Gitarre Hersteller_Fender
Test
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14.12.2020

Praxis

Wie man der Detailbeschreibung entnehmen kann, fällt die Squier Paranormal Super-Sonic mit ihrer kurzen Mensur und ihrem kleinen Korpus ziemlich kompakt aus. Dabei fühlt sich das eigenwillige Design im ersten Moment auch etwas gewöhnungsbedürftig an. Dennoch hängt die Gitarre ausgewogen am Gurt und spielt sich auch gut im Sitzen. Spieler, die zu ausladenden Strumming-Bewegungen neigen, müssen allerdings etwas aufpassen, nicht ständig mit dem Pickup-Wahlschalter in Berührung zu kommen. Beim ersten Stimmvorgang bekomme ich dann eine Ahnung davon, wie sich Linkshänder beim Stimmen einer gedrehten Rechtshänder-Gitarre vorkommen müssen und greife in den ersten Minuten dabei auch häufiger zum falschen Stimmwirbel. Wie sich zeigt, muss ich, trotz ausgiebigem Dehnen der Saiten, die Gitarre auch weiterhin häufig nachstimmen, was die Spielfreude leider etwas ausbremst. Beim Betätigen des aufliegenden Tremolos taucht eine weitere Schwachstelle auf. Das läuft nicht nur sehr schwergängig, sondern verstimmt das Instrument auch äußerst schnell, womit es quasi nicht einsatzfähig ist. Schade, hier sollte der Hersteller unbedingt noch einmal nachbessern. Akustisch gespielt bringt die Gitarre den typisch knackigen und spritzigen Klang einer E-Gitarre mit geschraubtem Hals, und die ansonsten gute Werkseinstellung erlaubt eine leichte Bespielbarkeit. Der lackierte Hals mit seinem C-Shape-Profil liegt zudem gut in der Hand und die Bünde sind ordentlich abgerichtet und sauber poliert. Zwar kommt auch dieses Instrument wie von Squier/Fender gewohnt mit den erwähnten dünnen Saiten, die ich bei dieser kurzen Mensur allerdings als eher suboptimal empfinde. 

Für den Praxischeck stehen ein Fender Silverface Bassman für die unverzerrten Töne und ein Vox AC15 sowie ein Marshall Mini Silver Jubilee für die Overdrive-Sounds bereit. Alle Signale laufen über eine Universal Audio OX Box, die diverse Lautsprechersimulationen bereitstellt.

Los gehts mit einer Bestandsaufnahme der drei Tonabnehmereinstellungen am cleanen Amp, beginnend mit dem Halspickup.

Wie bei der kürzlich getesteten Squier Paranormal Toronado kommen auch bei diesem Modell die sogenannten Atomic-Humbucking-Pickups zum Einsatz. Abgesehen davon, dass diese ein anderes Erscheinungsbild haben, ist auch besonders der Doppelspuler am Hals hörbar anders abgestimmt. So kommt diese Variante mit mehr Glanz im Top-End und weist einen höheren Output auf. Generell befinden sich die Pickups in ihrem Output-Verhalten im gesunden Mittelfeld. Im Zusammenspiel mit dem Steg-Pickup kommt dabei in der Mittelposition schon ein gewisser Twang auf, der mir gut gefällt. In der Stegeinstellung ertönt das Mittenspektrum dann typischerweise prominenter. Insgesamt machen die Pickups einen ausgewogenen Eindruck.
Hier kommen noch drei weitere Beispiele im Clean-Channel. Im letzten Beispiel hört ihr schon den Vox-Amp, der ein Clean-Signal mit etwas mehr „Grid“ erzeugt.

Auch am zerrenden Vox-Amp machen die Pickups eine gute Figur. Wie schon erwähnt, verzichtet die Gitarre auf einen Tone-Regler und kommt mit zwei Volume-Potis aus. Nicht ganz verständlich erscheint mir, warum die Potis dabei in ihrer Anordnung verdreht wurden, denn instinktiv würde ich das vordere dem Halstonabnehmer zuordnen. Dreht man außerdem das Volume-Poti des angewählten Pickups zu und lässt das andere offen, kommt es zu einer leichten Übersprechung. Außerdem werden auch dann Einstreuungen übertragen, wenn beide Volume-Potis geschlossen sind. Das geht besser! Mit weit aufgerissenem Vox-Amp spielt der Steg-Pickup dann seine Stärken aus und sorgt für authentische Classic Rock-Sounds. Auch am Marshall mit mehr Gain geht mit dem Steg-Pickup einiges! In diesem Punkt bekommt man für einen überschaubaren Betrag also wirklich brauchbare Sounds. Abschließend habe ich mit dem Instrument noch einen kleinen Demosong in Richtung Alternative-Rock aufgenommen. Auch hier ließ sich mit den Signalen der Gitarre im Mix sehr gut arbeiten.

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