Test
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13.10.2015

Praxis

Die recht junge Version von Rekordbox 4.0 inklusive Plus Pack zeigte sich auf meinem MacBook Pro (13‟, 3 GHz, i7 Dual Core, 8 GB RAM) sehr stabil. Durch mein jahrelanges Arbeiten mit DJ-Hardware von Pioneer konnte ich ohne Handbuch direkt loslegen und anfangen zu mixen.

CDJ-2000 Nexus

Das Mixen mit der Maus ist bei diesen vielen Funktionen nicht sehr lange spaßig. Also habe ich mein DJ-Setup angeschlossen: zwei CDJ 2000 Nexus und ein DJM 900 Nexus im Netzwerkverbund. Sofort werde ich von Rekordbox gefragt, ob ich in den Export Mode wechseln möchte. Die aus Rekordbox 3 gewohnten Fenster und Einstellungen öffnen sich und ich kann meine Playlists über die Player ansteuern. Über USB angedockt, erkennen die Player im Link-Modus die Software und fragen nach der Deck-Nummer, die dann dem jeweiligen CDJ zugewiesen wird. Jetzt kann ich mit den Reglern und Buttons der CDJs auf die Rekordbox-Decks zugreifen. Leider werden Wellenform und Tag-Daten noch nicht auf das Display übertragen. Man sieht auch die Browser-Titel nicht, sodass ich immer wieder auf meinen Laptop schauen muss. Auf zusätzlichen Funktionen des Performance-Modus (Effekte, Pad FX, Sampler ...) muss ich mit diesem Setup komplett verzichten. Schade.

DDJ-RZ

Also schließe ich den Pioneer DDJ-RZ an und steige in die Performance-Modi ein. Nach Betätigen der Hotcue-Taste wechselt die Software in diesen Modus: Betätige ich eines der Pads an meinem Test-Controller, bekomme ich die Möglichkeit, pro Titel acht Hotcues anzuspringen.

Viel Spaß bereitet mir die Pad-FX-Sektion mit ihren acht frei programmierbaren Effektmakros. Unterhalb der Pads in der Software (erreichbar über Shift + Pad FX am Controller), kann man zusätzlich auf weitere acht Makro-Pads umschalten und diese über den Edit-Button programmieren. Das heißt: Ich kann eine Effektart auswählen und je nach FX zusätzliche Parameter mit einem festen Wert einstellen. Sobald ich am Controller auf ein Pad drücke, wird der ausgewählte Effekt inklusive der Parameterwerte abgefeuert.

Kommen wir zum Slicer: Sobald ein Slicer-Pad angetriggert wird, verteilt die Software einen Bereich von frei definierbarer Länge (2 - 32 Schläge) so über die acht Pads, dass ich diese acht Schnipsel durch Anschlagen der Pads neu zusammensetzen kann. Dadurch entstehen neue Variationen oder Fills beziehungsweise Rolls. Zusätzlich lässt sich über den Links/Rechts-Shifter der ausgewählte Bereich verschieben, um neue Slices abzuspielen. Das funktioniert sehr gut, nur bei extrem schnellem Triggern der Pads können Sprünge im Song wahrgenommen werden. Eine Loop-Funktion für den abgespielten Bereich ist ebenso vorhanden wie eine Quantisierung des Rolls (das ist die Länge des Loops, wenn das Pad lange gehalten wird).

Beat Jump

Der Name verrät es: Man springt um den voreingestellten Wert weiter im Musiktitel, und zwar quantisiert. Auch diese Pads könnt ihr frei programmieren. Beat Jump verfügt über neun Seiten à acht Pads, was in der Praxis sicherlich nicht komplett genutzt werden wird. Aber, was man hat, hat man!

In Verbindung mit einem Controller wie dem Pioneer DDJ-RZ, hier im Test, wirkt jede DJ-Software viel „griffiger“ als beim reinen Laptop-Mixing. Gleichzeitiges Antriggern verschiedener Funktionen und direktes Sehen, was man als nächstes anstellen will, ist für mich ein Muss. Nur so kommt die Stärke der verschiedenen Effektbereiche und der Sampler-Sektion in Rekordbox DJ zur Geltung. Ich kann in meinen Mix eintauchen, mit beiden Händen die Sounds verbiegen und die Tracks on-the-fly remixen. Erwähnenswert ist die niedrige, ja eigentlich gar nicht spürbare CPU-Auslastung, sogar bei extremem, gleichzeitigem Einsatz mehrerer Effekte, Pads und Sample-Loops. Die Auslastungsanzeige blieb bei meinem Testrechner immer im unteren Drittel.

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