Hersteller_Pioneer
Test
5
12.06.2008

PRAXIS
Die üblichen Funktionen, die ein DJ-Player dieser Preisklasse bieten sollte, hat der CDJ-1000MK3 natürlich parat. Zum einen verfügt der CD-Player über drei Hot Cue Buttons, die sich kinderleicht belegen und abrufen lassen. Hierzu wird die Hot Cue-Sektion über den Rec Mode-Taster scharf geschaltet. Danach können die Hot Cues 1-3 quasi on the fly gesetzt werden. Nach Deaktivierung des Rec-Modus lassen sich die drei Cue-Punkte einfach durch Drücken der Buttons abrufen.Ebenso leicht funktioniert das Setzen und Abrufen der Realtime Loop-Funktion. Über den Loop In-Taster legt man den Startpunkt und über Loop Out das Ende des Loops fest, und schon läuft die Schleife, die über den Reloop/Exit-Taster wieder verlassen werden kann. Wenn währenddessen die Hot Cue-Sektion scharf geschaltet ist, lässt sich das Loop auf einem der drei Hot Cue-Speicherpunkte ablegen.  Um die Loop-Wiedergabe erneut zu aktivieren, wird nun einfach der Reloop-Taster betätigt. Nach drei Sekunden Gedrückt-Halten des In- oder Out-Buttons lassen sich die In- und Out-Punkte des Loops durch die Vor- und Rücklauf-Taster korrigieren.  Audio-CDs können sowohl im Modus AutoCue wie auch im Continuous-Modus abgespielt werden. Bei AutoCue spielt der Player nur einen Song und bleibt auf dem ersten Frame des nächsten Songs stehen. Im Continuous-Modus spielt der Pioneer einfach alle Titel hintereinander weg wie ein herkömmliches Consumer-Gerät.
Wie auch schon sein Vorgänger bietet der neue Pioneer-Player einen „Instant Reverse“ an. Bei Betätigen des Hebels wird umgehend die Reverse-Wiedergabe aktiviert.


Neu hingegen ist der Resume-Modus des MK3, welcher bewirkt, dass die Wiedergabe, sollte die CD einmal versehentlich ausgeworfen werden, nach dem „Re-Start“ direkt wieder an der richtigen Stelle beginnt. Doch auch das versehentliche Auswerfen selbst kann beim CDJ1000MK3  von vornherein vermieden werden, indem man mit dem neuen Lock/Unlock-Schalter das Auswerfen der CD sperrt.

Das Jogwheel verfügt über zwei Modi, welche durch den Jog Mode Select-Taster aktiviert werden. Im Vinyl-Modus hält der Player die Wiedergabe an, sobald man die Hand auf das Wheel legt. Nun kann nach Herzenslust gescratcht werden. Berührt man hingegen nur den mit Fingermulden versehenen Außenring, kann die Wiedergabegeschwindigkeit  beschleunigt oder abgebremst werden. Im CDJ-Modus hingegen dienen sowohl die Oberfläche des Jogwheels als auch der Ring zur Variierung der Abspielgeschwindigkeit. Die Wiedergabe stoppt nicht bei Auflegen der Hand auf den Teller!
Die Emulation des Vinyl-Feelings ist, wie auch schon bei den Vorgängermodellen, vortrefflich gelungen. Die Übersetzung vollzieht sich ohne spürbare Latenz, und auch die Sounds, die beim Anhalten und Bewegen des Rades entstehen, sind absolut authentisch. Je nach Heftigkeit der Rotationsbewegungen ist auch das Ansprechverhalten des gescratchten Sounds deutlich wahrnehmbarer. Besser geht´s nur mit echtem Vinyl!

Das Start- und Stopp-Verhalten der Wiedergabe kann separat stufenlos feinjustiert werden. Das bedeutet, dass beim Start der Wiedergabe vom Instant Start bis zur Emulation eines langsam anlaufenden Turntables, alles möglich ist. Das Gleiche gilt für das „Bremsverhalten“ der Wiedergabe - ein Instant-Stopp ist ebenso drin, wie der Effekt eines langsam auslaufenden Plattenspielers - und das bei wirklich überzeugender Klangqualität.

