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15.07.2015

Pittsburgh Modular System 10.1 plus Test

Semi-modularer Analog-Synthesizer

Modular-Grundausstattung mit Platz für mehr

Mit dem Modular System 10.1 bietet der nordamerikanische Hersteller Pittsburgh einen semi-modularen Analog-Synthesizer an, der sich für den Einstieg in die komplexe Eurorack-Welt eignen soll. Die hier getestete Plus-Version hat sogar noch ordentlich Platz für den Einbau weiterer Module, so dass man gleich modular kreativ werden kann. Klingt schön? Mal hören!

Details

Konzept

Das von Doepfer etablierte Eurorack Format erfreut sich wachsender Beliebtheit, was nicht zuletzt daran abzulesen ist, dass Synthesizergigant Roland kürzlich mehrere Module seiner Aira-Reihe in diesem Format herausgebracht hat. Unter anderem wird der Erfolg dieses Standards auch mit dem viel beschriebenen Analog-Boom zu tun haben und damit, dass das Eurorack-Universum doch etwas kostengünstiger zu betreten ist als die Welten von Moog oder Buchla. Aber auch die Experimentierfreude ist ein starkes Argument für dieses Format, für das es unzählige Module von einer großen Anzahl Herstellern gibt – teilweise mit den verrücktesten Funktionen, die die vergleichsweise konservativen Synthesewelten eines Moog-Modularsystems weit hinter sich lassen.

Aber alles hat seinen Preis: So groß die Möglichkeiten sind, sich ein Eurorack Modularsystem zusammenzustellen, so groß ist auch die Verwirrung des Einsteigers, der nicht nur grübelt über richtige Dimension und Stromversorgung seines zukünftigen Modulartraumes, sondern sich auch schwertut mit der Frage, mit welchen Bausteinen er starten soll in das große Abenteuer. Natürlich kennen die Hersteller diese Nöte und bieten deshalb bisweilen auch fertige Systeme an, die einen entsprechenden Ausgangspunkt und eine solide Basis bilden sollen.

Die 2012 in Pittsburgh, Pennsylvania, gegründete Firma Pittsburgh Modular fertigt ihre gut sortierte Palette an Produkten von Hand und glänzt durch ein klassisch-schönes Design und eine offenbar wohldurchdachte Auswahl. Das System 10.1 (wobei „.1“ wohl so etwas wie die Versionsnummer sein soll) vereint vier Module des Hauses zu einem einfachen monophonen Synthesizer, der allerdings nicht nur aufgrund der Patchmöglichkeiten einige Asse im Ärmel hat. Zum „Synthesizer Box“ genannten Modul, das den Oszillator, ein sogenanntes Lowpass-Gate, einen LFO, einen Hüllkurvengenerator sowie einen Mischer/Verstärker umfasst, gesellen sich hier ein Mix-Mult-Modul, ein sehr fähiges MIDI-Modul sowie ein Output-Modul, welches das Signal schließlich von der formattypischen 3,5mm-Klinke auf 6,3mm-Klinke führt.

Gehäuse und Lieferumfang

Das System 10.1 plus kommt erstmal wie ein schön anzusehender Desktop-Synthesizer daher. Dieses angenehme Äußere verdankt es nicht nur den Holzseitenteilen, sondern insbesondere dem Design der vier Module selbst. Deren Frontplatten aus Metall, das aufgeräumte Layout und nicht zuletzt die schönen, an Moog erinnernden Potikappen vermitteln Wertigkeit. Während die Höhe von Eurorack-Modulen einheitlich ist, wird ihre Breite in „HP“ angegeben, was für „horizontal pitch“ steht und für eine Einheit einer Breite von 0,2 Zoll, also ca. 5 mm entspricht. Die vier Module des System 10 nehmen 48 HP ein, so dass ein System 10.1 plus, das in einem breiteren Case mit 90 HP geliefert wird, Luft lässt für 42 HP, die mit weiteren Modulen gefüllt werden können. Der unbesetzte Platz ist mit einer kleinen, leicht gewellten Plastikplatte abgedeckt. Dies macht zunächst einen seltsamen, etwas hausgemachten Eindruck. Allerdings ist die Überlegung dahinter, dass man dieses Plastikstück leicht zuschneiden kann, so dass es weiterhin als Blende fungieren kann, sollte man nicht gleich den gesamten freien Platz mit neuen Modulen besetzen können.

