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Test
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13.04.2014

Reloop Terminal Mix 4 Test

Vierkanal-Controller mit Serato DJ

Four to the floor!

Reloop Terminal Mix 4 im bonedo.de-Test: Willkommen am Terminal. Die Münsteraner Schmiede Reloop lädt erneut zum Take-off hinter dem DJ-Pult ein, denn mit ihrem aktuellen Update des Terminal Mix 4 bringt sie ihren bewährten Controller im Bundle mit Serato DJ auf den Markt.

Das Gerät kostet 499 Euro UVP und gelangt mit einer Vollversion (keine LE) der beliebten Neuseeländer DJ-Software in den Handel, die normalerweise allein schon 199 Euro verschlingt. Ein guter Deal? Wir werden es herausfinden. Preislich liegt die Konsole etwa auf gleicher Höhe mit dem Pioneer DDJ-SR und Native Instruments Traktor Kontrol S2, doch in Sachen Schubkraft, hier aus vier Kanälen und nicht nur zwei, ist sie den Mitbewerbern nominal schon einmal voraus. Ob sie diesen „Vorsprung“ im Bonedo-Test noch weiter ausbauen kann?

Details

Sich für den richtigen Controller zu entscheiden, unterliegt den unterschiedlichsten Kriterien, sei es Markenaffinität, verfügbares Budget oder fokussierte Einsatzmöglichkeiten. Eines ist dabei klar: Qualität hat ihren Preis, wobei man sicherlich bei manchen Firmen schon allein für deren Markennamen bezahlt. Reloop liefert nun schon seit mehreren Jahren qualitativ hochwertige Produkte im unteren bis mittleren Preissegment, mit denen sie auch (semi-) professionelle DJs zu überzeugen wissen. Doch ist der Terminal 4 Mix ein passender Begleiter auf dem dicht gedrängten Pilgerpfad vom Bedroom zur DJ-Kanzel? Das Rundum-Sorglos-Paket umfasst neben der Kommandozentrale ein USB-Kabel für die Verbindung mit dem Laptop, die Treiberinstallations-CD, eine Bedienungsanleitung, die Serial Card und ein Poster als plakative Gedankenstütze für die Ausstattungsmerkmale. Mehr bedarf es nicht, um das DJ-Cockpit in Fahrt zu bringen. Mit Maßen von 515 Millimetern in der Breite und 337 Millimetern Höhe, der robusten Boden-/Frontplatte aus Aluminium und dem einhergehenden Gewicht, wirkt die Konsole sehr hochwertig.

Mein Blick schwenkt nördlich über die Kante zum Backpanel, an dem mir das Terminal Mix 4 seine Connections innerhalb der DJ-Kanzel offenbart. Links reihen sich die Zugentlastung für das Kabel des optionalen, externen Netzteils sowie der erforderliche Anschluss mit dem dazugehörigen Schalter aneinander. Der Controller kann aber auch über die USB-Buchse des Laptops mit Spannung versorgt werden. Die Ausgänge zur Beschallung der Location oder heimischer Gefilde beschränken sich auf symmetrische 6,3-Millimeter-Klinkenbuchsen und Cinch-Outputs. Auf eine direkte XLR-Kopplung mit den Endstufen muss der Käufer leider verzichten, was allerdings bei Equipment dieser Preisklasse dem Standard entspricht und daher nicht negativ in die Gesamtwertung einfließt. An einen separat regelbaren Signalpfad für eine Monitoranlage wurde indes gedacht, obligatorisch mit dem Namen Booth und zwei weiteren Cinch-Buchsen versehen. Daneben befindet sich ein Schalter mit der Bezeichnung Shift-Lock, damit für die Funktionen des zweiten Layers nicht permanent die Shift-Taste gedrückt werden muss.

Stellen sich noch die Fragen, wie viele analoge Eingangsquellen der Controller zulässt und ob er auch einen stand-alone Mixer-Modus zu bieten hat? Nun, es gibt nur einen, zwischen Phono und Line umschaltbaren Stereo-Cinch-Input samt Erdungsschraube zum Anschluss eines Plattenspielers. Damit hat das Thema „eigenständiger Mixer-Betrieb“ erledigt. Doch auch diesen Punkt sollte man unter Berücksichtigung der Preiskategorie nicht zu stark werten. Drehe ich den Controller um 180 Grad, fallen mir am Frontpanel zunächst die leicht versenkten Regler auf, die nur auf Druck einen Zentimeter herausfahren. Gut, schließlich muss nicht an jedem Regler ständig geschraubt werden, zudem am Frontpanel hervorstehende Potis eventuell verbiegen oder gar abreißen könnten.

Die vordere Anschlusssektion beginnt links mit einer 6,3-Millimeter-Klinkenbuchse für das Mikrofon und den dazugehörigen Lautstärke- und Klangreglern. Möchte ich das Mikrofon beziehungsweise Inputsignal auf die Software oder den Master routen, erfolgt dies über zwei dedizierte Schalter. Auch die Lautstärke des zugespielten Signals stelle ich über einen frontalen Drehknopf ein, wobei eine Platzierung innerhalb der Bedienoberfläche und ein mögliches Routing auf einen der vier Kanäle in meinen Augen vorteilhafter gewesen wären. Jedoch erweisen sich die am Frontpanel platzierten, robusten Aluminium-Schieberegler für die Crossfader-Kanalzuweisung und die stufenlose Kurveneinstellung als praktisch und bewährt, was auch für die Positionierung der 6,3- und 3,5-Millimeter-Klinkensteckerbuchsen zum Anschließen des Kopfhörers und für dessen Klangregelung gilt. Lautstärke- und Cue-Mix-Regler sind dagegen auf der Bedienoberfläche platziert, um sie haptisch und optisch besser kontrollieren zu können.

Erfreulicherweise lassen die üppigen Maße des Terminals viel Platz für eine übersichtliche Anordnung der Komponenten. Das schwarz-rot-silberne Design der Bedienoberfläche wirkt sehr clean und etwas puristisch, aber gleichermaßen auch seriös. Persönlich bevorzuge ich dieses eher dezent angelegte Farbspiel, wobei für spontane und schnelle Aktivitäten in dunkler Umgebung eine markantere Abhebung der Bedienelemente nutzbringender wäre.

Die großzügig angelegte Mixereinheit definiert sich zunächst über einen sehr leichtgängigen 45 Millimeter kurzen, verschleißfreien Crossfader, der die Signale von vier 50 Millimeter langen Linefadern kreuzt. Dazwischen sitzt ein zweigliedriges LED-Meter. Alle Kanal-Schieberegler sind Faderstart-tauglich, sofern die Funktion aktiviert ist und es die Software unterstützt. Die Faderstart-Tasten beladen im Shift-Modus auch die Decks, was ich aufgrund einer fehlenden Bezeichnung an der Konsole nur der Bedienungsanleitung entnehmen konnte.

Die Vorauswahl der Titel und das Navigieren in der Library erfolgt ebenfalls vom Controller aus und zwar über den mittig platzierten, silbernen Drehknopf mit der Bezeichnung Trax und die vier Tasten Crates, Back, View und Prep. Ein separater Regler dient dem Zuspielen der Samples. Dieser und alle weiteren, leider etwas schwergängigen, dafür aber ungewöhnlich großen Drehknöpfe bieten genügend Platz und Grip für schnelle Interaktionen. Zudem rasten sie auf der 12-Uhr-Position ein, um auch im „Blindbetrieb“ korrekt zu kalibrieren. Konkret gliedert sich die 25-Regler-Matrix in einen Dreiband-Equalizer, einen Gain und ein Combo-Filter pro Kanal. Zwei weitere Regler, die optisch leider etwas untergehen, legen die Lautstärke des Ausgangssignals für Master und Booth fest.

Die links und rechts der Mixereinheit angeordneten Decks steuern über die Deck-Auswahlschalter entweder die Kanäle 1/3 (links) oder 2/4 (rechts). Zudem punkten sie durch ihre vier sehr robust wirkenden, aus Gummi bestehenden Funktionstasten. Ob Sync, Cup, Cue oder Play: die Transport-Pads parieren auf Anhieb und geben ein sehr angenehmes Feedback. Die darüber liegenden, sehr flachen XXL-Alu-Jogwheels überzeugen mich durch ihre Größe, Haptik und ihren Gleitwiderstand. Ebenfalls von beachtlicher Länge ist der Pitchfader, der mit seinen 100 Millimetern Regelweg hinreichend Spiel für subtile Tempoeinstellungen gemäß Pitch-Range-Taster bereithält. Die Tonhöhe bleibt dabei dank der obligatorischen Keylock-Taste unverändert. Jedoch gehen die Ausmaße der bisher aufgeführten Deck-Elemente auf Kosten der adhoc zu klein anmutenden Hot-Cue/Sample-Tasten. Tastengrößen ähnlich der Transportsektion wären hier wünschenswert. Auch in der Loop-Abteilung, die obendrein noch zwei Drehregler vorweist, setzt Reloop auf die kleinere Bauweise. Darüber residiert die silberfarben hervorgehobene Effekteinheit mit je vier Tasten und Reglern. Von der Ausstattung her wirkt der Terminal Mix 4 damit in der Summe recht vielversprechend. Und wie schlägt er sich im DJ-Alltag?

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