Test
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13.03.2017

Phonic Powerpod Bundle 1082R

Passives PA-Komplettset

Viel Holz für wenig Kohle

Unter dem Namen Phonic Powerpod Bundle 1082R bietet das Musikhaus Thomann ein attraktives Bundle aus Powermixer und zwei passiven PA-Boxen an. Während der Powermixer namens Powerpod 1082R von Phonic stammt, steuert Thomann die hauseigenen the box PA 252 ECO MKII bei. Das verspricht ordentlichen Schalldruck zum kleinen Preis. Was das Set in der Praxis kann, verrät der folgende Test.

Details

Das System bringt ordentlich Pfund auf die Waage, die in der Summe 90 kg anzeigt. Allein pro Box sind 38 Kilogramm zu wuppen, zum Aufbau sollte also ein kräftiger Helfer bereitstehen. Vor allem wenn die Boxen auf Tische etc. gehoben werden müssen. Dafür sind alle Komponenten in solider Holzkonstruktion gefertigt und hinterlassen einen rock'n'roll-tauglichen Eindruck.

Der Mixer leistet 2 x 400 Watt und die Boxen, sie sind jeweils mit zwei 15-Zöllern und einem 1-Zoll-Horn bestückt, liefern laut Hersteller 121 dB Schalldruck. Damit sollte sich das ein oder andere Jugendheim adäquat beschallen lassen.

Phonic Powerpod 1082R

Auf einer übersichtlichen grauen Metallplatte sind alle Eingange und die Bedienelemente untergebracht. Sechs baugleiche Mikrofonwege mit XLR-Buchsen ohne Verriegelung befinden sich auf der linken Seite. Die darüber liegenden 6,3-mm-Klinkenbuchsen verarbeiten Line-Signale. Die Eingänge 5 und 6 nennt Phonic "Super Hi-Z", sie eignen sich besonders zum Anschluss von Instrumenten wie E-Gitarre oder Bass. Phantomspeisung wird zentral in der Summe geschaltet.

Jeder Kanal besitzt eine Dreiweg-Klangreglung die bei 80 Hz, 2,5 und 12 kHz greift. Darunter folgt ein Monitor- und Effektausspielweg, die hinter einem Masterregler per Klinkenbuchsen abgegriffen werden können. Es folgt für jeden Eingang ein Panorama- und Lautstärkeregler sowie ein -25-dB-Padschalter. 

Die Eingänge 7/8, 9/10 und 11/12 lassen sich mit drei Mikrofonsignalen beschicken oder mit je zwei Monoklinken als stereophoner Line-In nutzen. Ihnen fehlt der Padschalter; davon abgesehen ist der Aufbau mit dem der ersten sechs Kanäle identisch.

Vor dem Summenmodul gibt es zwei Aux-Ins (Monoklinke), die über je einen Drehregler auf die Summe und den Monitorweg geführt werden. Der Tape-In liegt, wie auch der Rec-Out, als Stereo-Cinch und Miniklinke vor. Auch hier gibt es zwei Potis, um den Tape-In auf Summe und Monitor zu routen.

Im Summenmodul fallen zunächst die beiden achtbändigen Equalizer mit 25-Millimeter-Fadern ins Auge. Wahlweise bearbeiten sie das linke und rechte Summensignal oder aber entzerren monophon den Monitor (linker EQ) und die linke Summe (rechter EQ). Die Filter setzen bei 80, 160, 315 und 630 Hz sowie bei 1,25, 2,5, 5 und 10 kHz an. Über einen Druckschalter lassen sich die Filter ein- und ausschalten. Ein weiterer Schalter aktiviert für die Eingänge 1 bis 6 einen Low-Cut.

Der kleine Mediaplayer oben links besitzt einen USB-Port und kann WMA- und MP3-Dateien wiedergeben. Vier Tasten über einem kleinen Display steuern das Wiedergabemenü. Es sind Funktionen wie No Repeat, Repeat One, Repeat Folder und eine Zufallsauswahl (Random) möglich. Außerdem dient der Mediaplayer als MP3-Rekorder; die Aufnahmeauflösung beträgt 128 oder 192 kbit/s. Das abgegriffene Signal liegt in der Summe vor den Masterreglern.

Das digitale Effektgerät bietet 16 Presets, bei denen sich jeweils ein Parameter justieren lässt. So kann man z. B. in einem Hall-Preset die Hallzeit variieren und bei Delay-Presets die Verzögerungszeit. Vor Übersteuerung der FX warnt eine rote LED. Per Drucktaster oder externem Fußschalter wird der DSP in den Bypass geschaltet. Sehr angenehm: Der Effektanteil für Summe und Monitor kann separat festgelegt werden.

Zwei Masterregler sind für den Summen- und Monitorpegel zuständig, für beide Bereiche gibt es separate VU-Meter (Summe: zwei sechsstellige LED-Ketten, Monitor: fünfstellig). Der Main-Regler bestimmt dabei die Lautstärke der integrierten Endstufe. Parallel kann das Summensignal auf der Frontplatte unverstärkt über zwei Monoklinken ausgespielt werden, um ein weiteres PA-System zu versorgen. Ein Schiebeschalter aktiviert die beiden Amp-In-Buchsen. Jetzt werden Mischpultsumme und Masterfader außer Funktion gesetzt, so dass die Endstufe separat genutzt werden kann.

Auf der Rückseite des Powerpod 1082R Powermixer liegen links oben die vier Ausgänge des Verstärkers, es sind also zwei Outs pro Kanal vorhanden. Klare Sparmaßnahme: Die Outs wurden als Klinkenbuchsen ausgeführt. Und aufpassen: Beim Anschluss von vier Boxen darf die Impedanz der Boxen nicht unter acht Ohm liegen. Darunter befindet sich der Netzschalter, ein zweistufiger Spannungswähler und die Netzbuchse. Auf der rechten Seite arbeitet ein Ventilator.

Der Powermixer steht auf vier stabilen Kunststofffüßen, zum Transport gibt es einen Tragegriff aus Kunststoff an der rechten Geräteseite. Alle Ecken werden durch Kunststoffprotektoren geschützt.

the box PA 252 ECO MKII

Die passiven Lautsprecherboxen haben eine Größe von 420 x 1030 x 495 Millimeter, sind aus Holz gefertigt und mit einem filzartigen Material bezogen. Das Horn strahlt in einem Winkel von 90 x 40 Grad ab und ist mit den beiden Woofern durch ein schwarzes Lochgitter aus Metall geschützt. Die Impedanz der Box beträgt 4 Ohm und kann einen Schalldruck von 121 dB erzeugen. Optional sind Schutzhüllen für die Boxen erhältlich.

Zwei seitlich eingelassene Tragegriffe aus Metall erleichtern den Transport. Die Box steht auf vier Kunststofffüßen und wird auf der Rückseite über zwei Klinken/Speakon-Twist-Kombibuchsen gespeist. Die Buchsen sind parallel verschaltet, um das Eingangssignal zu einem weiteren Lautsprecher führen zu können.

Die mitgelieferten Lautsprecherleitungen sind zehn Meter lang und mit stabilen Neutrik Klinkensteckern beschaltet. Das Kabel ist sehr weich konfektioniert und lässt sich ebenso sauber verlegen wie aufrollen.

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