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Test
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04.05.2017

Solid State Logic Alpha-Link Madi SX Test

AD/DA-Wandler auf MADI-Basis

AX vs. SX vs. Live-R: das SSL MADI-Dreigespann

Solid State Logic, kurz SSL, muss keinem Tonschaffenden vorgestellt werden. Die Firma aus Oxford, England, ist vor allem für ihre hochwertigen Mischpulte und „Consoles“ berühmt, über die in den 80er Jahren so gut wie jeder Hit gemixt wurde. Seitdem ist viel Zeit vergangen und SSL hat sich auch nach unten orientiert. Neben den großen Konsolen gibt es heutzutage allerlei andere Studio-Peripherie, angefangen bei Lunchbox EQs, dem SSL Bus-Kompressor G Comp im 19-Zoll Gewand, über den Motorfader-Controller wie dem Nucleus bis hin zu fetten Analog-Summierern wie dem Sigma.

Aber auch Wandler sind im Angebot, welche sich im Gegensatz zu manch anderen Gerätschaften (X-Patch) seit Jahren im Portfolio halten. Zeit, zu prüfen, ob die SSL Alpha-Link Serie (MADI AX, MADI SX und Live-R) noch immer relevant ist!

Details

Alpha-Link-Serie

Der SSL X-Logic Alpha Link MADI SX gehört zu einer Serie von drei MADI-Wandlern, welche sich grundsätzlich sehr ähneln. Es handelt sich hierbei um keine Audiointerfaces im eigentlichem Sinne, sondern um reine AD/DA-Wandler auf MADI-Basis, einem digitalen Übertragungsformat, das bis zu 64 Kanäle bei 48 kHz unterstützt. Um also aufnehmen zu können, braucht es noch ein separates Audiointerface mit MADI-Schnittstellen, wie es sie beispielsweise von RME gibt (MADIface XT, MADIface USB und RME UFX+).

24 analoge Kanäle und 24 digitale Kanäle

Eine Gemeinsamkeit aller drei Varianten (AX, SX und Live-R) sind die 24 analogen Line-Level Ein- und Ausgänge, anliegend über sechs Sub-D-25 Buchsen. Der MADI AX verfügt zusätzlich über 24 Kanäle ADAT, also drei optische ADAT I/Os. Der MADI SX bietet stattdessen 24 Kanäle (12 Stereo-Paare) AES/EBU, vorliegend als drei Sub-D-25 Buchsen. Ansonsten sind sich beide gleich. Kurz: AX mit ADAT; SX mit AES/EBU.

Beide arbeiten dabei mit Auflösungen von bis zu 24 Bit und 96 kHz, wobei sich die MADI-Kanäle dann entsprechend halbieren (S/MUX2). Alle analogen Ein- und Ausgänge können somit dennoch gleichzeitig genutzt werden und werden mit den verbleibenden, digitalen quasi auf einer MADI-Leitung zusammengefasst (56 bzw. 64 Kanäle). Simple as that.

MADI-Doppel mit Live-R

Der Live-R ist eine „Spezial-Variante“ des SX und kann auch mit Samplerates von bis zu 192 kHz umgehen. Außerdem verfügt er aus Live-üblichen „Redundanzgründen“ über zwei MADI I/Os sowie die Möglichkeit, auch S/MUX4 zu nutzen. Hinzu kommen drei Remote-Eingänge via Ethernet und eine USB-Buchse für Firmware Updates.

Alle drei SSL Alpha Links verfügen über einen Wordclock I/O auf BNC-Basis, wobei an dem Input auch Video-Clocks angelegt werden können. Der MADI AX und MADI SX verfügen ferner über ein MIDI-Duo und einen Expansion-Port für SSLs proprietäre MADI-Lösungen. 

Ebenfalls interessant in dem Zusammenhang: Der SSL XLogic Delta Link, ein Interface das zwei MADI-Ströme für Pro Tools HD via zwei Primary Port Interfaces, je 32 Kanäle, zur Verfügung stellt. Es gibt aber auch eine PCI-Karte, wobei ich diese in der Praxis nie im Einsatz gesehen habe. Die meisten Nutzer verwenden schlicht und ergreifend RME.

Simple, cleane Front

Die Front der schlichten 2-HE Kisten ist genauso simpel aufgebaut, wie die Rückseite übersichtlich bestückt ist. Dank des üppigen Gehäuses und einem minimalen Innenleben wiegt die Kiste mit rund 6 kg auch relativ wenig und benötigt nicht unbedingt freie HEs für die Luftzirkulation. Die Temperaturentwicklung hält sich ohnehin sehr in Grenzen.

Auf der Front finden wir links außen den Hauptschalter sowie einen Kopfhörerausgang. Einen Regler findet man hier nicht. Er ist fix auf die analogen Kanäle 23/24 geroutet und muss digital geregelt werden. Somit ist er eher zum Testen der Verkabelung als zum tatsächlichen Hören gedacht.

Einige Routing-Optionen

Anschließend findet sich die Routing-Sektion mit Input- und Output-Tastern, was anfangs durchaus kryptisch erscheinen mag, weil man zur Bedienung teilweise zwei Taster gleichzeitig drücken muss. Es können verschiedene, grobe Routings vorgenommen werden, um beispielsweise auch die analogen Eingänge an MADI und AES auszugeben oder um MADI einfach nur durchzuschleifen. Ein Mixen von Kanälen oder dergleichen ist mit dem Gerät selbst nicht möglich.

Mit dem Sample-Rate-Taster kann wiederum die interne Sample-Rate gewählt werden, die sich dort anschließende Clock-Taste bestimmt die Sync-Referenz (AES, INT, EXT).

Rechts außen finden wir 24 LEDs, welche grün, orange und rot leuchten und die analogen Pegel visualisieren. Je nachdem, ob man mit dem Meters-Taster „AD“ oder „DA“ gewählt hat, zeigen sie die Eingänge ODER die Ausgänge an. Beides geht jedoch nicht.

Ferner können über die LEDs und eine „versteckte“ Boot-Sequenz viele, weitere Features definiert werden (Prioritäten, 56 vs 64 Kanal-Mode, 48- oder 96-kHz Framing, etc.). Das ist alles recht kryptisch - aber einmal am Anfang eingestellt, kann man es danach auch wieder vergessen. Im Folgenden ein Auszug aus dem Manual. Und das war es!

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