Hersteller_Softube
Test
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08.05.2014

Praxis

Die Installation der Software ging ohne Probleme vonstatten, und auch die Einrichtung mit dem, ich nenn es mal, „Transfer-PlugIn“ verlief ohne Probleme. Dazu hab ich übrigens kein Handbuch gebraucht. Hierbei nochmal der Hinweis, dass man dieses PlugIn auf jeden Kanal in einer DAW-Session insertieren sollte, um auch Funktionen wie Solo und Mute einwandfrei nutzen zu können und unbekümmert zwischen allen Spuren wechseln zu können. Hält man sich daran, muss man zumindest beim Mixing-Prozess wirklich keine Maus mehr in die Hand nehmen, auch weil das PlugIn bereits jetzt so umfangreich ausgestattet ist, dass man weitestgehend, ja sogar komplett auf andere PlugIns verzichten könnte, wenn man sich denn nur etwas diszipliniert. Gut, ein Limiter fehlt, aber Console 1 befindet sich auch noch am Anfang seines Produktlebens-Zyklus. Anders gesprochen: Die grobe Arbeit an einem Rough-Mix - welcher so schnell wie möglich stehen sollte, um Übermüdungen vorzubeugen und um den Vibe zu erhalten - lässt sich mit Console 1 nach nur einer kleinen Eingewöhnungszeit extrem verkürzen.

Denn, mit den direkten Anwahl-Tastern für die Spuren 1-20 ist man äußerst schnell zwischen den Spuren unterwegs, wobei diese natürlich auch Bänke-weise á 20 Kanäle umgeschaltet werden können. Dies wird zwar irgendwann durchaus etwas unübersichtlich, wenn man die wichtigsten 20 Spuren aber immer nach links organisiert, ist man dennoch genügend übersichtlich aufgestellt, auch weil man die Pegel dieser Spuren im unteren Teil des PlugIns visualisiert bekommt. Und hier mal eine ganz einfache, grundlegende Demonstration.

Die Klangqualität der einzelnen Teilprozessoren konnte mich dabei auf ganzer Linie überzeugen, zumal man sich mit dem Zukauf weiterer Softube-Produkte auch noch weitere Klangfarben in den Malkasten holen kann. Nichtsdestotrotz empfinde ich den Grundstock an SSL-Prozessoren bereits mehr als ausreichend und umfangreich, sodass bei mir nicht das Gefühl aufkam, es handele sich hierbei nur um einen Teaser. Deshalb hier noch ein paar Audiobeispiele, welche die Teilprozessoren in Action zeigen sollen.

Im Großen und Ganzen macht die junge Console 1 ihre Sache also mehr als gut, allerdings sind mir auch ein paar Kleinigkeiten während meiner doch recht ausgiebigen Testphase aufgefallen, derer man sich gern noch einmal annehmen darf, wobei ich davon ausgehe, dass Softube einige dieser Dinge sicherlich bald mit einem Update abstellen wird.

So gibt es beispielsweise keinen globalen Bypass, um alle Teilprozessoren in einer Spur aus dem Signal zu nehmen. Dies ist leider nur möglich, indem man das Transfer-PlugIn per Mausklick in der DAW deaktiviert, was ja allerdings nicht im Sinne des Erfinders sein kann, weil man dies eben nicht von der Console 1 Hardware aus realisieren kann. Weiterhin lässt sich das hübsche Hauptfenster von Console 1 nur mit dem Controller selbst und nicht mit der Maus bedienen, was hin und wieder doch etwas stört. Zwar gibt es einen kleinen Umweg über das Transfer-PlugIn, intuitiv ist aber anders, zumal es das Transfer-PlugIn alleine wiederum nicht zulässt, das eigentliche Bedienfenster für genau diese Spur nach vorne zu holen. Das sind aber nur kleinere Einschränkungen am Rande, die sich mit etwas Übung auch durchaus umgehen lassen.

Was mich momentan etwas mehr bremst bzw. stört, ist die Tatsache, dass man die Teilprozessoren immer erst einschalten muss, bevor man sie nutzen kann. Besser wäre es meiner Einschätzung nach gewesen, die Teilprozessoren automatisch zu aktivieren, sobald man sich an einem ihrer Parameter vergreift. Konkret: Dreh ich den Gain des ersten EQ-Bandes hoch, sollte sich der EQ-Prozessor „von alleine“ aktivieren. Witzigerweise verhält es sich bei dem Low-und High Cut genau so, obwohl diese mit im EQ-Fenster visualisiert werden. Man sollte aber auch das nicht über-dramatisieren, denn der Geschwindigkeitsvorteil dieser Hardware/Software-Kombination bleibt trotzdem konkurrenzlos. Mit nur etwas Übung geht das Bedienkonzept also schnell in Fleisch und Blut über, sodass man nach einer Weile nicht mal mehr zum Gerät selbst schauen muss, geschweige denn zum Bildschirm, um Spuren bearbeiten bzw. zwischen diesen wechseln zu können.

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