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Test
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14.06.2018

Praxis

Zunächst will ich einen ersten Eindruck von den zwölf verfügbaren Reverb-Modi bekommen, die sich direkt ab Werk über das Gerät abrufen lassen. Um die Qualität der Sounds dabei in ihrem ganzen Umfang wahrzunehmen, hören wir das Ventris zunächst in Stereo.

Die Auflösung und Signalqualität der Reverbs aus ganz unterschiedlichen Sparten kann sich wirklich hören lassen.

Da das Pedal eine Menge Möglichkeiten und Kombinationen bietet, können die Audiobeispiele im heutigen Test natürlich nur einen Teil des Funktionsumfangs abdecken. Ich werde aber versuchen, möglichst viele Details anzuschneiden.

Nimmt man die einzelnen Potis zur Steuerung des jeweiligen Reverb-Algorithmus genauer ins Visier, wird auch das hohe Maß an Variabilität und Nuancierungsmöglichkeiten in den klanglichen Details deutlich. Um diesen Umstand etwas eingehender zu demonstrieren, schalte ich zurück in den Room-Modus und drehe das Time-Poti in fünf Schritten auf.

Wie sich gut heraushören lässt, ist der Room-Reverb auf der ersten Hälfte absolut in der Lage, authentische räumliche Sounds abzubilden, die für mein Ohr in allen Größen sehr charmant wirken. Nach 12 Uhr lässt sich dieser Modus dann auch zu sehr langen Hallfahnen überreden.

Die Control-Potis erlauben dabei übrigens teilweise nicht nur eine genauere Abstimmung des gewählten Reverbs. So kann unsere angewählte Room-Reverb-Engine beispielsweise auch noch mit einer Modulation belegt werden, die sich in ihrer Geschwindigkeit per Tap-Befehl über den Option-Fußschalter steuern lässt.

Hören wir gleich noch ein weiteres Beispiel mit einer Reverb-Engine in Kombination mit einem Modulationseffekt. In diesem Fall habe ich den E-Dome-Reverb angewählt und das Tempo der Modulation per Tap-Befehl eingegeben. Erneut bin ich von der Auflösung des Signals wirklich begeistert.

Laut eigener Aussage war es dem Hersteller besonders wichtig, eine möglichst realistische Federhall-Simulation zu kreieren. Das ist meiner Meinung nach absolut gelungen! Aber hört selbst.

Obwohl man Federhall-Sounds häufig mit etwas längeren und scheppernden Hallfahnen verbindet, gefallen mir hier auch die kurzen Sounds sehr gut.

Ein cooles Feature verbirgt sich hinter der Hold-Funktion des Shimmer-Reverbs. Hier fällt die Tonlage der Hallfahne zunehmend ab, was für eine spannende Atmosphäre sorgt.

Nun wollen wir aber auch endlich zwei Reverb-Engines in Kombination hören. Dafür editiert man auf Position A des Reverb-Schalters zunächst eine Reverb-Engine nach Wahl, legt anschließend den Schalter auf Position B und editiert einen zweiten Reverb. Abschließend schaltet man in der Mittelposition beide Engines zusammen.

So könnte beispielsweise eine Kombination aus Shimmer und Reverse-Reverb-Engine klingen.

Es folgt eine Kombination aus Hall L und Offspring-Reverb.

Das Gerät gibt dem Anwender die Möglichkeit, die beiden Engines entweder parallel im Mischverhältnis laufen zu lassen oder auch in Serie, wobei Reverb A in Reverb B läuft. Dazu auch zwei Hörbeispiele, bei denen ich die Plate und den ModVerb kombiniert habe.

Auch wenn man zwei Reverb-Engines kombiniert, muss man sich keine Sorgen machen, womöglich ein matschiges Endergebnis zu erhalten. Ganz im Gegenteil: Auch hier sorgt das Gerät für klanglich transparente Reverbsounds, die sich gut im Mischverhältnis abstimmen lassen und dank der zusätzlichen speziellen Reverb-Engines für interessante Kombinationen sorgen.

Im einfachen Monobetrieb verlieren die Räume logischerweise ein wenig ihrer plastischen Darstellung. Trotzdem kann das Ventris zusammen mit anderen Effekten vor dem Amp oder auch im Einschleifweg eines verzerrten Amps absolut überzeugen.

Wir hören nun zwei Beispiele mit unterschiedlichen Overdrive-Pedalen vor dem Ventris. Im zweiten Beispiel habe ich erneut zwei Reverb-Engines kombiniert und zusätzlich die Hold-Funktion genutzt, die in diesem Fall den Shimmer-Reverb wie einen Pedalton stehen lässt. Alles in Mono und trotzdem sehr cool!

Es folgen zwei weitere Beispiele in Mono, bei denen das Pedal im Einschleifweg meines Amps sitzt.

Die Neuro-Desktop-Software und weitere Reverb-Engines

Die Installation der Neuro-Desktop-Software gestaltetete sich auf meinem iMac völlig problemlos. Allerdings ist die zum Testzeitpunkt veröffentliche Version noch im Beta-Status, was sich beispielsweise in einer noch nicht voll funktionierenden Menüleiste widerspiegelt. Auch ließen sich die Reverb-Engines über das Programm zunächst nicht anwählen. Ein weiteres Update der Software brachte dann aber Abhilfe.

Die Desktop-Software ermöglicht dem User eine sehr tiefgehende Editierung der einzelnen Reverb-Modi, stellt weitere Reverb-Engines bereit und ermöglicht außerdem eine unkomplizierte Konfiguration der Grundfunktionen des Ventris.

Über die Software kann derzeit zusätzlich noch die Reverb-Engine mit dem Namen Metal Box und die Simulation eines "Outboard Spring"-Reverbs angewählt werden. Einen Eindruck von diesen beiden Engines könnt ihr in den abschließenden Audiofiles bekommen.

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