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Test
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12.08.2015

Sonor ProLite Maple Snaredrums Test

Snaredrums mit Holzkessel

Lite-Kultur

Mit den Sonor ProLite Ahorn-Snaredrums von Sonor finden sich zwei moderne Klassiker im bonedo Test-Studio ein, schließlich bietet der deutsche Hersteller die - Vintage Maple genannte – Kesselkonstruktion schon seit dem Jahr 2000 an. Damals hieß die Serie noch DeLite, und man musste auf etliche der modernen Features unserer aktuellen Kandidaten verzichten. Da wären nicht nur die vielen neuen Oberflächen zu nennen, sondern auch eine völlig neu konstruierte Abhebung mit dem Namen Dual Glide. Dass die Kessel in Deutschland gefertigt werden und auch die Montage aller Teile sowie die Endkontrolle in Bad Berleburg erfolgt, erzeugt natürlich eine gewisse Erwartungshaltung. Wir sind also gespannt wie ein Snare-Resonanzfell, was die Instrumente können. 

Lite – wenn diese Buchstabenkombination auf einem Produkt der Firma Sonor zu finden ist, handelt es sich übrigens nicht zwangsläufig um eine sehr leichte Trommel. Zwar hieß die Serie, die Sonor in den 1980er Jahren seiner legendären und bombastisch schweren Signature Modellreihe als leichtere Alternative zur Seite stellte, SonorLite, aber seitdem steht Lite bei Sonor für die jeweils unter dem Topmodell angesiedelte Baureihe und somit für höchste Trommelbaukunst made in Germany. Da erstaunt es auch wenig, dass man mit der ProLite Serie den Vorgänger DeLite eher behutsam modifiziert hat, denn diese Serie wirkte schon sehr ausgereift und erfreut sich immer noch größter Beliebtheit. Da wir es bei den Snaredrums allerdings mit einer umfangreichen Revision der Hardware inklusive neuer Abhebung zu tun haben, war es Zeit für einen bonedo Test. Wie unsere beiden Kandidaten die Strapazen gemeistert haben, lest und hört ihr in diesem Test. 

Details

Ein solides Erscheinungsbild trifft auf bewährte Sonor Komponenten

Meine Testobjekte erzeugen direkt beim Auspacken ein Gefühl von Ehrfurcht. Ob es an den massiven Sonor Gussspannreifen, dem nicht unerheblichen Gewicht der Trommeln oder dem gediegenen Schrankwand-Finish des 14x6 Modells liegt, kann ich nicht genau sagen, vermutlich ist es die Kombination aller Faktoren. Beide Modelle verwenden die gleichen Komponenten, Unterschiede gibt es nur beim Kesselmaß sowie bei den Oberflächen, welche die Bezeichnungen Nussbaum (14x6) und Ebony White Stripes (14x5) tragen. Kommen wir also zum Herzstück der Snares, den Kesseln. Sonor setzt bei der ProLite Serie auf den bewährten Vintage Maple Kessel, welcher nicht nur von der DeLite Serie bekannt ist, sondern auch im SQ2 Drumsystem konfiguriert werden kann. Er besteht aus einem nur vier Millimeter dünnen, neunlagig-kreuverleimten Ahornring mit zwei Millimeter dünnen, an den Kesselrändern eingeleimten Verstärkungsringen, ebenfalls aus Ahorn. Mit exakt ausgeführtem 45 Grad Innenschnitt und recht spitzer Gratung versehen, lässt er einen offenen und klaren Ton erwarten. Exakt platzierte Snarebeds, welche nicht nur heruntergeschliffen sind, sondern die Gratung beibehalten, gewähren den 24-spiraligen Soundwire Snare-Teppichen aus Sonor-eigener Fertigung eine bequeme Auflagefläche auf dem Resonanzfell. 

Ausgecheckte Hardware, aber auch eine Verarbeitungsschwäche

Neben den oben bereits erwähnten Gussspannreifen finden wir zehn doppelseitige Böckchen mit Kunststoffunterlagen und eingebauter Stimmsicherung, die man unter dem Namen Tune Safe kennt. Beide Trommeln kommen zudem in den Genuss der beeindruckend wirkenden Dual Glide Abhebung mit beidseitig einstellbarer Teppichspannung. Highlights sind hier der üppig dimensionierte Abwurfhebel sowie die Möglichkeit, das Resonanzfell zu wechseln, ohne den Teppich lösen zu müssen (Quick Release). Dazu drückt man einfach jeweils zwei gefedert gelagerte Metallknöpfe zusammen, schon hat man die Klemmböcke mitsamt Snare-Teppich in der Hand. Eine Rasterung der Drehknöpfe zur Einstellung der Teppichspannung soll zudem für eine gleich bleibende Ansprache der Snare auch bei sehr kräftigem Spiel sorgen. Dass das Butt End der 14x6 Zoll Nussbaum Snare schief montiert ist, ist mir nicht nur im Falle dieser Testtrommel ein Rätsel. Dass so etwas in Zeiten von Bohrrobotern überhaupt immer wieder vorkommt, ist kurios, und an einer knapp 700 Euro teuren Trommel hat so ein Makel nichts verloren.

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