Hersteller_Roland DP_Digitalpiano DP_Kompakt DP_Bluetooth
Test
3
19.03.2019

Roland FP-10 Test

Digitalpiano

Weniger ist oft mehr!


Auch im Bereich der Digitalpiano-Einsteigerklasse gelten Maßgaben, die ein gutes Digitalpiano beschreiben: Klang, Tastatur und Bedienung müssen einfach stimmen. Neben diesen Basics sollten natürlich auch das äußere Erscheinungsbild und die Handhabung gelungen sein, denn der potenzielle Käufer entscheidet am Ende oft aus dem Bauch heraus. Der (erste) Gesamteindruck ist immens wichtig. Wer als Hersteller mit guten Ausstattungsmerkmalen vorangeht, der gewinnt die Gunst des Käufers. Mit dem neuen FP-10 stellt Roland den jüngsten Zuwachs der FP-Serie vor, und zeigt hier deutlich, dass es für ein gutes Digitalpiano eigentlich nicht viel braucht.  

Wie Roland bereits während der NAMM 2019 angekündigte, erscheint mit dem FP-10 nun das neue Einsteigermodell der FP-Serie, zu welcher bisher auch das FP-30, das FP-60 sowie auch das große FP-90 gehören. „Weniger ist mehr“ könnte das Motto für unseren Testkandidaten lauten, denn tatsächlich macht das FP-10 einen minimalistischen Eindruck. Kein Wunder, dass es deshalb auch für ein Digitalpiano so leicht ist: Gerade einmal 12 kg wiegt das Digitalpiano mit integrierten Lautsprechern. 15 Klänge sowie ein Metronom reichen dem kompakten Instrument vollkommen aus. Wer ein günstiges Digitalpiano sucht, der wird sich über den geforderten Straßenpreis freuen. Schauen wir uns das FP-10 etwas genauer an.

Details

Erster Eindruck

Kaum zu glauben, dass es in der FP-Serie ein neues Einsteigermodell gibt, denn mit dem FP-30 hat Roland bereits ein sehr günstiges Modell in der Produktpalette. Das FP-10 ist dem FP-30 in vielen Punkten recht ähnlich, es wurde aber in puncto Bedienoberfläche noch stärker rationalisiert. Könnte es sich hier also um eine Art fliegenden Wechsel handeln, mit dem Roland das FP-30 früher oder später durch das FP-10 ersetzen wird?

Natürlich ist das nur Spekulation - beginnen wir deshalb an dieser Stelle mit dem Auspacken des Pianos. Tatsächlich ist das FP-10 ein minimalistisches Digitalpiano, zu dem auch eine aufsteckbare Notenablage, ein günstiges Haltepedal und ein Netzteil gehören. Optisch zeigt es sich nach dem Auspacken von seiner unauffälligen, schlichten Seite. In seinem vollständig aus Kunststoff gefertigten Gehäuse macht es einen robusten Eindruck und ich bin mir sicher, dass es auch einige Transporte ohne große Kratzer überleben wird.


Ähnlich wie das bereits kürzlich getestete Casio CDP-S100 Digitalpiano ist auch das FP-10 in seinen Abmessungen äußerst platzsparend. Auf der Oberseite besteht das Piano fast nur aus der Tastatur und einem kompakten Panel, auf dem sich vier Bedienelemente befinden. Mit einer Tiefe von 25,8 cm nimmt es recht wenig Platz in Anspruch. Die etwas abgerundeten Kanten geben dem sonst eher funktionalen Design einen leicht modernen Touch. Von vorne betrachtet, wirkt das FP-10 allerdings etwas klobig, denn aufgrund der verbauten PHA-4-Standardtastatur ist das Gehäuse etwas höher als bei manch anderen Digitalpianos. Wer Wert auf Optik legt, der könnte das FP-10 optional mit dem erhältlichen Unterbau KSCFP10 für knappe 90 Euro aufwerten.


Bedienung

Das Bedienkonzept des FP-10 ähnelt dem vieler Einsteiger-Pianos, die mit nur wenigen Tasten auf der Oberfläche auskommen. Neben wesentlichen Funktionen wie z. B. dem Einschalten, oder der Regelung der Lautstärke, bietet der rechte Taster mit seinem „Function“-Aufdruck einen Hinweis darauf, was sich hier per Doppelfunktion noch einstellen lässt. In Kombination mit diversen Tasten auf der Tastatur aktiviert man so beispielsweise die 15 verschiedenen Sounds, das Metronom und auch weitere versteckte Funktionen.

Wie aus dem Handbuch hervorgeht, können u. a. die Stimmung, Transposition, Hall sowie das automatische Abschalten des Pianos eingestellt werden. Schade allerdings, dass man einige der Funktionen erst mithilfe des Handbuchs findet, denn nur die wichtigen Einstellungen sind oberhalb der Tastatur aufgedruckt. Aus Gründen des Designs ist das wiederum nachvollziehbar: Das Piano würde sonst weitaus mehr Aufdrucke besitzen und dadurch weniger schick aussehen.


