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Test
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05.11.2013

Pioneer S-DJ80X Test

2-Wege Aktivlautsprecher

Hören, sehen, staunen

Pioneer S-DJ80X Aktivlautsprecher im bonedo.de-Test: Mit der S-DJ-Reihe haben Pioneer bereits einen erfolgreichen Start im Marktsegment der Monitorlautsprecher hingelegt. Die neue X-Serie will sich nahtlos in diese Tradition einreihen und dabei nicht nur günstiger, sondern sogar noch besser sein. Verzichtet wurde dabei auf den bisher mitgelieferten Lautstärke-Controller. Neu hinzugekommen ist dagegen ein in den Schalltrichter des Hochtöners integrierter Diffusor, der einen erweiterten Sweet-Spot zu liefern verspricht.

Auch die S-DJ „X“-Reihe ist in den drei Membrangrößen fünf, sechs und acht Zoll erhältlich. In unserem Test haben wir uns für den mit 249 Euro pro Stück bepreisten „Achtzöller“ entschieden, der klassischen Größe für den Einsatz als alleinige Nahfeld-Regiemonitore. Nun denn, geben wir Spannung auf das Lautsprecherkabel und hören, was passiert.

Details

Monitorlautsprecher stellen Ingenieure, vor allem wenn sie wie der hier vorgestellte S-DJ80X versprechen, nicht nur im Studio, sondern auch auf Partys, in der DJ-Booth und sogar Zuhause für eine gute Musikkontrolle zu sorgen, grundsätzlich vor ein Hauptproblem. Nämlich den technischen Balanceakt zu vollführen, dem Schallwandler einen neutralen, verzerrungsfreien und detailreichen Klang mit auf den Weg zu geben und dafür zu sorgen, dass der Lautsprecher nicht zum kantig klingenden Messinstrument wird, bei dem das Ohr des Hörers und sein Gehirn schon nach einer Stunde gelangweilt abschalten. Im Grunde sollte ein guter Monitorlautsprecher akustisch bereits „andeuten“, was am Ende beim Musikhörer zu Hause oder im Auto aus den Boxen perlt, denn dort wird die Musik ja auf Consumer-Lautsprechern gehört, die darauf getrimmt werden, mit Attributen wie „kristallklare Höhen“ und „kräftige Basswidergabe“ zu punkten. Jedoch soll der Schallwandler auch nichts überzeichnen, schönfärben oder kaschieren, denn es geht ja gerade darum, mit seiner Hilfe den Mix in allen Dimensionen zu erfassen und Fehler auszumerzen. Keine einfache Aufgabe. Dass sie aber lösbar ist, zeigen Produkte, die sich über die Jahre zu Referenzmodellen entwickeln konnten und damit dem Anspruch gerecht werden, wenn’s darauf gut klingt, klingt’s eigentlich immer gut.

Konzept

Bei den Pioneer S-DJ80X handelt es sich um 2-Wege-Bassreflex-Aktivmonitore mit einer 8-Zoll-Bass/Mitten-Membran aus Aramid-Gewebe (auch erhältlich: eine 6- und 5-Zoll-Variante mit 15,2 oder 12,7 Zentimetern Membrandurchmesser). Die Höhenwidergabe übernimmt bei allen Speakern der Serie ein 2,5-Zentimeter-Weichkalotten-Hochtöner. Dessen Schalltrichter wurde mit sogenannten „DECO“ Diffusoren aus der Fertigung der Tochterfirma TAD bestückt, die versprechen, einen besonders breiten Sweet-Spot zu liefern. Ein Schelm, wer beim Wort „DECO“ an schnöde Augenwischerei denkt. Die Abkürzung steht vielmehr für „Diffusion Effectual Convexity by Olson“. Angetrieben werden die Magneten von einer dualen Class AB-Endstufe mit einer Spitzengesamtleistung von insgesamt 160 Watt und einer Nennleistung von angemessenen 90 Watt, die sich auf 70 Watt für den Breitbandlautsprecher und 20 Watt für den Hochtöner verteilen. Den Frequenzgang gibt der Hersteller mit einem standesgemäßen Spektrum von 40 Hz bis 20 kHz an. Als maximalen Schalldruck veranschlagen Pioneer 115 dB, womit sich die Monitore alles in allem problemlos als einzige Nahfeldabhöre in kleinen bis mittelgroßen Regieräumen betreiben lassen.

Auspacken

Die Lautsprecher reisen in einer unspektakulären braunen Kiste und sind durch geschäumte Formteile an der Ober- und Unterseite gegen Transportschäden gesichert. Beim Herausziehen ist vorsichtiges Rantasten anzuraten, denn die Hochtöner sind nicht geschützt und an der Verpackung ist keine Markierung angebracht, die Auskunft gibt, wie diese nun liegen. Bei allzu forschem Hineinlagen kann es ansonsten möglicherweise passieren, dass man aus Versehen in die empfindliche Kalotte patscht. Das Marketingvideo von Pioneer, in dem zu sehen ist, wie gutgelaunte junge Menschen die Boxen durch die halbe Stadt tragen, um Party zu machen, darf man also ungestraft als realitätsfern einstufen. Denn wenn es schon beim Herausheben aus der Verpackung passieren kann, dass man in die Kalotte patscht, dann dürfte eine ungeschützte Stadtrundfahrt mit anschließender Rooftop-Blockparty garantiert zur nachhaltigen Beschädigung der Box führen. Als Reisebegleitung werden den Lautsprechern ein Kaltgerätekabel und eine einfach Bedienungsanleitung mitgegeben.

Äußerlichkeiten

Mit 27,6 Zentimetern in der Breite, 31,5 Zentimetern in der Tiefe und einer Höhe von 40,1 Zentimetern bringt der S-DJ80X das mächtige Kampfgewicht von 11,8 Kilo auf die Waage. Der schwere Lautsprecher liegt mit einer an der Unterseite aufgebrachten Schaumstoffmatte, die einen wirkungsvollen Beitrag zu Schallentkoppelung leistet, satt auf meinen Lautsprecherständern auf.Die Frontseite ordnet sich über die gesamte Fläche dem Ziel unter, Kammfiltereffekte auf ein Minimum zu reduzieren, weshalb sie an den Ecken und der kompletten Länge wo immer möglich abgerundet ist. An der Rückseite finden sich, neben der Strombuchse und einem Power-Wippschalter, drei verschiedene Anschlusstypen: Cinch (unsymmetrisch), Klinke (symmetrisch) und XLR (symmetrisch). Ferner sehe ich hier ein Poti zur Regelung der Verstärkerleistung und ein weiteres, um die Gewichtung der hohen Frequenzen in den Schritten -2, -1, 0 und +1 Dezibel zu justieren. Ein bisschen vermisse ich einen Digitaleingang, was wohl dem avisierten Verkaufspreis geschuldet ist. Den Abschluss nach unten bildet hier ein Kippschalter, mit dem ich den Auto-Standby-Modus aktivieren kann. Ist er aktiv, hält die Verstärkergruppe nach 20 Minuten, in denen kein Audiosignal anliegt, ein kleines Nickerchen. Und zwar so lange, bis sie durch eintreffende Spannung wieder aufgeweckt wird. Wenn die Box aktiv ist, signalisiert ein dezentes weißes Leuchten an der Kante des Diffusors die Betriebsbereitschaft – sehr schick. Optisch ebenfalls nicht unattraktiv sind die weißen Breitband-Membranen mit ihrem strukturierten Aramid-Gewebe.

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