Im Lieferumfang enthalten ist ein Paket mit sechs gewebeummantelten Patchkabeln, die einen hochwertigen Eindruck machen (in Videos von Eurorack Systemen sieht man immer wieder verknitterte, einfache Plastikkabel, die einem schon optisch den Sound versauen). Es ist sehr zu begrüßen, dass Pittsburgh Modular Kabel mitliefert, da man beim Eurorack Novizen nicht davon ausgehen kann, dass er solche zu Hause hat. Zwei Anmerkungen hätte ich aber doch zu machen. Zum einen will mir der Sinn verschiedenfarbiger Kabel nicht so richtig einleuchten. Auf einem so kleinen System ohnehin nicht, aber auch bei einem größeren wird man kaum ein sinnvolles Farbschema errichten können, so dass man doch zum Kabel greift, um herauszufinden, was es miteinander verbindet. Insofern müsste für mich kein lilafarbenes Exemplar an Bord sein. Zum anderen sind die Distanzen auf dem System 10 überschaubar und harmonieren vor allem mit den zwei kurzen Kabeln im Paket. Die zwei mittellangen schlagen schon ziemliche Volten, während die zwei ganz langen Exemplare etwas absurd aussehen auf dem kleinen Gerät. Also: Sechs passend kurze, möglichst gleichfarbige Kabel hätten bei mir die Höchstpunktzahl ergeben.

Synthesizer Box Modul

Es wird dem Einsteiger entgegenkommen, dass das System 10.1 semi-modular ist. Dies heißt, dass man den Synthesizer ohne weiteres verwenden kann, ohne dass auch nur ein einziges Patchkabel gesteckt ist. Denn die üblichen Verbindungen subtraktiver Klangsynthese sind bereits hinter den Kulissen gezogen. Nichtsdestotrotz haben beispielsweise die einzelnen Elemente der Synthesizer Box, also Oszillator, Lowpass-Gate, LFO und Envelope, jeweils diverse Ein- und Ausgänge, so dass sie durch Patchen auch komplett unabhängig voneinander in einem System verwendet werden können.

In unseren Breitengraden ist man es gewohnt, dass die Dinge, ganz wie beim Schreiben, von links nach rechts betrieben werden, und auch beim System 10 vermutet man oben links ganz zu recht den Anfang des Signalwegs, also den Oszillator. Dieser wird vom Hersteller als „Complex Waveform Oscillator“ bezeichnet, was schon erahnen lässt, dass mehr in ihm steckt, als die vier Potis und drei Kippschalter zunächst vermuten lassen. Es geht ganz konventionell los mit einem Poti für die grobe Einstellung der Stimmung und einen für das Feintuning. Für den Modular-Neuling ist es möglicherweise verwirrend, dass man die Schwingungsformen des Oszillators nicht etwa mit einem gerasterten Schalter oder gar einem kontinuierlichen Poti auswählen kann. Aber natürlich ist es so, dass die Oszillatoren gemeinhin alle ihnen möglichen Schwingungsformen gleichzeitig erzeugen. Und folgerichtig kann man sie in einem Modularsystem normalerweise auch gleichzeitig abgreifen und weiterverarbeiten. Dies ist beim System 10 über entsprechende Ausgänge auch möglich, allerdings gibt es hier eine bereits vorgepatchte Lösung, bei der die Lautstärke der Schwingungsformen in einem Mischer ganz unten auf dem Modul per Poti bestimmt werden kann.

Die Synthesizer Box des System 10.1 verfügt zwar nur über einen Oszillator, dieser hat aber immerhin einen Subsozillator im Gepäck. Der erzeugt eine Rechteckschwingung eine Oktave unterhalb der des Hauptoszillators. Zwar kann seine Lautstärke nicht frei bestimmt werden, jedoch lässt sich über einen Kippschalter mit drei Positionen bestimmen, ob er still ist, bei halber oder voller Lautstärke mitarbeitet, was eine einigermaßen praktikable Lösung darstellt.

Der Oszillator kann die Formen Dreieck, Rechteck und Sägezahn erzeugen. Per Wahlschalter lässt sich zudem der Sägezahn in „Blade“ verwandeln. Dies ist eine komplexere, mit dem Sägezahn verwandte Form, die sich wandlungsfreudig zeigt und auch eine Oktave höher unterwegs ist als die Hauptstimmung. Blade kann, wie die Rechtecksform, moduliert werden, wobei man die Stärke der Modulation über ein entsprechendes Poti regelt (vorverdrahtet ist sinnvollerweise die Dreiecksform des LFOs als Modulator). Außerdem aber gibt es im Steckfeld einen Eingang mit der Bezeichnung „Blade in“, über den sich die Blade-Schwingungsform auch per externem Signal modulieren lässt. Damit können dem Oszillator des System 10 doch deutlich exotischere Klänge entlockt werden, als man es vom einfachen Standard-Oszillator gewohnt ist.