Anschlüsse

Auf der Rückseite des FP-10 befinden sich die Anschlüsse des Digitalpianos. Hier finden wir eine Buchse für das mitgelieferte Haltepedal, einen Kopfhörerausgang im Mini-Klinkenformat sowie zwei USB-Buchsen. Letztere dienen sowohl zum Anschluss des Pianos an einen Computer, sowie zum Aufstecken eines Speichermediums. Links außen finden wir außerdem die Buchse zur Stromversorgung, denn das FP-10 wird über das mitgelieferte, externe Netzteil betrieben.


Klangerzeugung

Die ‚Supernatural‘ Klangerzeugung aus dem FP-10 kennen wir bereits aus den anderen Modellen der FP-Serie. Dabei soll die Supernatural-Synthese die Nachteile herkömmlicher samplebasierter Technologien ausmerzen: Die störenden Artefakte zu geringer Velocity-Stufen oder das Loopen im Ausklang der Samples soll hier beispielsweise nicht vorkommen. Roland gehört jedenfalls seit Langem zu den klanglich hochwertigen Digitalpiano-Herstellern, und das wird beim FP-10 sicherlich auch so bleiben. Neben 15 integrierten Klängen bietet das Piano eine 96-stimmige Polyphonie, mit der das Instrument sehr gut ausgestattet ist.

Tastatur

PHA-4-Standard heißt die im FP-10 verbaute Tastatur. Tatsächlich gibt es die PHA-Tastaturen schon eine Weile und sie sind uns in vielen Roland-Pianos begegnet. Dabei unterscheidet man drei Versionen, zu denen neben der PHA-4-Standard auch die PHA-4-Premium und PHA-4-Concert gehören. Allen Tastaturen ist eine hochwertige Verarbeitung und ein realistisches Spielgefühl gemein. Schon bei der PHA-4-Standardausführungl haben wir es mit einer Tastatur mit 3-fach-Sensor und Druckpunkt zu tun.

Das ist für ein Piano dieser Preisklasse eine Seltenheit und verdient eine besondere Erwähnung! Nicht minder erwähnenswert ist die leicht angeraute Oberfläche der weißen Tasten - sie sind sozusagen haptisch einer echten Holztatstatur nachempfunden worden und verleihen dem Spieler einen guten Halt. Die schwarzen Tasten hingegen besitzen leider keine Holz-Haptik und sind glatt. Insgesamt haben wir es hier mit einer sehr guten und realistischen Tastatur zu tun - mehr dazu dann im Praxisteil!


Lautsprecher

Die beiden Lautsprecher des FP-10 sitzen auf der Unterseite des Gehäuses und sind mit einer Leistung von 2 x 6 Watt ausgestattet. Im täglichen Gebrauch reichen diese Lautsprecher vollkommen aus, denn sie produzieren einen recht guten Klang, der trotz der Abstrahlung nach unten sehr klar und deutlich ist. Aufgrund der geringen Größe der Lautsprecher kommen die Bässe zwar etwas zu kurz, aber das ist bei den kompakten Digitalpianos in dieser Preisklasse keine Seltenheit. Sobald ein Kopfhörer eingesteckt wird, schalten sich die Lautsprecher ab - über eine Tastenkombination lässt sich das alternativ auch abschalten, dann arbeiten die Lautsprecher auch bei angeschlossenem Kopfhörer.

Bluetooth und Piano Partner 2 App

Das FP-10 verfügt über eine Bluetooth-Schnittstelle, die nicht nur MIDI-Daten kabellos überträgt, sondern auch die Verbindung mit der kostenlosen „Roland Piano Partner 2“- App ermöglicht. Die App ist glücklicherweise sowohl für Smartphones und Tablets verfügbar (Android und iOS) und erweitert den Funktionsumfang des Digitalpianos um einige schöne Features. Dazu zählt vor allem die grafisch ansprechende Bedienung des Pianos: Man erspart sich beispielsweise das Benutzen der Function-Taste in Kombination mit der Tastatur. 


Außerdem findet man einige Möglichkeiten, sein Spiel zu trainieren, Stücke zu lernen oder eigene Ideen aufzunehmen. Besonders überrascht war ich darüber, dass es hier noch weitere Sounds gibt, die man allerdings nur über die App aufrufen kann: Weitere E-Pianos, Instrumente und Synth-Sounds sind offenbar an Bord des FP-10, lassen sich aber lediglich per App aufrufen. Auch das Splitten zweier Sounds auf der Tastatur lässt sich via App vornehmen. Über das Piano selbst können nämlich nur zwei Klänge gelayert, sprich, übereinandergelegt werden. Interessant, was sich hier alles findet!


1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare