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Test
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21.04.2015

Sony PCM-D100 Test

Mobiler Digitalrecorder

Teuer, aber gut

Im Vergleichstest der mobilen Digitalrecorder durfte auch der Sony PCM-D100 nicht fehlen – eine gute Entscheidung, denn das Aufnahmegerät der japanischen Firma konnte in der Bewertung die volle Punktzahl einfahren. Wirklich überraschen kann das nicht, denn schon die Mobilrecorder Sony PCM-M10 und PCM-D50, die wir vor vielen Jahren getestet haben, konnten besonders durch ihren wirklich sehr guten Klang bestechen.

Der kleine Handheld-Recorder PCM-M10 ist noch erhältlich, der Sony PCM-D100 durfte den PCM-D50 beerben. Weitere tragbare Aufnahmegeräte gibt es im Portfolio der Japaner aktuell nicht. Und wie es sich für ein Top-Modell handelt, kommt der D100 mit einigen interessanten Features.

Details

DSD-Recording

Es ist ein kleiner Aufkleber auf dem PCM-D100, hinter welchem sich allerdings eine Menge interessanter Sachen verbirgt. „Hi-Res Audio“ ist darauf zu lesen. Recording in hoher Auflösung bedeutet einige Anforderungen an die Hardware, denn schließlich sollten nicht nur Wandler, sondern auch der analoge Audiopfad und die digitale Verarbeitungs- und Speicherungskette in der Lage sein, eine feinere Rasterung von Zeit und/oder Werten zu übermitteln. Lineares Audio kann mit bis zu 192 kHz Samplingrate aufgezeichnet werden. Double- und Quad-Samplerates sind immer noch Gegenstand von Pro- und Contra-Diskussionen, die Verwendung einer höheren Quantisierung dagegen nicht. 24 Bit sind daher möglich, ein heute üblicher Wert. Es geht bei Sonys PCM-D100 aber auch mit nur einem Bit, dafür aber mit einer Samplerate von 2,8 MHz. Genau: Das ist der Standard für DSD-Recording! Neben PCM-Aufnahme im WAV -Dateiformat und DSD-Recording kann der Sony auch ins psychoakustisch reduzierte MP3-Format umwandeln. Wiedergeben kann der D100 zudem FLAC, WMA und AAC-LC.

Recording auf SD – aber nicht nur

Aufgezeichnet wird auf SD, SD-HC, SD-XC, Memory Stick Pro Duo oder Memory Stick Pro-HG – oder die Daten werden im internen Flash-Speicher gelagert. Dieser ist immerhin 32 MB groß. Damit ist selbst bei DSD-Aufnahme ein Recording von über zehn Stunden Dauer möglich! Um Daten von einem der Speicher zu einem Rechner zu schicken, ist eine USB-micro-B-Buchse am Sony PCM-D100 zu finden.

Spannungsversorgung: Batterien, Akkus oder Netzteil

Für die notwendige Spannungsversorgung sorgen wahlweise ein nicht mitgeliefertes externes Netzteil oder Batterien/Akkus. Dies sind vier AA-Zellen, die sich in einem speziellen Compartment verstecken, welches sich auch nur nach Lösen zweier Schutzmechanismen aus dem Gerät bugsieren lässt. Das ist ziemlich aufwändig. Ich dachte sofort, dass es wohl auch einen passenden Akkublock für das PCM-D100 geben muss, aber dem ist nicht so.

Schalter und Regler

Um das zentrale, hintergrundbeleuchtete Monochrom-Display herum sind viele Bedienelemente angeordnet. Unterhalb finden sich Navigations-, Funktions- und Laufwerktasten, an den seitlichen Flanken des D100 sind Power- und Hold-Schiebeschalter, Mic/Line-Umschalter, Vordämpfung, Wiedergabe- sowie Aufnahmepegel beheimatet. Letzterer ist ein Doppelregler für Links und Rechts, der durch Drücken auf die Mittelfläche auch versetzt eingestellt werden kann. Zum genauen Ablesen und Einstellen kann zudem der umgebende Ring abgeklappt werden. 

Inputs, Outputs und weitere Buchsen

Buchsen gibt es eine Vielzahl. Als analog/optisch-digitale 3,5mm-Combo-Buchsen sind dabei Line-Input und Line-Output ausgelegt. Auch der Eingang für das externe Mikrofon und der Kopfhörerausgang sind als Stereo-Miniklinke vorhanden. Über „Remote“ kann ein Wireless-Transmitter angeschlossen werden, der von einer Fernbedienung Befehle empfängt. Abhören kann man auch über den kleinen Lautsprecher im Fuß des Gerätes. 

XY: Kapseln können gedreht werden

Es werden hauptsächlich aber nicht externe Quellen verwendet werden, sondern die beiden Mikrofone, die der Sony PCM-D100 mitbringt. Geschützt durch einen Bügel sind es zwei Elektret-Kondensatorkapseln, für die der Hersteller einen Frequenzgang von 20 Hz bis 20 kHz angibt. Für Line-Signale sind es bis zu 50 kHz, allerdings ist bei keinem der Werte die Dämpfung angegeben.

Die Mikrofone lassen sich verschieben. Als Standardausrichtung sind sie „aneinander angelehnt“, sodass die Membranen recht nah zueinander ausgerichtet sind und mit 45 Grad Versatzwinkel einen rechten Winkel als Öffnung bieten – und in diesem Fall gleichzeitig einen Aufnahmewinkel von ebenfalls 90 Grad. Je weiter die Schallquelle vom Aufnahmeort entfernt ist, desto unwichtiger wird die möglichst nahe an der Punktförmigkeit liegende Position der beiden Kapseln zueinander. Daher kann im Modus „Wide“, bei dem die beiden Kapseln einen XY-Stereosystem mit Öffnungswinkel von ungefähr 110 Grad ergeben, die entstehende Differenz von etwa fünf Zentimetern ein wenig vernachlässigt werden. Achtung: Sony nennt die Anordnung „wide“, aber der Aufnahmewinkel ist de facto kleiner! Schließlich verringert sich der Aufnahmewinkel, je größer der Versatzwinkel zwischen den beiden XY-Mikrofonen ist.

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