Die letzte Finesse des Oszillators ist FM, also „frequency modulation“, bei der die Frequenz des Oszillators durch ein zweites Signal verändert wird. Auch diese kann natürlich in ihrer Intensität geregelt werden. In Ermangelung eines zweiten Oszillators wird bei der internen Verdrahtung ebenfalls der LFO als Modulator verwendet. Dies ist mit den zur Verfügung stehenden Mitteln eine sinnvolle Lösung, zumal der LFO bis in den hörbaren Frequenzbereich gestimmt werden kann. Allerdings arbeitet ein LFO normalerweise mit einer konstanten Frequenz und ist nicht abhängig von einem einkommenden CV-Signal, sprich der jeweils gedrückten Taste. Damit lässt sich hier die übliche Spielart von FM nicht realisieren, bei der Oszillator 2 Oszillator 1 moduliert und beide beim Spielen ihre Tonhöhen ändern. Natürlich aber gibt es im Steckfeld einen FM In-Eingang, über den man einen zweiten Oszillator einspeisen und so auch diese Art der FM betreiben kann (so man denn ein weiteres Oszillator-Modul besitzt). Übrigens kann die FM zwischen einem linearen und exponentialen Verlauf umgeschaltet werden, was die Soundoptionen weiter differenziert.

Die Patchmöglichkeiten des Oszillators haben wir ja an den entsprechenden Stellen schon erwähnt. Hier wären nur zwei Standardelemente hinzuzufügen. Zum einen CV In, ein Eingang, über den mit einer Steuerspannung von 1 Volt pro Oktave die Tonhöhe des Oszillators gesteuert wird, und ein Mix Out, an dem in gleicher Lautstärke zusammengemischt die Ausgänge aller Schwingungsformen anliegen.

Nach dem Oszillator empfängt uns das LPG, was für das deutsche Ohr nach DDR-Landwirtschaft klingt, bei den Jungs aus Pennsylvania aber für „Lowpass Gate“ steht. Erwartet haben wir an dieser Stelle natürlich ein Filter, und tatsächlich erfüllt das LPG diese Funktion auch und stellt uns ein beispielsweise aus dem Korg MS-20 bekanntes Sallen-Key-Filter (12 dB/Okt.) zur Verfügung, für das Grenzfrequenz, Resonance (mit deftiger Selbstoszillation) und Modulation durch die Hüllkurve eingestellt werden können. Warum aber nun Gate? Den vorbelasteten Audiotüftler führt diese Bezeichnung wahrscheinlich auf eine falsche Fährte, denn er versteht unter einem Gate ein Gerät, das ein Audiosignal erst ab einem einstellbaren Schwellenwert passieren lässt und zum Beispiel verwendet wird, um ein mit einem Mikrofon aufgenommenes Signal so zu beschneiden, dass lediglich der gewünschte Ausschnitt zu hören ist – zum Beispiel bei einer Bassdrum. Mit diesem klassischen Gate hat dieses LPG nur gemein, dass ab einem einstellbaren Schwellenwert etwas passiert. Hier ist dies die Anreicherung des Signals mit Obertönen (also eine Verzerrung), was den Charakter natürlicher Klänge imitieren soll, die bei größerer Lautstärke ebenfalls obertonreicher werden. Das LPG bietet drei Betriebsmodi, nämlich VCA, LPG und Filter. Was es damit genau auf sich hat, schauen wir uns im Praxisteil an.

Das LPG ist ein ganz schönes Beispiel dafür, wie das Eurorack-Format dazu einlädt, Standards hinter sich zu lassen oder sie doch zumindest, wie hier, um interessante Neudeutungen oder geschickt erweiterte Funktionalitäten zu bereichern. Natürlich macht auch das LPG im Patchreigen mit und bietet einen Ein- und Ausgang für Audio sowie einen CV In für die Modulation.