Zu guter Letzt möchte ich noch den umfangreichen Pitch-Bereich erwähnen.

Die Wiedergabegeschwindigkeit ist von +70% bis –100% stufenlos regelbar. Die Stücke lassen sich mit dem 100mm-Slider gefühlvoll einpitchen. Mit dem darüber liegenden Tempo-Taster wird der mögliche Umfang des Pitch-Controllers bestimmt - hier stehen die Modi +/-6%, +/-10%, +/-16% und Wide zur Verfügung. Natürlich verfügt der CDJ-1000MK3 über einen Mastertempo-Schalter, welcher die originale Tonhöhe beim Pitchen beibehält - und das in sehr guter Qualität, was die Hörproben anschaulich dokumentieren. Ich habe hierfür Vocals genutzt und diese im Bereich +/-10% und +/-16% bei eingeschalteter Tonhöhen-Korrektur über den gesamten Bereich hoch und anschließend ganz herunter gepitched, um anschließend wieder in der Mittenrasterung zu landen. Interessant ist, dass die Artefakte im Bereich +/-10% nur während der Beschleunigung auftreten - und dann auch nur leicht. Im Bereich +/-16% sind die Artefakte dann schon vor dem Erreichen der Endgeschwindigkeiten deutlich hörbar - und auch nicht nur während des Beschleunigungsvorgangs.

Wer niemals mehr als 8% hoch- oder runterpitched und dabei die Mastertempo-Funktion nutzen will, ist hierbei stets auf der sicheren Seite. Eine größere Variation wird von einem Technics-Plattenspieler auch nicht angeboten. Wer darüber hinaus will, muss schon genauer hinhören, was mit den Sounds bei der Tonhöhen-Korrektur passiert. Unter Umständen lassen sich manche Songs auch bis zu 12% hoch- oder runterpitchen. Das hängt mitunter stark von den verwendeten Sounds ab, also ob Gesang oder sonstige formantenreiche Klänge verwendet werden.  Pitch-Anwendungen über 12% mit eingeschalteter Tonhöhen-Korrektur werden auf jeden Fall durch Artefakte begleitet werden. Beim Hochpitchen wird auch der nötige Druck bei den tiefen Frequenzen fehlen - doch das ist kein Pioneer-spezifisches Problem. CD-Player anderer Hersteller fügen schon bei Korrekturen von 3% oder 4% dem Soundmaterial derartig viele Artefakte hinzu, dass mit der Key-Correction lieber nicht gearbeitet wird und man besser mit Micky Maus-Effekten lebt. 

Die Mastertempo-Funktion des CDJ-1000MK3 arbeitet für eine Echtzeitbearbeitung wirklich sehr gut, doch ist sie gewiss nicht das Maß aller Dinge, was die Wirkungsweise guter Seuqenzer-PlugIns belegt, doch diese müssen ihre Arbeit auch nicht in Echtzeit erledigen,  sondern offline, so dass ein Vergleich eigentlich nicht fair wäre.Was den Shock Proof Memory des Pioneers angeht, lässt sich in der mitgelieferten deutschen Gebrauchsanweisung sowie auf der Homepage von Pioneer nichts finden. Dort steht zwar, dass dieses Feature vorhanden ist, aber wie viele Sekunden gebuffert werden können, ist nicht herauszufinden. Fest steht, dass der Anti Shock Buffer auf jeden Fall ausreicht und große Lautstärken und kontinuierliche Erschütterungen durch tiefe Bässe von diesem Player mit Leichtigkeit ignoriert werden. Die Wandler des CDJ-1000MK3 klingen überdurchschnittlich gut und lassen sich in das obere Drittel des D/A-Wandler-Universums einordnen. Gewiss gibt es D/A-Wandler, die deutlich besser auflösen und transparenter klingen als die des Pioneers. Aber bei einem DJ-CD-Player werden die Schwerpunkte eben anders gesetzt, siehe gute Tonhöhenkorrektur!

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