Gitarre
Test
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15.10.2019

Praxis

Sound

Im Gegensatz zum Image der kanadischen Ampschmiede hat man es beim D20 nicht mit einem High-Gain-Monster, sondern mit einem eher klassischen Zeitgenossen zu tun. Was seine Gainreserven angeht, kommt man selbst bei voll aufgerissenem Amp nie über eine AC/DC- oder Blackmoore-Verzerrung hinaus. Egal, wie weit man den Amp auch aufreißt, sein Sound ist nie künstlich oder plattkomprimiert. Was die Brachialität angeht, bringt der Amp im Gegensatz zu klassischen Röhrenboliden einen entschärften Bassbereich unterhalb von 100 Hertz. Aber keine Angst, das ist genau der Bereich, den Tontechniker live und im Studio mithilfe eines High-Pass-Filters ohnehin gerne abschwächen. Schönfärberei ist dem Amp übrigens ein Fremdwort und spielerische Unzulänglichkeiten werden gnadenlos aufgedeckt. Die eingebaute Two Notes Reactive Load ist ein ziemlicher Knaller und bietet wirklich erstklassige Speakersimulationen, die einem das Leben live und im Studio auf vielfältige Art und Weise vereinfachen. Die schier unendlichen Möglichkeiten, die sich hier auftun, bekommt man sonst nur in extrem gut bestückten Tonstudios geboten.

Im Rahmen dieses Tests hört ihr bei jeder Einstellung des Amps neben meiner Marshallbox samt SM57 und U87 Mikrofonabnahme noch drei der ab Werk integrierten Boxenmodelle der Two Notes Reactive Load:

  • REVV 4x12 Closed Back V1 - Shure SM57/Royer R121
  • REVV 2x12 Closed Back V1 - Sennheiser MD421 /Royer R121
  • REV 1x12 ET90 - Sennheiser MD421 /Royer R121

Hier eine cleane Einstellung mit dem Gainregler auf 10 Uhr. 

Bei den Soundbeispielen habe ich die Klangregelung folgendermaßen eingestellt: Treble und Bass auf 14 und die Mitten auf 11 Uhr. Für meinen Geschmack klingt der Amp in dieser Einstellung ausgeglichen. Man kann den Frequenzgang bei Bedarf noch leicht korrigieren, aber komplett verbiegen kann man ihn nicht. Der Grundsound des Amps ist also klar vorgegeben. Wenn man den Gainregler auf 14 Uhr stellt, erhält man einen griffigen und leicht rotzigen Sound, der sich bestens als Grundlage für ein klassisches Pedalsetup mit Tube Screamer oder einem gut abgehangenen Fuzzpedal eignet. 

Zieht man den Gainregler heraus, erhält der Sound noch einen deutlichen Schub und bringt schon in der 12-Uhr-Position des Gainreglers einen authentischen Crunchsound, der sich bestens für Country Rock und Blues eignet. 

Die 15-Uhr-Stellung des Gainreglers katapultiert den User problemlos in Classic-Rock-Gefilde. Je nach verwendeter Gitarre gelingen hier fette Deep-Purple- oder AC/DC-Riffs. Auch in dieser Einstellung bleibt der Amp noch dynamisch. 

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