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Test
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07.08.2015

Pioneer RM-05 Test

Aktiver Nahfeld-Monitor

Der Speaker für den DJ/Producer

RM-05 von Pioneer – der koaxiale Aktivmonitor im Testbericht bei bonedo.de. Koaxial liegt im Trend. Anders lässt sich die Häufigkeit der Neuerscheinungen an Nahfeldmonitoren in koaxialer Bauweise nicht erklären (Fluid Audio FX8, Genelec 8351APM, Equator D5, Prodipe TDC, Geithain RL-901). 

Pioneer-Speaker hatte ich bisher auch noch nicht getestet und so war ich umso gespannter, was der RM-05 zu leisten vermag. Immerhin positioniert er sich preislich durchaus im oberen Segment. 

Details

Allgemeines

Der Pioneer RM-05 ist ein aktiver Nahfeldmonitor in koaxialer Bauweise mit einem 5-Zoll Aramidfaser-Tieftontreiber und einem 1,5-Zoll Aluminium-Hard-Dome-Tweeter. Letzterer sitzt hinter einem Gitter mit schickem Zierring und ist umgeben von einem sanften Waveguide. Es gibt auch noch eine etwas größere RM-07, diese besitzt dann einen 6,5-Zoll Woofer. 

Als aktiver Lautsprecher besitzt der RM-05 getrennte Endstufen für Hoch- und Tieftonbereich, wobei jeweils 50 Watt an 4 Ohm geliefert werden. Die Trennung erfolgt bei 1,7 kHz, logischerweise vor der Verstärkung.

Dank koaxialer Bauweise befinden sich die Treiber auf einer akustischen Achse, was Laufzeitunterschiede minimiert und dem Ideal des Punktstrahlers am nächsten kommt. Die Kanten der Front wurden außerdem angeschrägt, was nicht nur „cool“ aussieht, sondern auch stehende Wellen im Inneren sowie Interferenzen an der Oberfläche vermeiden soll. Links unten neben den Treibern findet sich außerdem eine kleine weiße LED, die den Schaltzustand der Box verrät und im Überlast-Fall rot blinkt. 

Massives Bassreflex-Gehäuse

Ferner ist das Gehäuse als Bassreflex konzipiert, wobei der Bassport als Schlitz unter dem Koaxial-Treiber angelegt ist. Ähnlich wie bei einem Genelec-Speaker der 8000er Serie besteht das Gehäuse der RM-05 aus Aluminiumdruckguss. 

Eine Besonderheit, die Pioneer hier verbaut, sind die „AFAST“(„Acoustic Filter Assisted System Tuning“)-Maßnahmen. Dabei werden offene, akustische Kammern im Inneren verbaut, um interne Gehäuseresonanzen zu dämpfen, ähnlich wie bei einem Helmholtzresonator. Ein weitere Maßnahme wurde dem Bassport bezüglich getroffen, wobei dieser zum einen schneckenartig verlängert wurde und zum anderen ähnliche Kammern aufweist, um wiederum Resonanzen im Bassport zu minimieren.

Trotz der relativ kompakten Maße von  281 x 203 x 225 mm (HxBxT) bringt ein Speaker mit einem Gewicht von je 9,3 kg ordentlich Pfund auf die Waage. In Verbindung mit den recht fetten Gummifüße an der Unterseite steht die Box also ziemlich sicher und fest.

Der Hersteller verspricht für die RM-05 ferner einen Übertragungsverlauf von 45 Hz bis 50 kHz, wobei sich diese Angabe auf den -10dB-Punkt bezieht, was natürlich etwas schönend ist. Der maximal erzeugbare Schalldruck wurde wiederum mit 104 dB SPL Peak @ 1 m beziffert – hier fehlen jedoch weitere Angabe, beispielsweise ob einzeln oder im Paar gemessen wurde.

Reichlich Anschlüsse und Filter

Kommen wir zur Rückseite des Pioneer RM-05, die sehr üppig bestückt wurde: Als Eingänge stehen ein symmetrischer XLR-Port und ein unsymmetrischer Cinch zur Verfügung, die Eingangsimpedanz beträgt dabei die üblichen 10 kOhm. Die Eingangsempfindlichkeit kann mit einem Poti im Bereich zwischen -40 dB bis +6 dB eingestellt werden. Eine Rasterung oder Zentrierung findet sich hierbei allerdings leider nicht, was das L/R-Matching zumindest etwas umständlich macht. 

Neben dem Stromanschluss mit Sicherungsfach und Hauptschalter findet sich noch ein Kippschalter, um den Auto-Standby zu aktivieren. Nach etwa 25 min Signalinaktivität werden die Speaker also in einen Stromsparmodus versetzt, welcher die Leistungsaufnahme auf 0,3 Watt reduziert. Sehr schön.

Doch das ist längst nicht alles! Besonders umfangreich sind auch die Filter ausgefallen, die sich wie folgt konfigurieren lassen:

• High EQ: -2 / -1 / 0 / +1 dB at 10 kHz

• Mid EQ: -4 / -2 / -1 / 0 dB at 140 Hz

• Low EQ: -4 / -2 / 0 / +2 dB at 50 Hz

Besonders hervorzuheben ist das Mitten-Filter, welches ich bei vielen anderen Monitoren immer wieder vermisse. Hiermit lässt sich die Auswirkung des Druckstaus einer Installation auf dem Tisch oder  auf der Meterbridge in der Nähe einer Console kompensieren. Somit wird dieser Bereich um die 140 Hz nicht überbetont und das Setup dröhnt weniger. Nur soviel vorweg: Das klappt in der Praxis wirklich gut und lässt die Speaker auf Anhieb besser klingen. Ebenfalls gut: High- und Low-Shelf Filter lassen neben den wichtigen Absenkungen auch Anhebungen zu. 

Insgesamt vermittelt der Pioneer-Speaker also einen sehr guten, robusten und auch hochwertigen Eindruck. Das schlichte, professionelle Schwarz steht ihnen ebenfalls gut und unterstreicht auch den dezenten Arbeitstier-Charakter, der nur durch die avantgardistische Gehäuseform etwas aufgebrochen wird. 

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