Über den LFO gibt es nichts Besonderes zu sagen. Er liefert Dreieck und Rechteck und sein Frequenzumfang lässt sich per Kippschalter zwischen tief und hoch wählen, wobei er bei Letzterem bis in den hörbaren Bereich vordringt. Auch die Hüllkurve hat ein eher schlichtes Gemüt und kommt mit drei Potis für Attack, Decay und Release daher, wobei per Schalter der Decay-Regler zum Sustain umfunktioniert wird, so dass wir am Ende eine reinrassige ADSR-Hüllkurve bekommen, die mit nur drei Potis allerdings etwas umständlich zu bedienen ist. Schließlich lässt sich mit dem Glide-Poti eine Zeit für das Portamento einstellen; nichts, was die Welt aus den Angeln hebt, aber ein schönes, wichtiges Feature nichtsdestotrotz, das beispielsweise ein Analogue Solutions Nyborg-12 schmerzlich vermissen lässt.

Bleibt für unser erstes Modul, die Synthesizer Box, noch der VCA, der, wie schon beschrieben, einen kleinen Mischer mit drei Potis für die Schwingungsformen (Dreieck, Rechteck, Sägezahn/Blade) sowie ein Poti für den Ausgangspegel bietet. Der VCA besitzt im Steckfeld einen CV In, so dass man zum Beispiel den Ausgang der Hüllkurve zur Modulation der Lautstärke verwenden kann – und die Envelope damit aus ihrer vorgepatchten Verbindung mit dem LPG löst. Weiterhin gibt es für den VCA einen einfachen In und Out, wodurch der Verstärker auch Aufgaben jenseits der Synthesizer Box übernehmen kann.

 

Mix Mult

Das zweite Modul des System 10.1 ist mit „Mix Mult“ überschrieben, was auch gleich seine Funktionen erschöpfend beschreibt. Es umfasst drei Eingänge, deren Lautstärke mit zugehörigen Potis geregelt wird (um genau zu sein, kann sie mit den Potis lediglich verringert werden). Signal 1 und 2 können an eigenen Ausgängen abgegriffen werden, während es unterhalb von Eingang 3 einen Mix-Ausgang gibt, an dem alle drei Signale gemischt anliegen – also ein Mischer mit drei Eingängen und zwei Direct-Outs, wenn man so will. Unterhalb dieser Sektion befinden sich zwei Reihen à drei 3,5 mm Klinkenein- oder -ausgängen. Zwar gibt es keine Beschriftung, die deren Funktionsweise erklärt, aber das Wörtchen „Mult“ im Modulnamen gibt hier den entscheidenden Hinweis. Es werden an dieser Stelle nämlich Signale schlicht vervielfacht. Dabei steckt man das ankommende Signal in eine der drei Buchsen, und an den anderen beiden kann man dieses dann wieder abgreifen. Da es sich um eine passive Schaltung handelt, ist es im übrigen egal, ob es sich bei den Signalen um Audio oder Steuerspannung handelt. Dies gilt auch für die höher gelegene Mischersektion, so dass man eine Kombination aus Eingang, Ausgang und Poti auch als Attenuator nutzen kann, zum Beispiel um die Modulationsstärke einer Steuerspannung einzuschränken.

MIDI-Modul

Das folgende MIDI-Modul hat es wieder in sich. So sehr, dass die gut gemachte, englischsprachige Bedienungsanleitung des System 10.1 auf die eigene dieses Moduls verweisen muss, da dessen Funktionen zu umfangreich für ein übersichtliches Gesamtdokument sind.

Es macht sich aber auch hier wieder bezahlt, dass das System 10.1 semi-modular ist und die Macher die Standardverdrahtung bereits vorgenommen haben. Der Anfänger säße nämlich womöglich erst einmal ratlos vor diesem MIDI 3 genannten Modul, müsste er alle Verbindungen selber herstellen. So aber steckt man das vom Masterkeyboard oder der DAW kommende MIDI-Kabel einfach ein, und alles funktioniert genau so, wie man es erwartet hat. Und wenn man das System 10 als einfachen monophonen Klangerzeuger nutzt, kann es durchaus sein, dass man sich mit den vielfältigen Möglichkeiten des Moduls gar nicht weiter beschäftigen muss. Tut man dies doch, darf man erstaunt sein, welche Fülle an Funktionen die Amerikaner hier umgesetzt haben.

