Test
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21.07.2018

Sontronics Corona Test

Dynamisches Gesangsmikrofon

Lorbeerkranz für die Tauchspulenkapsel

Sontronics' dynamisches Gesangsmikrofon Corona ist ganz offensichtlich auf alt getrimmt. Dass die Retrowelle auch vor Mikrofonen keinen Halt macht, ist natürlich kein Wunder. Doch anders als beispielsweise im Automobilbau gibt es Hersteller, die schlichtweg Designs seit Jahrzehnten nicht geändert haben und somit zwar „vintage“, aber nicht „retro“ sind. Neumann U 87 und U 67, diverse „Elvis“-Mikrofone oder auch Sennheiser MD-421 oder MD-441 sind einfach immer noch old school. Das Sontronics Corona hingegen ist ein brandneues Mikrofon.

Obwohl: Schon seit 2011 auf dem Markt und sehr beliebt ist das Sontronics Halo, welches in sehr ähnlicher Optik vor allem vor dem Gitarrenamp glänzt. Aufgrund der Optik ist wohl nichts naheliegender, als es auch für Vocals zu verwenden, wenn ein Look der Zeit zwischen den Weltkriegen gewünscht ist. Wer das mal probiert hat: Das geht, ist aber dann doch etwas zu vintage für die meisten Anwendungen.

„Halo“ bezeichnet die charakteristische Luftspiegelung in eisiger Luft, die in der Form dem Sontronics-Mikrofon ähnelt (naja, eigentlich genau umgekehrt). „Korona“ nennt man diesen Lichthof um leuchtende Punkte am Firmament, also auch von Sonne und Mond. Es ist also spannend, ob sich das Besondere nicht nur auf den Bereich von Optik bezieht, sondern das Corona auch akustisch überzeugen kann – denn das soll ein Mikrofon ja schließlich in erster Linie tun. 

Details

Ring als Designmerkmal

Das wesentliche Designmerkmal des Sontronics Corona ist wie auch schon beim Halo der große umlaufende Ring In diesem ist über vier Federn das eigentliche Kapselgehäuse aufgehängt. Im Grunde ist dies eine einfache Art der Vermeidung von Trittschallübertragungen und wurde bei vielen frühen Mikrofonen so konstruiert. Das eigentliche Mikrofon ist eine Dose. Die verbaute Kapsel ist die gleiche wie im Sontronics Solo, eine Tauchspulenkonstruktion mit Supernierencharakteristik. Aus diesem Grunde gibt es auch seitliche und rückwärtige Schalleintritte, denn auch eine richtende Kapsel wird im geschlossenen Gehäuse sonst zu einer Kugel, zumindest für die geringeren Frequenzen.

Von der Kapseldose aus läuft ein kurzes Kabel zum Fuß des Mikrofons, welcher die XLR-Buchse, die Stativaufnahme und die Befestigung des umlaufenden Ringes zur Aufgabe hat. Gut, auf der Vorderseite prangt das Sontronics- Logo, damit man weiß, mit wessen Produkt man es zu tun hat. Ein- oder umzustellen gibt es nichts, wie bei den meisten dynamischen Mikrofonen. Etwas Albernes wie einen Ein-/Ausschalter gibt es zum Glück nicht – das ist ja eine klassische Quelle für Bedienfehler und Defekte.

Hohe Impedanz?

Der angegeben Frequenzgang beträgt 50 Hz bis 15 kHz, was absolut übliche Werte für diese Art der Konstruktion sind. Die Impedanz ist mit „unter 600 Ohm“ (!) erstaunlich hoch, wobei das natürlich viel bedeuten kann. 

Köfferchen – wohl aus Angst um die Spiralfedern

Anders als viele andere dynamische Mikrofone kommt das Sontronics Corona im schönen Köfferchen. Das ist keine Nettigkeit, sondern schlichtweg notwendig, um die Konstruktion aus Ring und Federn vor Beschädigungen zu schützen. Eine einfache Tasche würde bei dieser Aufgabe nämlich schnell versagen.

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