Gitarre Hersteller_PRS
Test
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08.10.2017

PRS SE Floyd Custom 24 VS Ebony Test

E-Gitarre

Große kleine Schwester oder Ebony vs. Palisander

Die PRS SE Floyd Custom 24 VS E-Gitarre ist Teil einer Serie, die Paul Reed Smith in den 1990er Jahren etablierte und deren Instrumente durch Fertigung in Fernost zu verhältnismäßig attraktiven Preis angeboten werden. Trotzdem sind die Gitarren in Design und Ausstattung an ihre weitaus teureren Schwestern angelehnt.

Auch unser Testinstrument bezieht sich auf die PRS Floyd Custom 24 VS Ebony, einer Version, die im "Original" wohl zu den erfolgreichsten Modelle der Marke gehören dürfte. Die SE-Variante wird in Korea gefertigt und kommt mit allem, was eine PRS braucht, inklusive Floyd-Rose-Tremolo.

Details

Optik/Verarbeitung:

Bei der Fertigungsstätte in Korea handelt es sich übrigens um die World Musical Instrument Co Ltd. Werke, in denen unter anderem auch Schecter, Dean, B.C. Rich und weitere bekannte Marken ihre Instrumente fertigen lassen.

Die PRS SE Floyd Custom 24 steckt in einem hochwertigen, braunen Gigbag und wird sicher verpackt im Karton angeliefert. In der vorderen Gigbag-Tasche finden sich ein Klinkenkabel, eine Tremolofeder, ein Schlüssel zum Einstellen des Double- Action-Halsstabs sowie ein Inbusschlüssel für das Floyd-Rose-Tremolo.

Korpus:

Der Korpus der Custom 24 VS Ebony besteht wie bei der in den USA hergestellten großen Schwester aus Mahagoni samt aufgeleimter Ahorndecke. Letztere ist in Vintage-Sunburst eingefärbt und anschließend mit Klarlack versehen. Ein Natural Bindung verziert den Übergang von der Decke zum Korpus und zeigt, wie sorgfältig und akkurat gearbeitet wurde. Die aus zwei Teilen zusammengesetzte Decke besitzt eine attraktive Maserung, die aufgrund der Farbgebung sehr schön zur Geltung kommt.

Als Tonabnehmer wurden die beliebten 85/15 "S" in Zebra-Optik an Steg und Hals in Rähmchen eingeschraubt. Bei den Pickups handelt es sich um die Fernost-Version der Humbucker, die Paul Reed Smith für die PRS 30th Anniversary-Gitarren entwickelt hatte und die laut Hersteller mit einer besonderen Klarheit und erweiterten Höhen und Bässen aufwarten können. Ich bin gespannt, wie sich das im Praxisteil zeigen wird.Die Tonabnehmer lassen sich mit einem Dreiweg-Schalter anwählen und dank eines Push/ Pull-Tone-Reglers splitten. Ein Volume-Regler darf natürlich auch nicht fehlen, der für meinen Geschmack ergonomisch perfekt platziert wurde.

Eine weitere Besonderheit ist das Floyd-Rose-Tremolo, denn PRS verwendet auf seinen Gitarren sonst fast ausschließlich seine Eigenentwicklung, die an ein Vintage-Style-Tremolo angelehnt ist. Der Tremoloarm wird eingesteckt und mit einer Rändelschraube fixiert, der benötigte Inbusschlüssel zum Arretieren der Böckchen befindet sich wie bereits erwähnt ebenfalls im Lieferumfang.

Ein Blick auf die Rückseite der Custom 24 zeigt Ausfräsungen für Tremolo- und Elektrik, die beide mit schwarzen Kunststoffdeckeln verschlossen sind.

Hals:

Der Ahornhals ist mit dem Korpus verleimt und auch diese Arbeit wurde tadellos ausgeführt, Leimreste oder Lacknasen sucht man vergeblich. Die Floyd Custom 24 besitzt ein Ebenholz-Griffbrett anstelle des von PRS sonst üblicherweise verwendeten Palisanders. Aufgrund des Artenschutzabkommens CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora), das 2016 in Johannesburg beschlossen wurde und eine Reaktion auf jahrelangen Raubbau und illegalen Handel ist, haben sich viele Gitarrenhersteller dazu entschlossen, auf Palisandergriffbretter zu verzichten und alternative Hölzer zu verwenden. Beliebt ist beispielsweise Ahorn, auch geröstet, spezielle, meist auf Holz basierende Verbundstoffe und, wie bei unserer heutigen Testgitarre, Ebenholz. Allerdings steht Letzteres, sofern es aus Madagaskar stammt, ebenfalls unter Artenschutz.

Allerdings muss ich gestehen, das ich den klanglichen Unterschied zwischen Ebenholz und Palisander nicht wirklich ausmachen kann, denn da spielen meiner Meinung nach ganz andere Faktoren eine wesentlich gewichtigere Rolle. Aber das ist natürlich nur meine Meinung.

Wir haben übrigens ein paar Informationen zusammengestellt, die sich mit der Problematik befassen:

Das Griffbrett wurde mit 24 perfekt eingesetzten und vorbildlich bearbeiteten Medium-Jumbo-Bünden versehen, wobei die von PRS bekannten Birds-Griffbretteinlagen der Orientierung auf dem Griffbrett dienen.

Wer wie ich immer dachte, es handele sich bei den Inlays um einen einzigen Vogel, der verschiedene Flugmanöver vollführt, liegt leider falsch! Es handelt sich genauer gesagt um folgende Exemplare unserer gefiederten Freunde:

1. Wanderfalke
2. Kornweihe
3. Rubinkehlkolibri
4. Seeschwalbe
5. Rundschwanzsperber
6. Drachenvogel
7. Spatz
8. Sturmschwalbe
9. Falke
10. Kauz (bei den 24-Bund-Gitarren)

So viel aus dem Reich der Ornithologie.

Mit einer Mensur von 635 mm oder 25" liegt die PRS ziemlich genau zwischen Fender und Gibson und sollte Gitarristen aus beiden Lagern keinerlei Probleme bereiten. Nachdem die Saiten den perfekt gefeilten, 43 mm breiten Sattel und den Zugang zum Halsstab passiert haben, gehts in Limbo-Manier unter einem Saiten-Niederhalter hindurch auf das Niveau der Mechaniken, ebenfalls hauseigene Kreationen. Diese arbeiten wie gewohnt super präzise und lassen ein punktgenaues Stimmen zu.

An der Verarbeitung des 3662 Gramm schweren Instrumentes gibt es rein gar nichts zu bemängeln, weshalb wir uns jetzt dem vorgeglühten Amp zuwenden.

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