Grundsätzlich geht es beim MIDI 3-Modul darum, dass einkommende MIDI-Signale in jene Steuerspannungen übersetzt werden, auf deren Basis Modularsysteme arbeiten, also CV- und Gate-Signale. Dabei entspricht CV erst einmal der gespielten Tonhöhe, und Gate ist die elektrische Entsprechung von Note-On und Note-Off. Das Modul umfasst hierfür gleich zwei Kanäle, kann also zwei MIDI-Noten gleichzeitig verarbeiten und in Spannungen umsetzen. Dadurch wird eine duophone Spielweise möglich, unsere kleine Modularwelt wird zweistimmig – was jedoch beim System 10.1 zunächst keine Früchte trägt, da dieses nur einen Oszillator besitzt. In welcher Weise die Umsetzung von MIDI nach Control-Voltage geschieht, lässt sich am Modul über eine Edit-Taste einstellen. Im monophonen Modus, bei dem die Ausgänge von Channel 2 einfach die Signale von 1 spiegeln, kann man zum Beispiel zwischen Last-, High- oder Low-Note-Priorität wählen, das heißt, ob bei mehreren gleichzeitig gedrückten Tönen der zuletzt gespielte, der höchste oder der tiefste Ton Vorfahrt bekommt. Zudem lässt sich hier bestimmen, ob bei jeder neuen Note noch mal ein Gate-Signale herausgeschickt wird oder nicht. Auch die duophone Betriebsart bietet einige Modi, sogar ein (simpler) Tastatursplit ist möglich.

Selbstverständlich verarbeitet das Modul nicht nur Tonhöhe und Note-On/Off, sondern auch die Anschlagsstärke (Velocity) und eine definierbare CC-Number, wodurch dann nicht nur das standardmäßige Pitchbend Eingang finden kann, sondern auch Exotischeres wie Breath-Control. Velocity und CC besitzen hierbei eigene Ausgänge für die jeweilige Kontrollspannung. Ein einfaches Verwendungsbeispiel wäre, dass man den Velocity-Out mit LPG CV In verbindet, so dass bei härterem Anschlag nicht die Lautstärke des Tons moduliert wird, sondern die Grenzfrequenz des Filters.

Zwei besondere Asse hat das MIDI-Modul im Ärmel. Zum einen wartet es mit einer Clock auf, die sogar per Tap-Taster in der Geschwindigkeit bestimmt werden kann und die über ihren Ausgang ein Gate-Signal schickt, mit dem man dann beispielsweise einen Analog-Sequencer takten kann. Die Clock fungiert außerdem als Wandler für ein einkommendes MIDI-Clock-Signal. Bei diesem Prozess lassen sich praktischerweise sogenannte Clock-Divisions einstellen, so dass die Clock im Vergleich zum MIDI-Signal halb so schnell oder doppelt so schnell läuft etc.

Eine dritte Option der Clock ist es, ein ankommendes Gate-Signal zu nutzen. Das überrascht erst einmal, weil in diesem Fall der Ausgang, über den normalerweise das Clock-Signal ausgegeben wird, zum Eingang umfunktioniert ist und ergo nichts mehr rausgeht. Das Ganze klärt sich, wenn man sich dem letzten Ass dieses Moduls zuwendet, dem Arpeggiator. Dessen Geschwindigkeit kann nämlich auch von einem externen Gate-Clock-Signal bestimmt werden. Ich muss sagen, dass es mich sehr positiv überrascht hat, dass Pittsburgh Modular auch dieses schöne Feature noch in das MIDI-Modul integriert haben, wodurch dessen Nutzwert noch einmal gesteigert wird. Gut, hier einen unglaublich ausgefeilten Arpeggiator zu erwarten, wäre etwas unfair. Aber immerhin bietet die Funktion einige ausgefuchste Modi, mit denen man interessante Ergebnisse erzielen kann. Das Einfachste wäre die Einstellung, in der der Arpeggiator die Töne in der gespielten Reihenfolge monophon abspielt. Aber am Ende der Kette gibt es auch einen Modus, bei dem CV-Ausgang 1 und 2 sich ihre Töne zufällig aus den gedrückten Tasten suchen und die Gates auch nur mit sechzigprozentiger Wahrscheinlichkeit Signale schicken, so dass aus einem Akkord ein schillerndes, zweistimmiges Zufallsarpeggio wird. Wenn das nichts ist ...

Output-Modul

Am Schluss unseres Überblicks werden wir wieder ganz schlicht. Das Output-Modul ganz rechts im Rahmen nimmt uns die Sorge ab, von der 3,5 mm Klinkenwelt des Eurorack Systems auf die im Studio und auf der Bühne gebräuchlichen 6,3 mm zu kommen. Hierzu stehen zwei 3,5 mm Eingänge für links und rechts zur Verfügung, deren Ausgabe parallel auf einem Kopfhörerverstärker mit Lautstärkeregler und Stereoausgang sowie auf zwei Monoklinken für links und rechts erfolgt, die ebenfalls per Poti regelbar sind. Liegt nur auf dem linken Eingang ein Signal an, wird es sowohl links als auch rechts ausgegeben.

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