Bass Hersteller_One_Control
Test
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13.07.2019

One Control Blue 360 Bass Preamp Test

Effektpedal für E-Bass

Jaco in a Box?

One Control ist eine japanische Company, die seit einigen Jahren mit Pedalen im beliebten Mini-Format auf sich aufmerksam macht. Kreativer Kopf der Firma ist Björn Uhl, der eine lange Karriere im diesem Bereich vorzuweisen hat. Einige der One-Control-Pedale sind sowohl für Gitarre als auch für Bass geeignet, aber drei AIAB-Effekte ("Amp In A Box") hat man speziell unserer Zunft gewidmet.

Der neueste Vertreter davon ist der Blue 360. Er soll den Klang des legendären Acoustic 360 im praktischen Miniformat liefern. Der Acoustic 360 inklusive zugehöriger Box war einer der bekanntesten Bassamps auf dem Markt, vor allem in den 70er-Jahren. Zum einen war er einer der ersten Transistoramps, der beim Lautstärke-Krieg der Gitarristen mithalten konnte. Zum anderen war er zu seiner Zeit die erste Wahl für Szenegrößen wie John Paul Jones, Larry Graham - und natürlich Jaco Pastorius!

Details

"Ach, wie niedlich!" ist immer der erste Gedanke, der mir beim Anblick eines Pedals im Miniformat durch den Kopf geht. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies 3,9 cm (Breite) mal 3,1 cm (Höhe) mal 10 cm (Länge). Dafür sollte wirklich noch Platz auf jedem Board sein. Das Gehäuse aus Aluminium ist in einem schicken Himmelblau gehalten und wirkt sowohl edel wie auch robust.

Vier schwarze Regler gibt es: Volume, Bass, Mid, Treble - das ist sowohl selbsterklärend wie auch übersichtlich. Die Wirkungsweise ist dann aber doch anders, als man es von einem modernen Amp gewohnt ist. Diese können in der Regel auf gleiche Weise Frequenzen anheben wie auch absenken. Beim Acoustic 360 Preamp war das anders, und so ist es denn auch bei diesem Pedal: Bässe (32 Hz) können hier zwar um 26 dB abgesenkt, aber nur um 6 dB angehoben werden. Das ist ein enormer Unterschied, aber auch ein sehr musikalischer Ansatz. Der Grund: 6 Dezibel sind im Bassbereich eine Menge, hier läuft man ja schnell Gefahr, für unnötigen Mulm zu sorgen. Beim Blue 360 kann man den Regler daher auch mal ganz beherzt aufdrehen, ohne sich Sorgen machen zu müssen.

Bei den Mitten verhält es sich ähnlich: 600 Hz können entweder um 15 dB abgesenkt oder um 6 dB geboostet werden. Bei den Höhen lautet dieses Verhältnis -26 db zu +20 dB bei 3 Kilohertz. Diese Philosophie entspricht dem eigentlich Zweck von Equalizern: Wörtlich übersetzt heißt dieses Wort "Entzerrer", und das sagt eigentlich schon alles. Die Aufgabe, störende Elemente aus dem Frequenzgang zu filtern, war und ist wichtiger, als Dinge hinzuzufügen.

Der chromfarbene Fußschalter aktiviert oder deaktiviert den Effekt. Eine rote LED leuchtet, sobald der Blue 360 in Betrieb ist. Rechts und links am Gehäuse befinden sich die Klinkenbuchsen für den Instrumenten-Eingang bzw. Ausgang, und unter der Outputbuchse befindet sich ein winziger Schieberegler, mit dem man die Ausgangs-Lautstärke um 18 Dezibel verringern kann. Dazu mehr im Praxis-Teil.

Der Preamp kann sowohl mit einem Netzteil als auch mit einer 9-Volt-Batterie betrieben werden. Mit Saftspender verspricht die Leistungsaufnahme von nur 1,5 Millivolt eine angenehm lange Lebensdauer. Im Lieferumfang sind vier kleine Gummifüße zum Ankleben enthalten, falls man das Pedal nicht auf einem Effektboard anbringen möchte.

Der One Control Blue 360 Preamp macht einen sehr soliden Eindruck. Gehäuse und die Klinkenbuchsen aus Metall wirken robust, zudem finde ich die Optik durchaus ansprechend. Dass der Fußschalter auf der Platine montiert ist und die Potis nicht aus dem obersten Regal stammen, geht angesichts des Preises und der Größe absolut in Ordnung.

Einzig die Beschriftung gibt Grund zur Kritik: Sie ist ab 0,5 Meter Abstand aufgrund mangelnden Kontrasts leider nicht mehr lesbar. Der Besitzer sollte daher besser schleunigst die Anordnung der Potis auswendig lernen.

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