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Test
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27.09.2016

Native Instruments Symphony Series Woodwind Collection Test

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Holz in der Hütt’n!

Nachdem Native Instruments im Rahmen ihrer Symphony Series bereits Streicher und Blechbläser veröffentlicht haben kommt dieser Schritt nicht völlig unerwartet; die „Woodwinds Collection“ ist auf dem Markt. Nachdem hier an anderer Stelle bereits Streicher und Blech einer genaueren Prüfung unterzogen wurden, soll das auch den Holzbläsern nicht vorenthalten bleiben. Mal sehen was Native Instruments ins Bundle gepackt haben. Und was das Bundle kann.

Details

Installation

Alles so weit so bekannt. Allerdings sind „Woodwinds Solo“ und „Woodwinds Ensemble“ zwei getrennte Installationsdateien. Und während man den Solo-Instrumenten bei der Installation sagen kann, wo sie sich ablegen sollen, ist das beim Ensemble leider nicht der Fall. Das muss erst Mal alles auf die Systemplatte. Was bei knapp 40GB schon mal nerven kann.

Die Instrumente

So denn, ein kurzer Blick auf die Instrumente der Solo Library und siehe da, es gibt eine Flöte, eine Oboe, eine Klarinette, Fagott, Kontrafagott und Saxophone. So weit so schön, aber das bedeutet natürlich auch, dass es keine Piccoloflöte, kein English Horn und keine Bassklarinette gibt. Die Saxophonabteilung besteht auch aus nur einem Saxophon hält sich dafür aber im Gegenzug nicht damit auf einem zu verraten, um welches Saxophon es sich handelt. In der Instrumentenansicht der Ensemble-Library dasselbe Bild, hier noch erweitert um ein Instrument namens „Bass Winds“.

Ich bin erstaunt. Angesichts der beiden sehr guten – und vollständigen - Vorgängerlibraries verstehe ich das Konzept nicht. Ich frage mich wie oft man Bläser im Ensemble überhaupt braucht und warum in der Solo-Library Instrumente fehlen? Also frage ich mal bei Native Instruments nach.Antwort: das Gewicht wurde aufgrund aktueller Film- und Gamemusik eher auf das Ensemble gelegt. Zur Unterstützung und für einen satteren Ensembleklang gibt es in der Solo-Library noch das Kontrafagott. 

Ich bin mir zwar nicht sicher wie sinnvoll dieses Konzept ist, denn mir fallen in aktueller Filmmusik kaum Holzbläser auf, vor allem keine chorisch besetzten. Aber immerhin wäre damit das Konzept geklärt. Wenn auch nicht die Frage, warum in der Solo-Library Instrumente fehlen. 

Ansicht Performance

Was sofort positiv auffällt ist die Übersichtlichkeit des Performance Fensters. Alles erklärt sich von selbst, nichts überflüssiges stört. Neben den üblichen Verdächtigen (Attack, Release, Vibrato) sind vor allem Legato und Arpeggio-Sektion interessant. Bei aktiviertem Legato hat man mit „Duet“ die Möglichkeit, auch zweistimmige Lagatolinien  zu spielen, sofern sie den Abstand einer Quinte nicht unterschreiten.

Mit „Arpeggio“ bietet sich einem die Möglichkeit sämtliche Artikulationen als Arpeggio abspielen zu lassen. Einstellmöglichkeiten zur Art des Arpeggios finden sich reichlich (abwärts, aufwärts, zwei Töne, vier Töne, in Sechzehnteln oder Zweiunddreißigsteln, usw.) Einziger Wermutstropfen hier: leider gibt es nicht die Möglichkeit, einen „Run“ spielen zu lassen. Es handelt sich tatsächlich nur um Arpeggien.

Noch eine Bemerkung zu den Artikulationen.  Es gibt bei jedem Instrument eine gewisse Anzahl von Keyswitches, die bereits mit Artikulationen belegt sind, angezeigt durch farbige Punkte. Diese Belegungen lassen sich natürlich nach eigenem Gusto verändern. Wichtig ist allerdings, dass es sich bei den voreingestellten Artikulationen nicht unbedingt um sämtliche verfügbaren handeln muss, selbst wenn noch ein Keyswitch-Slot frei ist. Um das vollständige Angebot zu sehen gehe man auf „Articulation“ und danach auf „Edit“. Et viola.

Ansicht Mixer

Ebenso übersichtlich wie bei „Performance“ geht es im Mixer weiter. Den meisten Platz nehmen die vier Mikrophone ein, Stereo, Close, Mid, Far, jedes individuell zuschaltbar.

Außerdem eine kleine, aufs nötigste beschränkte Toolbar. EQ, Reverb, Kompressor und Filter, Ende der Durchsage. Die Steuerungsmöglichkeiten dieser Helferlein sind aufs absolut wesentliche reduziert. Einzig der Reverb fährt mit zehn Räumen zu je zehn Presets ein bisschen mehr auf als seine Kollegen. Leider besteht offensichtlich noch ein Bug in der Software; jeder gewählte Raum zeigt mir die Preset-Liste der Kathedrale an. Sobald ich ein Preset anwähle stehe ich auch wieder in der Kathedrale. Einzig wenn ich mich mit Pfeilen durch die Liste arbeite bekomme ich die korrekten Presets für den jeweiligen Raum angezeigt. Und kann sie auch anwählen.

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