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Test
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02.04.2014

Pioneer DDJ-SB Test

Zweikanal DJ-Controller

Performance-Tool für Einsteiger

Pioneer DDJ-SB im bonedo.de-Test: Pioneer haben sich in ihrer langen Firmentradition bekanntlich einen hervorragenden Ruf im Bereich DJ-Equipment erarbeitet. Ein kleines bisschen spielt da natürlich die konsequente Hochpreispolitik mit, doch im Großen und Ganzen liegen die Gründe in der guten Fertigungsqualität gepaart mit verlässlichem Sound und einer hohen Innovationsdichte (Stichwort: CDJ/DJM-2000). Wir sind also umso gespannter, ob und wenn ja, wie es dem Premium-Hersteller gelingt, die Qualitäten seiner Oberklasse-Kommandozentralen auch im unteren Preissegment umzusetzen. Für knapp über 200 Euro verspricht der neue DDJ-SB nämlich, nicht weniger als eine komplette Zwei-Deck-Lösung inklusive Soundkarte und Mikrofoneingang zu sein. Was ihr hier für euer Geld bekommt, lest ihr im Folgenden.

Details

Beim DDJ-SB handelt es sich um einen DJ-Controller mit integrierter Soundkarte, zwei Jogwheels, Mixer, Pads und Effektsektionen. Den zum Betrieb erforderlichen Strom zwackt sich der Proband über den USB-Bus vom Rechner ab, wodurch ein externes Netzteil entfällt. Zusätzlich zum Kopfhörerausgang steht ein Mikrofoneingang im Klinkenformat zur Verfügung. Pro Deck wartet der Steuerbefehlsgeber mit einem berührungsempfindlichen 12-Zentimeter-Jogwheel, einem Dreiband-Equalizer plus Filter sowie den klassischen Transportfunktionen (Cue, Play/Pause, Sync) auf. Ebenfalls auf beiden Deck-Hälften vorhanden sind eine Effektsektion, vier Funktionstaster und vier Trigger-Buttons. Wohl um den günstigen Preis realisieren zu können, hat man sich bei Pioneer als gebündelte DJ-Software für Serato DJ Intro entschieden.

Auspacken

Zum Endkunden reist das Gerät in einer unspektakulären Kiste mit dezenter Beschriftung. In ihrem Inneren finden sich neben dem Gerät selbst folgende Reiseutensilien: Eine Installations-CD mit Treibern und der 1.1.2-Version von Serato DJ Intro, ein USB-Kabel und eine sehr ausführliche, mehrsprachige Bedienungsanleitung. Die deutsche Version ist aufgrund einer offensichtlichen Maschinenübersetzung allerdings hart an der Grenze. Glücklicherweise ist der Blick in die Bedienungsanleitung ohnehin nicht erforderlich, da man Controller und Software als absolut selbsterklärend bezeichnen kann.

Mit einer Breite von 48,7 Zentimetern, einer Tiefe von 27,1 und einer Höhe von 5,8 Zentimetern bei einem Gewicht von 2,1 Kilogramm ist der DDJ-SB zwar fraglos kleiner und leichter als seine nächsthöheren Verwandten DDJ-SX und DDJ-SR, ein wirklich „kleiner“ Controller ist er dennoch nicht, und ein Messenger-Bag im 17-Zoll-Format sollte es schon sein, um den Steuerbefehlsgeber zusammen mit einem Notebook zu transportieren.

Äußerlichkeiten

Die erste optische und haptische Visite beende ich mit einem sehr zufriedenen Urteil. Natürlich merkt man aufgrund des vollständigen Einsatzes von Kunststoff, dass man es hier mit einem Gerät der 200-Euro-Klasse zu tun hat. Sieht man die Beschaffenheit der Bedienelemente aber im Kontext zum Preis, kommt man zu dem Schluss, dass hier im Vergleich zu Mitbewerbern hervorragend gearbeitet wurde. Alles sitzt wackelfrei und ohne Spiel wo und wie es soll. Die Taster liefern bei Betätigung ein eindeutiges Klacken und sind durchgängig hintergrundbeleuchtet. Optisch störend, die Funktionsfähigkeit aber nicht weiter beeinflussend, ist der Umstand zu werten, dass die acht Funktions-Buttons offenbar aus einem Gummigussstück bestehen und sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindliche Taster „mitbewegen“, wenn man einen von ihnen betätigt. Keinen Grund zur Beanstandung liefern dagegen die Jogwheels, die durch ein geschmeidiges Drehverhalten und eine vertrauenerweckende Haptik glänzen. Apropos glänzen: Das tut auch die Oberseite der Drehräder, denen eine berührungsempfindliche Metallplatte spendiert wurde und deren angenehme Haptik dem Gerät fast schon einen Hauch von Wertigkeit gibt. Ob man die konzentrische Kreisbedruckung im Zentrum, die wohl einem Selbstzitat aus der Pioneer-Profiliga gleichen soll, schön findet, ist sicherlich Geschmackssache – störend ist sie jedenfalls nicht.

