Hersteller_Pearl Snare_Pro_FreeFloating_Bronze
Test
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08.09.2014

Praxis

Langer Kesselton und Präsenz in mittleren Stimmungen

Nachdem ich das im Auslieferungszustand eher leicht gespannte Resonanzfell auf "Betriebsspannung" gebracht habe, geht es auf der Schlagfellseite in die ersten Stimmversuche. Bereits nach kurzer Bearbeitung zeichnet sich ein breites Grinsen auf dem sonst eher skeptisch blickenden Testergesicht ab. Sehr viel Bauch, crispe Teppichansprache und vor allem ein durchsetzungsstarker, aber musikalischer Gesamtklang sind die Attribute, die den Charakter der Trommel umschreiben. Mit abgespanntem Teppich angeschlagen erklingt - halbwegs saubere Stimmung vorausgesetzt - ein langer und voll klingender Ton. Mit den leicht laufenden Edelstahl-Stimmschrauben lässt sich die Trommel wunderbar von ganz tief nach hoch oben stimmen. Bereits hier macht die "Free Floating"-Bauweise in Kombination mit dem Bronzekessel einen hörbaren Unterschied zu Trommeln mit am Kessel verschraubter Hardware. Unser Testexemplar schwingt länger, klingt im Raum präsenter und "atmet" mehr. Im weiten Feld mittlerer Stimmungen herrscht eine schöne Mischung aus Lebendigkeit und Präsenz über einem tiefem Fundament - hier ist die klangliche "Kernkompetenz" der Trommel zu verorten, und das macht sie außerordentlich gut.

Auch ganz tief oder sehr hoch gestimmt: die Trommel überzeugt.

Im ganz tiefen Bereich klingt die Trommel eher weich und wabert mit reichhaltigen und präsenten Obertönen schön vor sich hin. Wer nicht nur bluesige "Swamp-Sounds" hören möchte, kann mit ein bisschen Dämpfung sehr brauchbare und fette Klänge hervorzaubern. Auch in ganz hohen Lagen würgt die Trommel nicht ab oder klingt trocken, sondern hat durch den Oberton-Puffer aus den tiefen Lagen auch im höchsten Register, neben dem jetzt insgesamt schärfer tönenden Klang, noch eine angenehme Portion Kesselton. Einziges kleines Kontra: Die Feinstimmung dieser Trommel kann für den eher unbedarften Trommelstimmer eine Herausforderung darstellen. Der verwindungssteife Gussreifen und der hohe Obertonanteil besonders in den tieferen Stimmungen machen es nicht gerade leicht, die feinen Nuancen zwischen den 10 Schrauben zu hören. Mit etwas Geduld und ein wenig Moongel lässt sich dieses Problem meistern. Und so klingt die Trommel:

mittlere Stimmung

mittelhohe Stimmung

hohe Stimmung

tiefe Stimmung

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