Drumset_ohne_Becken
Test
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19.02.2018

Sonor AQ1 Studio Drumset Test

Schlagzeug inklusive Hardware-Set

Einsteigen bitte!

Mit dem neuen AQ1 Set hat Sonor Anfang 2018 seine Einsteiger-Klasse neu definiert. Diese tummelt sich allerdings nicht mehr im großen Feld der Budget-Schlagzeuge, diese Zeiten scheinen in Bad Berleburg vorbei zu sein. Mit knapp elfhundert Euro Anschaffungspreis will man vor allem Trommler ansprechen, die gleich mit einem besser ausgestatteten Set anfangen wollen oder auf der Suche nach einem bezahlbaren Zweitset sind.

Im Preisfeld knapp über und unter 1000 Euro ist die Konkurrenz nicht gerade klein. Gesetzte Mitbewerber wie das Tama Silverstar oder das günstigere Pearl Decade Maple treten mit ähnlicher Ausstattung auf den Plan. Wie sich das AQ1 schlägt und vor allem anhört, erfahrt ihr hier.

Details

Im Vergleich zum großen Bruder AQ2, der mit Maple-Kesseln, diversen Finish-Optionen und einer reichhaltigen Auswahl an Kesselgrößen erhältlich ist, gibt sich das AQ1 spartanisch. Nur zwei klassische Finishes (Piano White und Piano Black) und zwei Kesselkonfigurationen (Standard und Studio) stehen zur Auswahl. Bei beiden fünfteiligen Kesselsätzen ist ein komplettes Hardware-Paket mit dabei. Wir haben zum Test die Studio-Konfiguration in Piano White bekommen. Sie besteht aus einer 20“ x 16“ Bass Drum, einer 14“ x 6“ großen Snare, zwei Toms in den Größen 10“ x 7“ und 12“ x 8“, sowie einem 14“ x 13“ Floor Tom.

Die Bass Drum und das Floor Tom müssen vor dem Spielspaß noch befellt werden. Eine gute Gelegenheit, um einen etwas schärferen Blick unter die Haube zu riskieren. Alle Kessel sind sehr ansprechend und makellos bis an den Rand der Gratungen in einem weißen Hochglanz-Finish lackiert. Auch die Spannreifen der Bassdrum sind rundherum Ton in Ton lackiert. Die Kessel des AQ1 sind aus Birkenholz gefertigt. Wie bei Sonor üblich, verlaufen die Gratungen, hinter einem minimalen Gegenschnitt, sehr weit außen. Als Felle sind chinesische Remo UT Ausführungen im Paket. Die Bass Drum hat beidseitig vorgedämpfte Schlag- und Resonanzfelle, die Toms haben klare Resonanzfelle und auf der Oberseite vorgedämpfte, zweilagige Pinstripe-Varianten aufgezogen, was auf ein einfaches Handling schließen lässt. Die Snare ist klassisch mit einem einlagigen Coated-Fell bestückt, auf der Unterseite raschelt ein 16-spiraliger Snare-Teppich simpelster Machart, der von einer verchromten Snare-Abhebung bewegt wird, wie man sie bereits aus den Force Serien kennt.

Auch die Beine der Bass Drum sind alte Bekannte. Sie können zum Transport einfach an den Kessel geklappt werden, für besseren Halt auf dem Teppich sind Dornen herausdrehbar. Zwei Memory Locks speichern und sichern die gewünschte Einstellung des Winkels. Ebenfalls überarbeitet wurde der neue Doppel-Tomhalter, der beim AQ1 dabei ist. Anstelle von zwei separaten Haltern, die in einem T-Stück auf der Bass Drum unabhängig in der Höhe justiert werden können, besteht der neue Tom-Halter aus einem Stück. Beide Tom-Arme sind jetzt auf einer Ebene angesiedelt, was ihn etwas kompakter und schnittiger aussehen lässt. Die L-förmigen Winkel können aber wie gehabt in beiden Richtungen in den Kugelgelenken befestigt werden, was eine Menge an Optionen ergibt. Da beide Toms relativ kurz sind (sieben und acht Zoll), gerät man auch nicht so schnell in Verlegenheit, den Bassdrum-Kessel mit den Spannreifen der Toms zu touchieren. Was ich mir aber gewünscht hätte, wären zwei Memory-Klammern an den Tom-Armen, um die einmal gefundenen Einstellungen zu sichern. Die beiden kleinen Toms haben den neuen, gummiunterlegten Smart Mount, der nicht nur für freie Klangentfaltung sorgen soll, sondern obendrein auch mehr Platz für das Finish der Trommel lässt.

Die AQ1 Hardware kommt aus der 2000er Serie

Das Rätsel, warum die beiden AQ1 Kartons so gewichtsintensiv sind, erschließt sich mir beim Auspacken, denn zwischen und unter den Trommeln schlummert noch ein fünfteiliger, doppelstrebiger Hardware-Satz, bestehend aus zwei Galgenbeckenständern, einer Hi-Hat Maschine, einem Snare-Ständer und einem Fußpedal. Die Hardware macht einen robusten und verlässlichen Eindruck. Im Vergleich zu den kürzlich getesteten Stativen der 4000er Serie sind die 2000er Stative etwas zierlicher im Rohrdurchmesser und entsprechen dem Standard der Preisklasse mit den üblichen kleinen Einschränkungen: Das SP 2000 Pedal hat eine Einzelkette und muss etwas fummelig unter der Trittplatte am Spannreifen befestigt werden, der Beater-Winkel und die Veränderung der Federspannung sind die verfügbaren Optionen, die sich ohne viel Aufwand verstellen lassen. Die HH 2000 Hi-Hat Maschine hat zwar drehbare Beine und einen Dorn zur Sicherung vor Verrutschen auf dem Teppich, allerdings hat sie keine Justiermöglichkeit der Federspannung an Bord. Löblich ist allerdings die Aussparung im Gewinde zur Schonung des Top-Beckens. Sehr praktisch ist der stufenlose Neigungswinkel des Snare-Korbs sowie die versenkbaren Arme der Beckenständer. Wie sich das Set im Spieltest bewährt, erfahrt ihr jetzt.

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