Das Layout ist trotz vereinzelter Shift-Funktionen so gut wie selbsterklärend. In der Mittelachse sitzt die Lautstärkeregelung für Master, Kopfhörer und die Balance zwischen Cue- und Master-Signal. Links und rechts daneben befinden sich die beiden Einzelkanäle mitsamt EQs (High, Mid, Low), dualen Filtern (LPF/HPF), Cue-Tastern und 45-Millimeter-Linefadern. Zusätzlich finden sich im Zentrum noch zwei Lade- und ein Back-Taster sowie ein Rotary-Push-Encoder zur Navigation ein. Eine gesonderte Erklärung bedarf der „Filter-Fader-Button“. Ist er aktiv, wird beim Betätigen des Crossfaders nicht nur die Lautstärke überblendet, sondern es findet gleichzeitig noch eine gegenläufige High/Lowpass-Filterung der beiden Kanäle statt, wodurch sich überaus geschmeidige Übergänge realisieren lassen, wie ich im Praxisteil noch aufzeigen werde. Ebenfalls identisch aufgebaut sind die beiden Deck-Seiten, die im Norden mit drei Effekt-Buttons samt Level-Regler starten. Daneben logiert ein 45 Millimeter langer Pitchfader nebst Keylock- und Vinyl-Mode-Taster. Unter dem Jogwheel haben es sich insgesamt zwölf Gummi-Pads gemütlich gemacht. Die ersten vier wählen den Modus der vier darunter liegenden Taster, also Hot Cue, Auto Loop, Manual Loop und Sampler. Eine Etage tiefer sitzen Play/Pause, Cue, Sync und Shift.

Die Rückseite ist mit einem Stereo-Cinch-Ausgang und der USB-Buchse sehr aufgeräumt bestückt. Wie schon beim DDJ-WeGo sind auch beim DDJ-SB die weiteren Anschlüsse an der linken Außenseite angebracht, was sich in der Praxis als ausgesprochen sinnvoll erweist. Neben der regelbaren Mikrofonbuchse im Standard-Klinkenformat findet sich hier auch der Kopfhörerausgang ein, der sowohl als Standard- wie auch als Miniklinke ausgeführt ist. Sehr gut. Zu guter Letzt bleibt allerdings noch ein einziger, kleiner Kritikpunkt. Da sich die Konstrukteure bei Pioneer offenbar dazu entschlossen haben, dem DDJ-SB fünf Gummifüße anzukleben (der mittlere ist wohl als Stabilisierung gedacht), passiert es auf nicht ganz planen Tischen, dass der Controller etwas wackeliger steht, als ein Gerät mit vier Füßen. Ein untergeschobener Bierdeckel oder das Verrücken um einige Zentimeter können hier aber schnelle Abhilfe leisten.

Software

Auf Windows-Rechnern ist das Installationsprozedere traditionell zweigeteilt - zuerst die ASIO-Treiber, dann die Software. Auf Apple-Maschinen entfällt die Treiberinstallation und es darf direkt mit der Befestigung von Serato DJ Intro im Betriebssystem begonnen werden. Da es sich bei der „Beilage“ um die kostenlose Variante handelt, empfiehlt es sich natürlich, die aktuellste Versionsnummer direkt von der Serato-Website zu laden. Die steht übrigens jedem zur Verfügung, der sich auf der Seite registriert. Und der Download ist durchaus lohnenswert, denn DJ Intro ist schon ein ziemlich ordentliches Programm, das neben zwei Decks mit grafischer Wellenformdarstellung auch drei FX-Slots pro Deck bereithält, die jeweils mit einem von sechs Klangverbiegern bestückt werden können (High-/Lowpass, Flanger, Phase, Echo, Delay). Ferner wartet die Software mit vier Sample-Slots, einem übersichtlichen Browser (inklusive iTunes-Integration) sowie einer Funktion zum automatischen Gain-Angleich auf. Kurz gesagt: Sämtliche Bedienelemente des DDJ-SB finden in der Software ihre funktionale Entsprechung. Beim Arbeiten mit dem Controller hat man folglich zu keinem Zeitpunkt das Erlebnis, dass Funktionen „verschlossen“ wären. Nein, alles funktioniert, wie es soll und wie es den Funktionselementen des Controllers entspricht. Einzig und allein der Nag-Screen, der beim Schließen des Programms erscheint und Werbung für Serato DJ macht, erinnert einen daran, dass man es hier mit einer kostenlosen Software zu tun hat. Entschließt man sich zum Update, werden (beim aktuellen Dollar-Kurs) rund 90 Euro fällig. Ein durchaus angemessener Preis. Ach ja, fast hätte ich vergessen zu erwähnen, dass die Installation von Treibern und Software ohne Probleme verlief.

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