Test
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27.01.2019

Sabian XSR Monarch Crashes & Hi-Hat Test

Becken Serie

Sauberer Sound mit schmutzigen Becken

Trocken, kontrollierbar und mit schneller Ansprache, so wünschen sich viele moderne Drummer ihre Becken. Das Rezept, das die meisten Hersteller für die Umsetzung dieser Klangvorstellung verwenden, ist meistens auf den ersten Blick erkennbar. Die Becken sehen häufig dunkel und unbehandelt aus, beim kanadischen Hersteller Sabian heißt eine entsprechende Konzeptserie „Big&Ugly“ . Vor einigen Jahren vorgestellt, beinhaltete sie zunächst einige Ride-Becken im Format von mindestens 22 Zoll, deren verbindendes Merkmal ihre zumindest teilweise roh belassene, metallisch-schmutzig wirkende Oberfläche ist.

Genau die besitzen unsere heutigen Testbecken auch. Es handelt sich nämlich um die Erweiterung der bereits bestehenden XSR Monarch Serie, ihres Zeichens der Einstieg in die Big&Ugly Kollektion. Hinzu gekommen sind eine 15er Hi-Hat sowie ein 17 und ein 19 Zoll großes Crash-Becken.  

Das Entwicklungsziel der XSR Monarch Becken bestand darin, trockene und gut beherrschbare Sounds mit Retro-Einschlag anzubieten, die gleichzeitig in einem moderaten Preisbereich angesiedelt sind. Bei genauer Betrachtung fällt nämlich auf, dass das Angebot an Becken, die diese Kriterien erfüllen, bisher eher überschaubar ausfällt. Wenn man dann noch Sabian's Ankündigung erst nimmt, dass auch das kleinere der beiden neuen Crashes als vollwertiges Ride-Becken fungieren kann und die Hi-Hats fett und holzig klingen sollen, gibt es eigentlich kaum noch Gründe, auf die teuren Topmodelle zu sparen. Oder doch?

Details

Eher leicht, oben roh, unten abgedreht

Wie schon erwähnt, ist der Umfang der heutigen Testbecken überschaubar. Der kompakte Karton enthält nur eine Hi-Hat in 15 Zoll sowie zwei Crash-Becken in 17 und 19 Zoll, welche, wie alle XSR Modelle, aus der hochwertigen B20 Bronze der Sabian Topserien gefertigt werden. Aber Moment, die genaue Inspektion der Typenbezeichnungen ergibt gar keine Hinweise auf Namen wie Crash oder Ride. Im Gegensatz zu den Hi-Hats, die – wie bei Sabian üblich – nur als Hats bezeichnet werden, folgt man bei den  „Monarchen“ der gängigen Big&Ugly Namensgebung, nach welcher den Drummern der Einsatzzweck eines Beckens nicht mehr durch vorgegebene Bezeichnungen suggeriert wird. Formal ähneln sich alle Becken sehr. Sie besitzen relativ stark gewölbte Profile und kleine, klar konturierte Kuppen, was für sich genommen einen eher mittigen, aber obertonarmen Klang verspricht. Entgegen des ersten optischen Eindrucks sind die Testbecken beidseitig abgedreht. Ihr schmutziges Aussehen verdanken die XSR Monarchs also einer chemischen Behandlung der Oberseite nach dem Abdrehprozess. Die Unterseiten präsentieren sich im natürlichen Bronze-Look, nur die Kuppen weisen auch unten die rohe Färbung auf. Sehr dezent fällt die Hämmerung aller Modelle aus: Flache, runde Hammermale verteilen sich auf dem Profil der Becken, die Kuppen bleiben ausgespart. Anders als bei großen und tiefen Einschlägen, lässt diese Bearbeitungsform auf einen sauberen Ausklang schließen.   

Dünne Crashes mit kleinen Kuppen

Mit 1150 und 1475 Gramm liegen die Crashes im dünnen Bereich. Beim Betrachten der Proportionen beider Instrumente sticht die deutlich größere Kuppe des 19ers ins Auge, jene des 17ers ist dagegen auffallend kompakt. Wie oben schon erwähnt, handelt es sich laut Beschriftung weder um Crashes, noch um Rides, die Aufdrucke weisen sie schlicht als „XSR Monarch“ Modelle aus. Auch ein Sabian Logo auf der Oberseite sucht man vergebens, der Unkundige muss das Becken eben umdrehen. 

Sehr leicht fallen die Hats aus

Liegen die Crashes vom Gewicht her auf dem Niveau regulärer Thin Crashes, rangieren die XSR Monarch Hats noch etwas darunter. 990 Gramm beim Top und 1280 Gramm beim Bottom sind für eine 15er Hi-Hat aus westlicher Produktion schon ziemlich leicht. Zum Vergleich: Meine Paiste Twenty Light Hi-Hat derselben Größe bringt 1100 und 1540 Gramm auf die Waage. Eine weitere Besonderheit der XSRs fällt mir beim Inspizieren der Logos auf. Es fehlt nämlich der Hinweis darauf, welches Becken das Top und welches das Bottom ist. Auch hier möchte man dem mündigen Drummer offenbar selbst überlassen, wie herum die Becken bedient werden sollen. 

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