Hersteller_NativeInstruments Controllerism
Test
5
20.12.2014

Fazit
(4.5 / 5)

Native Instruments Traktor Kontrol S8 ist Traktor Pro 2 in Hardware gegossen und man darf den Hersteller zur Evolution des DJ-Remix-Controllers beglückwünschen. Und das hat gleich mehrere Gründe: Erstens integriert der S8 die Remix-Decks auf eine ungeheuer effiziente Art und Weise, ohne dabei die klassischen Track-Decks funktional arg zu beschneiden. Zweitens unterstützen die beiden Displays den Deejay in seinem Workflow, wie man es bei einem DJ-Controller in dieser Vielfalt noch nicht erlebt hat. Drittens schaffen das Standalone-Mischpult, die DVS-Kompatibilität und die kreativen Bordmittel genügend Flexibilität, um in diversen Einsatzszenarien vom DJ-Studio über Stage bis Kanzel zu bestehen. Hier zeigt sich der S8 auch in der Disziplin „Schnittstellenvielfalt“ von seiner besten Seite. Die Bedienung geht nach einer kurzen Einarbeitung in Fleisch und Blut über. Die Kommandozentrale bietet hinsichtlich der Verarbeitungsqualität, der Haptik und Optik einen hohen Standard, der bei der professionellen Zunft Anklang finden wird. Aufgrund des Verlusts der Jogwheels und der Pitch-Fader mag der S8 nicht everybodies Darling werden und für manchen könnte dies durchaus ein K.o.-Kriterium darstellen, doch in der elektronisch verwurzelten Klanglandschaft lässt sich dies mitunter verschmerzen, zumal der S8 sich im Praxistest bei manuellen Beatmatching keine Blöße gab und für die „Sync“-Fraktion sogar Grid-Edits on-the-fly möglich sind.   

Dennoch gibt es auch beim S8 einige Punkte auf meiner Wunschliste, beispielsweise Line und Mic-Capturing in die Sampledecks und die Möglichkeit, die Factory-Settings zu überschreiben. Aber was nicht ist, kann ja noch werden! Ich persönlich konnte nach anfänglicher Skepsis bezüglich der weggelassenen Jogwheels jedenfalls prima mit dem Teil arbeiten und es erspart einem, wenn man keine zusätzlichen F1-Controller auf den DJ-Tisch stellen muss, zudem Kabelage.

Traktors Remix-Deck-Artisten, die auf der Suche nach einer „Komplettlösung“ sind, kommen an diesem Tool wohl kaum vorbei, Scratch-DJs können mit Timecode-Vinyl ebenso Gas geben. Ein Wort noch zum Preis. 1199 Euro sind absolut nicht ohne, aber im Vergleich zur Investition in einen „amtlichen“ Vierkanal-Clubmixer nebst diversen Add On-Controllern ist es angemessen, zudem ja auch die zwei Displays und das Programm Traktor hinzuzurechnen wären. Der Schritt von NI zum Kontrol S8 ist ebenso mutig wie konsequent, das Handling durchdacht und der Spaßfaktor enorm, dafür zücke ich die von mir bisher höchste Bewertung für einen Controller der „Traktor Kontrol S“-Serie: 4,5 Sterne.

  • Pro
  • Gelungene Integration der Remix-Decks
  • “Touch and see”-Workflow
  • Notebook Screen weitestgehend obsolet
  • Berührungsempfindliche Bedienelemente
  • Multifunktionale Performance Pads
  • Aussagekräftige, Workflow unterstützende Displays
  • Flexibilität durch Standalone-Mischpult,
  • DVS-kompatibel zu Traktor Scratch Pro
  • Zahlreiche kreative Bordmittel
  • Ergonomisches Layout
  • Verarbeitungsqualität auf hohem Niveau,
  • Gute Soundqualität
  • Contra
  • Kein direktes Line/Mic-Capturing für Remix Decks
  • Mikrofone nur alternativ zu den Decks
  • (Noch) kein Re-mapping
  • Features
  • 4-Deck DJ-Controller mit Standalone-Mixer
  • 24-Bit / 48 kHz Audiointerface
  • 30 berührungsempfindliche Regler und Fader
  • 2 Vollfarbdisplays
  • Touch-Strips für Track-Kontrolle
  • Pitch-Bend
  • berührungsempfindliche Remix-Deck-Fader
  • 16 Multi-Color Performance-Pads
  • Flux, Freeze, Hotcue und Remix-Mode
  • Zwei anpassbare Effektsektionen
  • Vier analoge Eingänge mit Phono- und Mikrofon-Preamps
  • Line-Ausgänge: XLR / Cinch / Klinke
  • Inklusive Traktor Scratch Pro 2 Software
  • Abmessungen (B x H x T): 38,7 x 6,6 x 58,5 cm
  • Gewicht: 5 kg
  • Preis: 1.199 Euro UVP
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