Recording
Test
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22.01.2021

RND MBC Test

Rupert Neve Designs Master Buss Converter

Der Dual-Path Converter/Limiter von Master Neve himself!


Der Master Buss Converter (MBC) ist ein A/D-Wandler, Limiter und Saturator. Er stammt vom Altmeister Rupert Neve selbst und damit aus dem amerikanischen Hause Rupert Neve Designs (RND). RND ist nicht zu verwechseln mit der britischen Firma AMS Neve, die auch den legendären Namen nutzt, aber eher wenig Innovationen zeigt und sich vermehrt dem Erwärmen alter Aufgüsse widmet.

RND hingegen ist modern, auch klanglich. So dick wie früher trägt Rupert heute nicht mehr auf – der edle Touch der Silk-Schaltungen mit Übertrager und TLA ist en vogue. Hybride Arbeitsweisen benötigten ohnehin Gerätekombinationen, mit denen vieles in einem Aufwasch erledigt werden kann, fernab von riesigen Konsolen und Räumen goldener Zeiten, aber mit ähnlich hochwertiger Haptik. 

Man denke beispielsweise an das Centerpiece oder den Master Buss Processor, der Kompressor, Limiter und Stereo-Field-Editor zusammenbrachte. Der MBC ist sieben Jahre später nun der erste dedizierte Wandler im Portfolio, wenn man vom dicken 8fach-Dante-Preamp RMP-8 D8 einmal absieht. Und man begibt sich gleich ins Mastering-Metier. Die Erwartungen sind hoch – auch angesichts der stolzen 4000-Euro-Marke, die der MBC knackt.

Details

Stereo-A/D-Wandler

Der Rupert Neve Designs Master Buss Converter ist ein Dual-Mono-A/D-Wandler mit analoger Class-A-Transistortechnik, zuschaltbarer Übertrager-/Drive-Schaltung und Limiter im 19“/1HE-Gewand. Mit seinen aktuellen AKM-Chips besitzt er die üblichen Auflösungen von bis zu 192 kHz/24 Bit und kann Pegel von -14 bis -20 dB FS relativ zu +4 dBU verdauen.

Analog geht man mit zwei XLR-/TRS-Combobuchsen in die diskreten TLA-Line-Ins hinein und mit AES/EBU auf XLR sowie S/PDIF (optisch und koaxial) heraus. Alle Outs können gleichzeitig genutzt werden; Sync gibt es bei Bedarf via Wordclock-I/O, oder es wird die interne Clock benutzt. Einen analogen Ausgang oder einen DA-Wandler gibt es beim RND Master Buss Converter nicht.

VCA-Limiter

In den meisten Fällen möchte man seine A/Ds nicht überfahren, da digitale Verzerrungen bekanntlich gruselig klingen. Was liegt damit näher, als den Limiter vor die Wandler zu spannen? Eben. Eine solche Kombination ist natürlich nicht neu – man denke an den guten alten TC Finalizer – beim RND MBC ist das Gesamtpaket aber zu 100 Prozent analog.  

Der Line-Amp des VCAs allein liefert bis zu 20 dB Gain, sicherlich mehr als zur Aufholverstärkung nötig wären. Die meisten Bedienelemente sind doppelt vorhanden, alle Potis wiederum fein gerastert. Dual-Mono, Stereo-Link und Stereo-Unlink – alles geht, wenn auch etwas unkonventionell in der Bedienung.

Die musikalisch-transparente Arbeitsweise spannt bei dezenten Einstellungen ein äußerst unauffälliges Sicherheitsnetz gegen böse Peaks, lässt aber auch drastische Loudness-Erhöhungen auf „Plug-in-Niveau“ zu.

Das Gain arbeitet in den Limiter-Threshold, der sich von -14 dBFS zu 0 dBFS sowie „over“ anpassen lässt. So kann der Limiter aktiviert werden, ohne tatsächlich zu limiten. Dreht man den Threshold nun behutsam runter, kann man dezent ins Limiting fahren ohne Sprünge zu befürchten. Die Attackzeit ist fix bei 500 μs, das Release zwischen 50 ms und 1 s anpassbar.

Ebenfalls hilfreich sind die beiden Sidechain-Filter mit 12 dB/Oktave. Ihr Arbeitsbereich umfasst 20 bis 250 Hz und bewahrt den Limiter vor Pumpen und Pressen.

Analoge Silk-Saturation

Zwischen dem VCA-Limiter und dem AKM-Wandler kann außerdem ein Übertrager insertiert werden, aber nur für beide Kanäle gleichzeitig. Gleiches gilt für das Silk-Feature des RND MBC, das die Geschmäcker Red und Blue kennt. Red gibt dem Trafo mehr Biss in den Höhen, Blue im Bass. Der Effekt lässt sich zusätzlich fein mit einem Poti regulieren.

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