklick und einem darauf folgenden „Learn CC“-Befehl einem externen Hardware-Controller zuweisen. Durch „Forget CC“ können diese Zuweisungen ebenso wieder gelöscht werden.

Preset-Menü in VST 2.4- und AU-Version

Da sich Samples via Drag & Drop laden lassen, käme man beim Padshop im Grunde ohne Dropdown-Menüs aus. Im Gegensatz zur Cubase-Version (VST 3.5), die Cubase-typisch einen Attribute-Browser mitbringt, muss man in der AU- bzw. VST 2.4-Variante allerdings kleine Abstriche beim altbackenen Preset-Menü machen.

Um hier ein Preset zu laden, muss zunächst das Dropdown-Menü geöffnet werden, um dann ein Preset aus der Baumstruktur à la Windows-Explorer auszuwählen. Die Kategorien der Librarys „Factory“ und „Factory Pro“ sind dann in den Ordnern „Chromatic Perc“, „Keyboard“, „Musical FX“, „Sound FX“, „Strings“ und „Synth Pad“ verschachtelt. Zwar kommt man so auch ans Ziel, trotzdem wirkt es etwas oldschoolmäßig, sich durch die Ordner zu klicken, zumal es auch unpraktisch ist, jedes Mal das Dropdown-Menü öffnen zu müssen, um ans nächste Preset zu gelangen. Zwei kleine Pfeile links und rechts zum Durchforsten der Presets neben dem Menü würden dem Workflow sicher gut tun. Kennt man allerdings den Namen eines Presets, hilft die praktische Suchfunktion.

Man darf allerdings nicht vergessen, dass der Synth in erster Linie für Cubase entwickelt wurde, in dem das Preset-Menü wesentlich schneller ans Ziel führt. Trotzdem könnte man das Preset-Menü für die VST 2.4- und AU-Version sicher mit einem Update optimieren. 

Sound

Natürlich ist der Padshop Pro kein Allrounder-Synth, doch dafür ist er – wie der Name stark vermuten lässt – auch nicht gedacht. Hören wir doch mal in die Preset-Library rein:

Neben den für die Granularsynthese typischen Soundscapes konnte mich der Padshop Pro auch mit warmen und breiten Flächen überraschen. Für seinen Anwendungsbereich liefert er qualitativ hochwertige Klänge, die inspirierend wirken und zum Experimentieren einladen, wodurch er mich letztendlich als ausgereiftes Klangwerkzeug überzeugen konnte.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare