Gitarre Hersteller_PRS
Test
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06.04.2020

Praxis

Erster Eindruck

Auch wenn diese Semiakustik-Gitarre auf einen Center-Block verzichtet, klingt sie trocken gespielt zurückhaltender, als ich es erwartet hatte. Die Gitarre besitzt eine gute Saitenlage, könnte sich aber mit ihren 10er Saiten etwas leichtgängiger spielen - im ersten Moment fühlt sie sich etwas steif an. Bei der Abstimmung des Instruments ist für mein Empfinden also noch etwas Luft nach oben. Ansonsten hängt die PRS SE Hollowbody II mit ihren 2,8 kg aber angenehm leicht am Gurt und neigt auch nur minimal zur Kopflastigkeit.

Die PRS SE Hollowbody II am cleanen Amp

Es wird Zeit, die Gitarre am Amp zu hören. Mit einem PRS Sonzera 20 Combo, einem Vox AC15 Topteil und einem Marshall Mini Silver Jubilee Topteil stehen verschiedene Klangformer bereit, um das Instrument möglichst breit abzubilden. Alle Signale gehen an eine Universal Audio OX Box, die verschiedene Lautsprechertypen zur Verfügung stellt. Los gehts wie immer mit den Cleansounds, die der PRS Sonzera 20 zur Verfügung stellt. Im ersten Audiobeispiel gibt es anhand eines Akkord-Pickings zunächst eine Bestandsaufnahme der Pickups zu hören. Ich starte dabei mit dem Halstonabnehmer.

Die Gitarre besitzt einen für Humbucker geringeren Output, was auch an der niedrigen Einstellung der Pickups liegt. Das stellt aber in der Praxis kein wirkliches Problem dar, da man einfach nur das Gain am Verstärker ein wenig höher aufdrehen muss. Ansonsten klingen die Pickups im Clean-Channel schön warm und rund und passen gut zum Gitarrentyp. Für Spielweisen in Richtung Blues, Soul und Jazz ist dieses Instrument damit wie gemacht und tatsächlich gibt sie auch bei den anschließenden Aufnahmen ein überzeugendes Bild ab. Möchte man den Sound etwas quäkiger und dennoch rund und warm, macht die Kombination aus beiden Pickups einen tollen Job. Soll es mehr in Richtung Handschuhsound gehen, bietet sich der Halstonabnehmer mit ein wenig geschlossener Tonblende an. Hier kommen vier Praxisbeispiele, im letzten läuft die Gitarre über den Vox-Amp, der sich schon an der Schwelle zum Break-Up befindet.

Die PRS SE Hollowbody II am zerrenden Amp

Semiakustische E-Gitarre genießen den Ruf, recht flexibel zu sein, und sind daher nicht umsonst bei Spielern verschiedener Richtungen gleichermaßen beliebt. Wie sich zeigt, lässt sich die PRS SE Hollowbody II ebenfalls in verzerrten Gefilden einsetzen, auch wenn die Flexibilität hier ein wenig eingegrenzter ist. Dazu gleich mehr. Hier kommt zunächst eine Bestandsaufnahme der drei Pickups über den Marshall, der einen moderaten Overdrive-Sound erzeugt.

Ich gebe dem Amp noch ein wenig mehr Schub und spiele ein rockiges Powerchord-Riff zunächst auf dem Hals-Pickup und anschließend auf dem Steg-Pickup.

Durch die weiche und etwas gedeckte Auslegung der Tonabnehmer ist der Sound nicht so bissig wie bei manch anderem Modell. Klänge in Richtung Classic Rock lassen sich aber dennoch recht gut bewerkstelligen. Spätestens mit zunehmendem Gain könnte es dann aber doch ein wenig knackiger und definierter klingen, er wirkt insgesamt etwas schwammig. Hier kommen noch zwei abschließende Hörbeispiele.

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