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Test
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11.07.2016

Phil Jones Bass BigHead Mobile Test

Akkubetriebener Kopfhörerverstärker, Preamp, USB-Audiointerface

Kein Alleskönner, aber ein Vielkönner

Wenn man beispielsweise einen Rock-Bassisten zur Seite nimmt und ihn fragt, was er auch unterwegs gerne im ständigen Zugriff hätte, wenn er mal ein wenig üben will, vielleicht im Playalong (denn alleine herumbassen ist ja schon schnell mal langweilig) und sich auch aufnehmen wollen würde, dann käme sicher eine fette Equipmentliste zustande: SVT-Amp, 8x10er, ein paar gute Mikrofone, Preamps und A/D-Wandler, dazu noch ein fitter Trommler samt Equipment und ein Gitarrist/Sänger für ein wenig hochfrequentes Schmuckwerk.

Die Realität sieht anders aus, denn oftmals ist mehr als das, was ins Zubehörfach des Basskoffers passt, kaum noch vernünftig transportabel. Insofern ist es unverschmämt praktisch, dass es Geräte gibt, die DI-Input mit Preamp, Klangregelung, Kopfhörerverstärker und AD/DA samt Audio-Interface vereinen und das alles dank Akkubetrieb und kleinem Gehäuse noch mobil ermöglichen. Von Phil Jones Bass, dem schwer geschätzten Hersteller von Equipment für Saiteninstrumentalisten, gibt es mit dem BigHead Mobile ein solches Multitool – für gut zweihundert Euro. Das lässt aufhorchen, oder?

Details

PJB BigHead: gerade noch portabel genug

Der BigHead ist gemessen an seinem Funktionsumfang klein, ist aber doch immerhin 14 Zentimeter lang und wiegt ein viertel Kilogramm. Das stabile und äußerst haltbar wirkende Metallgehäuse ist in klassischem Silber gehalten, es gibt allerdings auch eine Version in schmuckem Goldton. Neben dem eigentlichen Gerät ersteht man beim Kauf auch eine kleine Transporttasche sowie einiges an Kabelage, um den BigHead mit seiner Umgebung zu verbinden. 

Einen analogen Ausgang besitzt der PJB BigHead, und zwar einen Stereo-Kopfhörerausgang auf der Vorderseite. Das Level wird mit der Kappe des linken Duo-Potis geregelt. Das Gerät besitzt weiterhin einen Instrument-Preamp (rückseitig) mit hoher Eingangsimpedanz, dessen Gain mit dem Ring des gerade angesprochenen Doppelpotis eingestellt wird. Auf analoger Ebene steht noch eine zweibandige Klangregelung (Shelving-Filter mit -3dB-Punkten bei 60 Hz und bei 5 kHz) zur Verfügung, deren Pegel mit dem konzentrischen Poti direkt daneben eingestellt wird.

Seltenheit auf dem Markt: Verschweigen von Features

Signale für den Kopfhörerbetrieb können auch aus analoger Quelle stammen und entern den BigHead über eine 3,5mm-Stereoklinke, auf der Rückseite, wo sich auch die Ladebuchse für den eingebauten Akku und der Power-Schalter befinden. So: Würde man sich an die Beschriftungen halten, wäre bis hierhin alles geklärt. Doch, oh Wunder: Die USB-Buchse ist mehr als nur „DC Input“ – sie ist eine ganz normale Datenbuchse. Und siehe da: Der PJB BigHead ist gleichzeitig ein USB-Audio-Interface, welches im Class-Compliant-Mode beispielsweise am Mac ohne Mucken angeschlossen und sofort benutzt werden kann. Ich weiß ja nicht, ob es falsch verstandenes Understatement sein soll oder ein ausgewachsenes Marketing-Unvermögen ist, dass auf der Herstellerseite von „Mobile Headphone Amp with D/A Converter“ die Rede ist… Die Kiste ist ein „Mobile Instrument Preamp with EQ, Headphone Amp, AD/DA-Converter and USB Audio Interface“.

Die Wandlung erfolgt in beide Richtungen mit 16 Bit, was die Dynamik im Vergleich zu 24 Bit etwas schmälert, aber auch bei mittelstarker Bearbeitung des aufgenommenen Materials keinerlei Problem darstellt. Bis Ende des letzten Jahrtausends waren 16 Bit Standard – und es sind trotzdem tolle Aufnahmen entstanden. Abschließend kann ich noch von drei LEDs berichten, welche über verbleibende Akkukapazitäten oder Netzbetrieb informieren.

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