Test
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26.08.2016

Praxis

Sobald der DJ-Controller am (USB-)Strom hängt und Serato noch nicht geöffnet wurde, läuft ein Demo-Modus, und was für einer: Alle Tasten leuchten auf und die Performance-Pads zeigen ihre Farbpalette. Besonders eindrucksvoll sind die Jogwheel-Displays -- cooler und schöner als erwartet. Der größte Anteil der Fläche fällt der BPM-Anzeige zu, die bis auf eine Stelle nach dem Komma reicht. Das momentan gesteuerte Deck und die bereits verstrichene Zeit eines laufenden Tracks werden in Buchstaben und Lettern gezeigt, die verbleibende Zeit wird per weißer, abnehmender Umrandung dargestellt. Ganz außen zeigt ein roter Kranz die „Position‟ der Nadel an. Beim Scratchen fällt auf, dass diese rote Darstellung eine kleine Latenz aufweist, die aber beim Auflegen nicht stört. Des Weiteren gibt es einen Keylock- und einen Modus-Marker. Unterm Strich also ein ausgesprochen nützliches LC-Display.

Durch das übersichtliche Layout und die Reduzierung aufs Wesentliche, findet man sich sofort zurecht, das Mixen und Auflegen macht Spaß und verläuft ohne Probleme. Der Sound ist druckvoll, bei voller Lautstärke ist ein kleines USB-Brummen zu vernehmen. Die Navigation durch die Track-Sammlung via Encoder geht intuitiv von der Hand.

Das Jogwheel funktioniertbeim Beatmatching sehr gut und bindet sich toll in den Workflow ein. Die Teller drehen sich trotz ihrer geringen Größe ordentlich und die berührungsempfindliche Oberfläche reagiert sehr schnell. Per Shift-Taste kann man entspannt im Track suchen, die Positionsanzeige ist dabei sehr praktisch. Was dem Jogwheel-Display vielleicht fehlt, ist eine Navigation durch die Software, dann könnte der Controller fast autark vom Rechner gesteuert werden. Allerdings wäre das eine ganz andere Preisklasse. Eine Gefahrenquelle ist die Nähe der Wheels zum Pitchfader: In der Praxis bin ich ein paar Mal an die Geschwindigkeitssteuerung gekommen, also Obacht.

Effekte

Die drei FX-Taster des Controllers aktivieren drei Effekte in Serato und zeigen per Hintergrundbeleuchtung, welcher scharf ist. Serato DJ Intros Effektsektion bietet sechs Vertreter: High-Pass-Filter, Low-Pass-Filter, Flanger, Phaser, Echo und Reverb. Wer mehr möchte und/oder braucht, kann die Software mit einem kostenpflichtig upgraden.

Das Filter-Poti ist in zwei Richtungen aufgeteilt, also quasi High-Pass und Low-Pass in einem. Bei diesen Filtern ist trotz Mittenrasterung immer recht schwierig, im Eifer des Gefechts den Nullpunkt zu treffen, aber das ist Geschmackssache, denn vielen DJs gefällt das auch. Höhepunkt ist der Touchstrip zur Kontrolle des Effektanteils. Er ermöglicht es, sämtliche drei Effekte auf einmal zu steuern. Einzeln funktioniert das nicht. Der Streifen überzeugt mich nicht wirklich, denn bei langsamer Bewegung des Fingers von 0% auf 100% springt der Wert teils wild herum. Besonders auffällig und hörbar ist dies, wenn man einen Filter einsetzt. Selbst wenn das Feature richtig funktionieren würde, wäre ein einfacher Encoder pro Effekt die sinnvollere Alternative gewesen.

Die Potis fühlen sich nämlich gut an, die Nullpunkte sind weich, lassen den Regler aber merklich einrasten. Wie der Mixtrack Pro 3 hat auch die Luxus-Variante eine Pegelanzeige für die Kanäle, das hilft ungemein, beim Auflegen nicht die Übersicht zu verlieren. Außerdem fällt die kleinschrittige Kontrolle des Pitchfaders positiv auf, da man die BPM problemlos auf zwei Stellen nach dem Komma kontrollieren kann, obschon das Display nur eine Nachkommastelle anzeigt. Ein großes Lob dafür.

Performance-Pads

Ein weiteres Highlight des Mixtracks sind die 16 beleuchteten Performance-Pads. Dabei sind die oberen vier in drei Modi spielbar: Manual Loop, Auto Loop und Sampler. Umgeschaltet wird mittels Pad-Mode-Taster und gleichzeitigem Drücken des entsprechenden Pads.

Im Manual-Modus hat man die Möglichkeit, seine Loop-Punkte von Hand zu setzen - schön, dass der Mixtrack dies anbietet. Außerdem kann dieser manuelle Loop noch verdoppelt oder halbiert werden. Wer bequem oder im Setzen von Loops noch ungeschickt ist, wählt den Auto-Loop-Modus aus und nutzt die automatisch platzierten Wiederholungsschleifen zwischen einem und acht Takten. Der Sample-Mode ermöglicht das Abfeuern von vier One-Shot-Samples. Stoppen kann man diese per Shift und abermaligem Drücken des gleichen Pads. Die unteren vier Pads eines Decks sind immer für die vier individuellen Cuepoints zuständig. Die Pads bespielen sich ordentlich, auch die Funktionen sind nützlich.

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