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Test
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26.11.2014

Pioneer DDJ-SX2 Test

DJ-MIDI-Controller für Serato und Vierkanal-Mischpult

Ring frei zur zweiten Runde!

Pioneer DDJ-SX2 im bonedo.de-Test: Alle Jahre wieder beglücken uns die Hersteller von DJ-Equipment insbesondere zum Weihnachtsgeschäft mit brandneuen Gerätschaften oder Revisionen ihrer Kassenschlager, um sich rechtzeitig einen kuscheligen Platz unter dem Christbaum zu sichern. Beim DDJ-SX2 hält Pioneer am Preis (UVP: € 999) des erfolgreichen Vorgängermodells sowie am Layout und Innenleben fest und lässt einige Detailverbesserungen in die überarbeitete Version einfließen. Genauer gesagt wurden die Jogwheel-Displays um digitale Cuepoint Countdowns erweitert und zudem eine verbesserte Latenz ermittelt.

Die vormals blau illuminierten Performance Pads leuchten nun in RGB und sind mit Funktionen bedacht, die auch beim Flaggschiff-Controller DDJ-SZ zum Einsatz kommen. Und nicht zu vergessen bietet der SX2 über den beiden Autoloop-Sektionen drei neue Tasten zur Fernbedienung des Serato Flip Remix-Features. Ferner brüstet sich die Kommandozentrale, die nach wie vor über einen auch ohne Rechner funktionierenden Vierkanal-Mixer verfügt, mit dem Label „DVS-Ready“, also dem grundsätzlichen Support für die Wiedergabesteuerung über externen Timecode (von z.B. Vinyl). Erwähnt werden sollte auch, dass jede Verkaufseinheit einen Gutschein für Serato Flip beinhaltet und den ersten 10.000 Units obendrein eine Serial-Card für das normalerweise kostenpflichtige Expansion-Pack Serato Video beigelegt ist (Wert: 129 Euro UVP!).  

Details

Wie ihr der Einleitung bereits entnehmen konntet, haben der SX-2 und sein älterer Bruder eine Menge gemein und sind in weiten Teilen ihres Funktionsumfangs identisch, daher verweise ich für die grundsätzlichen Merkmale auf unseren Test des DDJ-SX, verkneife mir hier den detaillierten Rundgang über die Vorder-, Rück- und Oberseite des Geräts mit dem Hinweis: Es gibt nach wie vor vier Stereoeingänge (2x Phono/Line, 2x CD), zwei Mikrofoneingänge (XLR/TRS) und drei Stereoausgänge (XLR/TRS/Cinch) sowie zwei Kopfhöreranschlüsse, deren Buchsen nun überwiegend vergoldete Kontakte aufweisen. Der DDJ-SX2 fungiert als eigenständiger „Clubmixer“ und erlaubt daher, genau wie sein Vorgänger, analoge Zuspieler zu verwenden, die eine Darbietung unabhängig von Software oder in Kombination mit solcher sicherstellen. Umgeschaltet wird einfach „on-the-fly“ über die vorderseitigen Switches. Die beiden Mikrofoneingänge wurden laut Pioneer überarbeitet, durch Einstreuungen entstandene Nebengeräusche werden deutlich effektiver unterdrückt. Zudem offeriert der SX-2 eine zuschaltbare Tiefensperre im Setup-Menü. Sie lassen sich wie gehabt nur alternativ zu einem digitalen Deck oder analogen Player am betreffenden Kanal einsetzen.

Die robuste Kombination aus Metalloberfläche und Kunststoffboden und -blenden ist widerstandsfähig genug für den rauen DJ-Alltag und die Bedienoberfläche ist großzügig bemessen, sodass der DJ sich hier richtig an den „Basics“ und an den kreativen Sonderfunktionen austoben kann. Einzig der Pitch-Slider sitzt etwas nah am Wheel, so dass man bei Scratch-Manövern und Nudge-Vorgängen schon aufpassen muss, nicht an den rechten Tellerrand zu kommen, da man sonst Gefahr läuft, den Fader „im Vorbeidrehen“ mitzunehmen. Die Bedienelemente, sprich Fader, Knobs und Buttons, bieten auf den ersten und auf den zweiten Blick keine markante Angriffsfläche und sind wie erwartet von prominenter „Pioneer-Qualität“. Die EQs und die zentral angeordneten Filter rasten mittig ein. Der Crossfader flutscht butterweich über die Leiterbahn, die Channel-Fader laufen naturgemäß schwerer, für manchen Protagonisten vielleicht einen Ticken zu schwer, um damit stundenlang harte Cuts und Punches auszuführen. Die Umkehrseite der Medaille: Sie lassen sich auch nicht so leicht versehentlich verschieben. Hier muss man schon gezielt zu Werke gehen und das gefällt (mir) persönlich sehr gut! Für die Channel- und Crossfaderstart-Funktion gibt es im Utility-Modus sogar eine optionale Sync-Funktion – das ist mehr als selten.

Serato DJ

… ist eine klassische DJ-Software mit maximal vier Decks, diversen Wave-Layouts, Beatmatching-Tools, Effekten und einem Sample-Player. Das Programm lässt sich durch den Zukauf von Plug-ins, beispielsweise Effektzusammenstellungen, Unterstützung für Video-Dateiformate oder einem besseren Keylock ordentlich „ausbauen“. Möchte man den DDJ-SX2 mit Serato DJ betreiben, wovon sicherlich in den meisten Fällen auszugehen ist, bedarf es folgender Betriebsumgebung:  

Windows 7 oder 8 mit 32 Bit: 2.0 GHz Core2Duo oder Corei3, i5, i7 mit 1.07 GHz sowie 2 GB RAM und  bei 64 Bit: 2.4 GHz Core2Duo, Corei3, i5, i7 1.07 GHz mit 4 GB RAM. Das Gleiche gilt für Macs von OSX 10.6 – 10.10. Als minimale Display-Auflösung empfiehlt der Hersteller 1280 x 720 Pixel oder mehr, wozu auch ich anraten würde, sollte man mit vier Decks und mehreren eingeblendeten Panels performen wollen. Beim USB-Audiointerface attestiert Core Audio eine Samplingrate von 44,1 kHz und eine Auflösung von 24 Bit. Ausgangseitig stehen dem USB-Interface vier Kanäle (2x stereo) zur Verfügung, eingangsseitig sind es nur zwei. Moment mal, zwei? War hier nicht von „DVS-Ready“ die Rede und bedarf es diesbezüglich nicht einiger Eingänge mehr? Hmmm. Wir klären das an der entsprechenden Stelle im Text.  

Bevor es gleich den Praxisteil geht, steht noch ein Ausflug zur Pioneer-Website an, um zu eruieren, wie es um die Aktualität von Treibern und Software bestellt ist. Zum Testzeitpunkt (KW 45 /2014) sind dort die Firmware 1.04, Windows-Treiber und ein PDF-Handbuch erhältlich. Dazu gesellt sich eine Konfigurationsdatei für Traktor Pro 2 (Win/MAC). Nach der Update-Prozedur erfolgt noch ein kurzer Ausflug in die Serato-Preferences, wo sich die Audio Engine meines Macs auf fünf Millisekunden einstellt. Damit lässt sich gut leben, wenn keine zeitkritischen Eingangssignale verarbeitet werden sollen. Allerdings möchte ich mir auch mal das DVS-Plug-in zu Gemüte führen und dazu stelle ich den Controller für den Test auf eine Millisekunde für ein gefühltes „Echtzeithandling“ ein.  

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