Test
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20.12.2019

Praxis

In der mittleren Stimmung fühlt sich das Safari am wohlsten …

Bei so kleinen Bassdrums fragen sich viele Drummer zuerst, ob denn so ein „zu heiß gewaschener Kessel“ überhaupt mit einem ausgewachsenen Exemplar mithalten kann. Ja, das kann er! Klar, die Bassdrum klingt nicht so wuchtig wie ein 22“ Modell, aber die schöne Mischung aus Punch und Ton macht sie klar zu meinem Favoriten im gesamten Safari-Set. Durch den Riser, der wirklich viel besser konzipiert ist als andere Modelle, die an den Spannreifen geklemmt werden, erzeugt die Bassdrum einen schönen, voluminösen Schub. Mit einem etwas weicheren Beater – in meinem Fall ein Bagbeat-Lederexemplar – erreicht sie zusätzliches Volumen unten herum. Ein Loch würde ich allerdings nicht ins Resonanzfell schneiden, das ist quasi der Fehler Nummer Eins, um kleinen Bassdrums das Volumen zu nehmen.

Auch die Toms geben sich gutmütig und lassen sich leicht stimmen. Besonders vom vollen Klang des 13“ Floortoms bin ich begeistert. Die Snaredrum ist insgesamt etwas rappelig, hier würde ich an eurer Stelle direkt einen besseren Teppich mit einplanen. Ansonsten funktioniert die Trommel und macht das, was sie soll. Allzu hohe klangliche Erwartungen sollte man bei Snares, die bei so günstigen Sets dabei sind, ohnehin nicht an den Tag legen, das gilt auch für das Gretsch Catalina Club Jazz und ähnliche Vertreter. Im Vergleich mit den in letzter Zeit getesteten Kompaktsets ist die AQ2 Safari Snare eher am oberen Ende der Skala angesiedelt. 

Aber: Das Spiel am Strainer-Hebel bei einem fabrikneuen Instrument finde ich, genau wie die nachlässig ausgeführte Position der Snarebeds, ärgerlich. Wer Wert auf Präzision bis in die letzten Details legt, wird hier also nicht unbedingt glücklich bzw. muss zusätzliche Investitionen beim Trommelbauer einplanen.

Mit den Werksfellen klingen Snare und Toms im Vergleich zur runden Bassdrum etwas spitz und Attack-lastig, die Felle machen aber an sich als Grundausstattung Sinn, hiermit lässt sich also fürs Erste arbeiten.

... doch auch nach unten und oben hin ist Luft

Im zweiten Anlauf stimme ich das Set bis an die untere Grenze. Die ist bei der Snare, wenn ich nicht zu extremen Dämpfungsmethoden greifen möchte, in einer mitteltiefen Stimmung erreicht. Sehr hoch gestimmt wird sie eher kurz und knallig. Die Toms kommen erstaunlich tief, aber auch hoch hinaus. Am überzeugendsten ist wieder die Bassdrum. Sie macht nicht nur in lasch gespannten, etwas rockigeren Gefilden eine gute Figur, auch richtig hoch gestimmt bringt sie Spaß. Mit einem weichen Lammfellbeater lassen sich inspirierende, Surdo-ähnliche Klänge erzeugen.

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