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Test
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10.05.2017

Presonus R65 und R80 Test

Nahfeldmonitore

Kleiner ist manchmal feiner

Presonus ist ein echter Gemischtwarenladen: Rund um das Projektstudio hat der Hersteller so gut wie alles auf Lager. Angefangen bei der DAW-Software Studio One und den passenden Audiointerfaces wie dem Presonus Studio 192 und der AudioBox iTwo, über Mischpulte wie das Studiolive AR16, Channelstrips wie den ADL-700 und Monitorcontroller wie die Monitor Station V2 – von allem ist etwas dabei. 

Nahfeldmonitore dürfen da natürlich nicht fehlen. Die Eris-Serie hatten wir bereits im Test. Unsere heutigen Testkandidaten versuchen mit Bändchenhochtönern noch einen draufzusetzen!

Details

Aktive Zwei-Wege-Boxen

Mit der R80 und R65 präsentiert Presonus zwei interessante, neue Nahfeldmonitore mit Bändchenhochtöner nach dem dem Air-Motion-Transformer-Prinzip (AMT). Es handelt sich dabei um recht identische aktive Zwei-Wege-Speaker, die sich nur in ihrer Gehäusegröße unterscheiden. 

Gehäuse, wechsle dich!

Das Bassreflex-Gehäuse besteht dabei aus schwarzen, Vinyl-folierten MDF-Platten und besitzt einen frontseitigen Bassport in Form eines Schlitzes. Als Schmankerl lässt sich das Frontbaffel austauschen und damit dem persönlichen Farbliebe anpassen. Ein blaues und schwarzes Baffel sind verfügbar und Teil des Lieferumfangs. Der Austausch geht fix, lediglich sechs Sechskant-Holzschrauben müssen gelöst werden. Andere Farben wären wünschenswert, Schwarz wird in den meisten Fällen aber präferiert und Blau ist nunmal die Presonus-Firmenfarbe.

Nur kleine Unterschiede

In der R80 kommt ein 8-Zoll-großer Woofer, in der R65 ein 6,5 Zoll großer Tieftontreiber zum Einsatz, beide aus verwebten Kevlar. Der 75mm-AMT-Hochtöner ist bei beiden Modellen identisch und zur besseren Schallankopplung in einen Waveguide gefasst. Dem von Adam Audio verwendeten X-Art-Hochtönern sieht das verdammt ähnlich. 

Wie in dieser Liga üblich, werden die Treiber aktiv getrennt. Die Frequenzweiche befindet sich also vor den Class-D-Endstufen, welche mit 100 Watt und 50 Watt bei beiden Modellen ebenfalls gleich kräftig zu Werke gehen. Die Trennfrequenz unterscheidet sich nur marginal von 2,7 kHz (R65) zu 2,6 kHz (R80), genau wie der Übertragungsverlauf und der maximale Pegel. 

 

Konkret spielt die größere Box, die R80, fünf Hertz tiefer und drei Dezibel lauter: 40 Hz bis 22 kHz (-3 dB) und 107 dB @ 1 m. Die R65 zum Vergleich: 45 Hz bis 22 kHz (-3dB) und 107 dB @ 1 m. Welche Verzerrung bei der Peak-Messung auftrat und ob im Paar gemessen wurde oder nicht, verschweigt einem das Handbuch jedoch. Ferner wiegt die R80 9 kg und die R65 6,65 kg. Die Gehäusegröße beträgt 379 x 241 x 309 mm zu 328 x 203 x 261 mm (HBT).

Anschluss- und anpassungsfreudig

Anschlussseitig unterscheiden sich die Boxen nicht. Sie verfügen sowohl über symmetrische XLR- und TRS-Anschlüsse als auch über unsymmetrische RCA-Buchsen. Der Gain wird mit einem flachen, linear regelnden Poti eingestellt, das sogar über eine gerastertete Unity-Position verfügt. Das integrierte Netzteil ist mit einer IEC-Kaltgerätebuchse und externer Netzsicherung versehen.

Reichlich Filter

Raumfilter sind für diese Preisklasse reichlich vorhanden: Neben den obligatorischen Bass- und Treble-Filter gibt es sogar einen Low-Cut. Das Bassfilter wird als „Acoustic Space“ bezeichnet und bietet ein Bass-Shelving unter 250 Hz für freie, wandnahe oder ecknahe Positionierungen, sprich 0, -1,5 dB, -3 dB und -6 dB. 

Das Treble-Filter dient der Gain-Anpassung des Bändchens und lässt relative Absenkungen von 0 dB, -1,5 dB und -4 dB sowie auch eine Anhebung von +1dB ab etwa 2 kHz zu. Außerdem gibt es einen Low-Cut, der sich aufgrund der angeführten Frequenzen besonders gut in Kombination mit einem Subwoofer macht. Fun-Fact: Mit dem Temblor T8 hat Presonus solch einem auch im Angebot. 60 Hz, 80 Hz und 100 Hz sowie „OFF“ stehen zur Verfügung.

Die Bedienung aller Filter erfolgt über kleine Taster, die zwischen den einzelnen Settings durchwechseln. Quittiert wird das Ganze von jeweils einer LED.

Gute Verarbeitung

Die Verarbeitung ist auf einen guten Niveau. Wenn man es jedoch ganz genau nimmt, muss man leichte Abweichungen bei den Spaltmaßen zwischen Baffel und Holzkörper feststellen. Das ist kein Beinbruch, in Anbetracht des etwas höheren Preises aber durchaus erwähnenswert.

Hidden Features

Neben den obligatorischen Schutzschaltungen gegen Überhitzung und Infraschall befindet sich auch eine Ausgangsstrombegrenzung und eine Einschaltverzögerung an Board. Letztere vermeidet das böse Knacken auf der Audioleitung, sollte das gesamte Studio mit nur einem Hauptschalter aktiviert werden – was man natürlich eigentlich nicht tun sollte!

Hinzu kommt ein Energiesparmodus, der für einen reduzierten Stromverbrauch im Standby-Betrieb sorgt. Um ihn zu aktivieren, muss man gleichzeitig die Acoustic-Space- und die HF-Driver-Taste für drei Sekunden lang gedrückt halten. Sofern kein Signal anliegt, wird der Speaker so nach 30 Minuten Inaktivität in den Standby-Modus versetzt. 

Lieferumfang

Zum Lieferumfang gehört neben dem Wechsel-Baffel auch ein passender Sechskant-Schlüssel sowie ein Handbuch und das Stromkabel.

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