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27.01.2017

Spectrasonics Omnisphere 2 Test

Software Instrument

Der Über-Synth kann es noch

Schon mit der ersten Auflage von Omnisphere knüpfte die von Sampling-Guru Eric Persing gegründete Firma Spectrasonics an einen großen Namen an, denn das Plug-in war die konsequente Weiterentwicklung von Atmosphere. Mit seinem Soundvorrat und seinen Möglichkeiten galt Omnisphere schnell als DAS Synthesizer Plug-in und entwickelte sich zum "Must Have" für jeden Keyboarder & Produzenten. Seit einiger Zeit ist nun Omnisphere 2 auf dem Markt und wir wollen schauen, ob die neue Version die Erfolgsgeschichte fortschreiben kann.

Synthesizer Plug-ins gibt es wie Sand am Meer und gefühlt erscheint jeden Tag ein neues. Doch es gibt immer wieder welche, die sich lange halten und weite Verbreitung finden. Omnisphere ist eines davon und ist mit seiner Langlebigkeit bei den anderen Produkten von Spectrasonics in bester Gesellschaft, denn auch Geschwisterprodukte wie die Bass-Library Trilian gelten auch nach vielen Jahren noch als erstklassig. Der sportliche Anschaffungspreis von 399€ mag den ein oder anderen abschrecken. Doch allein ein Blick auf die Featureliste lässt schon erahnen, wie umfangreich dieses Paket ist.

Details

Spectrasonics wirbt für Omnisphere mit der gigantischen Zahl von über 12.000 Presets. Masse statt Klasse? Das dürft ihr entscheiden, Soundbeispiele findet ihr im Praxisteil. Fest steht: Die Auswahl ist riesig und deckt eine gewaltige klangliche Bandbreite ab.

Die Oszillatoren / Klangerzeuger von Omnisphere teilen sich in zwei Bereiche: Sample und Synth. Man findet hier also nicht nur abgesampelte Wellenformen von Synthklassikern wie z.B. Roland Jupiter-8 oder Oberheim OB-8, sondern auch mit der hauseigenen Engine nachmodellierte Wellenformen derselben Synthesizer. Unter der Auswahl von über 400 dieser „DSP Waveforms“ findet man natürlich auch FM und Wavetables, was die Klangpalette nochmals erweitert

Auch die mitgelieferte Sample-Library ist gigantisch. Dies erklärt dann auch die Installationsgröße von Omnisphere: Satte 64GB beschlagnahmt das Plug-in auf eurer Festplatte und hat damit gegenüber der ersten Version noch einmal zugelegt. Wem das noch nicht genug ist, der kann auch seine eigenen Samples (allerdings keine Multisamples) in Omnisphere einladen und durch die Engine schicken. Die Liste der Instrumente und sonstigen Klangquellen, die für Omnisphere gesampelt wurden, ist übrigens auf der Spectrasonics Website abrufbar – eine beeindruckende Sammlung von Synthesizern!

Die Oberfläche ist gewohnt aufgeräumt. Die Presets werden über den Browser auf der linken Seite aufgerufen. Ein Doppelklick auf den Patchnamen öffnet dann auf Wunsch einen größeren Presetbrowser. Hat man weitere Librarys auf Basis der Spectrasonics STEAM Engine installiert wie z.B. Keyscape, so tauchen diese direkt im Presetbrowser mit auf. Dank des achtfachen Multimodes von Omnisphere lassen sich so die Sounds der verschiedenen Librarys zu komplexen Setups kombinieren und mit den umfangreichen Synthesizer-Funktionen von Omnisphere bearbeiten.

Nach der Auswahl des Sounds findet man auf der Main-Seite alle wichtigen Parameter. Überhaupt erweckt Omnisphere durch den Aufbau der GUI den Eindruck, als sei es hauptsächlich für „Preset“-Spieler konstruiert. Es ist kein Synth mit einer großen Oberfläche, auf der alle Regler und Knöpfe zu sehen sind, wie es z.B. bei u-he DIVA der Fall ist. Hier beschränkt man sich zunächst auf die wichtigsten Funktionen. Was nicht heißen soll, dass man nicht tiefer in die Parameter eintauchen könnte: Dazu genügt ein Klick auf die kleine Zoom-Lupe neben der gewünschten Rubrik. Das Main-Fenster zeigt dagegen nur absolut grundlegende Punkte wie z.B. Einstellung der Velocity-Kurve, Anzahl der Stimmen, Cutoff & Resonance.

Ein Patch besteht in Omnisphere aus bis zu zwei Layern, A und B. Ein Klick auf den entsprechenden Reiter öffnet dann den Layer zur Bearbeitung. 

Hier geht es dann schon etwas mehr ins Detail, aber es bleibt nach wie vor übersichtlich. Hüllkurven, weitere Filter-Einstellungen (über 28 unterschiedliche an der Zahl), sowie Modulation und LFOs (maximal sechs pro Layer), findet man hier. Nun kann man wie gerade schon erwähnt durch einen Klick auf eine der Lupen noch tiefer in die Materie einsteigen. 

In der täglichen Praxis werden die meisten Anwender wohl meistens bei den Hauptfenstern bleiben und auf die vielen Presets zurückgreifen, auch wenn sich unter der Haube noch ein paar Schmankerl wie die Granularsynthese und FM verstecken.

Der nächste Reiter ist mit FX betitelt. Stattliche 58 Effekte hat Spectrasonics in Omnisphere integriert. Neben den vier Effekten pro Layer gibt es nochmals vier Mastereffekte sowie vier Effekte, die sich in den Auxillary Slot laden lassen. Daran sollte es also nicht hapern! Ein umfangreicher Arpeggiator ist ebenfalls integriert, und dann ist da noch der mysteriöse ORB. 

Der Orb kann für jedes Patch benutzt werden. Auch bei eigenen Samples funktioniert er ohne vorherige Einstellungen. Der Orb verändert und moduliert zufällige Parameter. Gefällt einem das nicht, kann man durch Klicken auf „Dice“ neue Parameter in den Orb werfen. So entstehen schnell unerwartete und inspirierende Sounds.

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