Test
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27.07.2021

Schlagwerk Havana Shaker Long und Short und Rim Shaker Test

Shaker

Grooves aus dem Humidor

Mit Neuigkeiten ist man im Hause Schlagwerk nicht gerade sparsam, und so erreichen unser Testlabor stetig neue Instrumente der Baden-Württembergischen Klangtüftler. Heute sind das die lange und kurze Version der Havana Shaker, deren Farb- und Formgebung offensichtlich von kubanischen Zigarrenhülsen inspiriert ist, sowie der neu entwickelte Rim Shaker, der erstmal so gar nicht an einen Shaker erinnert.

Während bei den Havana Shakern das Funktionsprinzip „mit Schwung vor und zurück bewegen“ eindeutig erkennbar ist, so bleibt beim ersten Betrachten des Rim Shakers doch die Frage, wie er denn bedient werden möchte. Schütteln ist ja nicht möglich, da er per Klett am Instrument fixiert wird und der Shakertubus starr an der Halteplatte hängt. Im Test erfahrt ihr zum Glück, wie und wo er sich kreativ einsetzen lässt.

Details & Praxis

Die Havana Shaker rascheln in Zigarrenhülsen aus Aluminium

Beginnen wir mit den Havana Shakern in der langen (SK17) und kurzen (SK12) Version. Beide bestehen aus einem Paar echter Aluminium-Zigarrenhülsen, die in Deutschland für den Export nach Kuba hergestellt werden. Die Namensgebung sowie die aufgedruckte Zollbanderole auf den auffällig orange/schwarz designten Hülsen sind also kein Zufall. Zwei breite Gummibänder halten die beiden Tuben zusammen, wobei jeweils zwei kleinere Gummiringe als Distanzhalter fungieren. Womit genau die Shaker befüllt sind, lässt sich nicht in Erfahrung bringen. In der langen Version ist die Füllung jedoch etwas gröber als in der Kurzversion. Das kurze Zigarrenhülsenduo kommt auf die Abmessungen von etwa 2,5 x 5 x 12 cm und wiegt nur etwa 52 Gramm. Beim langen Havana Shaker sind es circa 85 Gramm und 17 cm Länge. Zusätzlich zu den beiden Havana Shakern hat Schlagwerk uns auch ein Paar separat erhältliche Gummibänder (SKBAND) mitgeschickt, mit denen sich zwei Paare Havana Shaker zu Viererpaketen schnüren lassen.

Der Rim Shaker lässt sich an Percussioninstrumenten aller Art befestigen

Ganz in Schwarz gehalten und somit viel unauffälliger als die Havana Shaker ist der Rim Shaker, der aus einem flexiblen Gummisockel und einer darin steckenden quadratischen Shakerröhre aus Kunststoff besteht. Am Sockel ist ein Klettstreifen angebracht, mit dem der Rim Shaker an einem beliebigen Instrument mit rechtwinkliger Kante und Flauschband-Pendant angebracht werden kann. Dabei ragt dann die Shakerröhre über die Spielfläche und kann angetippt werden. Ein Fleecepuffer am Ende verhindert groben Kontakt mit der Oberfläche und ein auf der Röhre verschiebbarer Gummiring ermöglicht es, den Klang zu beeinflussen. An zwei gegenüberliegenden Kanten ist die Shakerröhre zudem geriffelt, was den Gummiring in seiner Position einrasten lässt.

Dass die Havana Shaker nicht nur gut aussehen, sondern sich auch sehr gut anfühlen, wird schnell klar, wenn man sie das erste Mal schüttelt. Da die Zigarrenhülsen sehr dünnwandig und leicht sind, liefert das Füllgut beim Shaken ein angenehmes Feedback und sorgt dadurch für gute Kontrolle und ein direktes Spielgefühl. Schnelle Figuren mit präzisen und artikulierten Akzenten sind die Paradedisziplin des langen Shakers, wohingegen sich der kurze mit seiner feineren Füllung nicht weniger agil verhält, aber deutlich sanfter und leiser klingt. Dadurch bietet er sich besonders für moderate Lautstärken an. Der lange Havana Shaker hingegen kann sich auch in mittellauten Umgebungen gut Gehör verschaffen. Wenn das noch nicht ausreicht, lassen sich anhand der separat erhältlichen Gummibänder auch zwei Shakerpaare miteinander verbinden, sodass die doppelte Shakerpower zur Verfügung steht. Bei der Huckepack-Kombination der beiden unterschiedlichen Havana Shaker ergibt sich dabei eine schöne Mischung des wärmeren und breiteren Sounds des kurzen und der schärferen Artikulation des langen, was sich vor allem in mehr Klangfülle äußert.

Doch hört am besten selbst:

Viel Klangfülle bietet die kleine Shakerröhre des Rim Shakers zwar nicht, dafür aber eine Menge Verwendungsmöglichkeiten. Für diesen Test klette ich ihn an ein Cajon und ein Cajon Comparsa. Am Cajon erweist es sich als schwierig, eine gute Position für den Rim Shaker zu finden: Am oberen Rand ist er bequem zu erreichen, verdeckt aber den Cajon-Spielbereich einer Hand. Weiter unten angebracht, ist die Spielfläche zwar frei, doch der Rim Shaker nicht ganz so gut zu erreichen. In beiden Positionen lassen sich aber schöne Grooves spielen. Je nachdem, mit wie viel Abstand die Shakerröhre über der Spielfläche angebracht wird, ergibt sich beim Anschlagen des Rim Shakers ein feiner Raschelsound, der gut hörbar, aber gleichzeitig unaufdringlich ist. Tiefer angebracht, trifft das Ende der Shakerröhre auch auf die Spielfläche – entweder mit dem Flauschband am Ende oder dem vorgeschobenen Gummiring, was zum Rascheln noch ein leichtes Klackgeräusch mit mehr (Gummiring) oder weniger (Flausch) Attack hinzufügt. Auf einem Cajon Comparsa, bei dem die Spielfläche kleiner ist und das wie Bongos zwischen die Beine geklemmt werden kann, findet sich für den Rim Shaker eine kompromisslose Position.

Hier kommt wieder was für die Ohren:

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