Software
Test
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30.04.2018

Praxis

Einfache Installation via Native Access


Updates sind spätestens seit Native Instruments’ eigener Lizenz- und Update-Verwaltungs-Software „Native Access“ wirklich benutzerfreundlich. Statt die Installationsdatei herunterzuladen und die Installation manuell durchzuführen, startet man ganz einfach unter „Available Updates“ die Aktualisierung und wartet, bis der Vorgang abgeschlossen ist. Daraufhin ist die Software mit den neuen Features startklar.

Gute Tempoerkennung, Editing nur über Umwege

Das neue Audio-Plug-in befindet sich in der Internal-Library, die mit „Shift + Browser/Plug-in“ aufgerufen wird. Das Schöne ist, man kann entweder das Audio-Plug-in zuerst laden und daraufhin ein Sample aussuchen oder andersherum zunächst eine Samplerspur in eine Audiospur umwandeln. Das hat beispielsweise den Vorteil, dass man in alten Projekten, in denen man mit dem Sampler gearbeitet hat, ebenfalls das Audio-Plug-in nutzen kann, indem einfach das Sampler-Plug-in durch das Audio-Plug-in ersetzt wird. 

Das ist auch nach eigenem Sampling praktisch: Frisch gesampeltes Material befindet sich automatisch im Sampler. Möchte man es timestretchen, ersetzt man schlicht und einfach das Sampler-Plug-in durch das Audio-Plug-in. 

Lädt man Loops ins Audio-Plug-in, werden sie sofort an das Projekttempo angepasst – es gibt übrigens keine Option, um Timestretch zu deaktivieren. Bei Loops, die bereits über saubere Start- und Endpunkte verfügen, funktioniert die Tempoerkennung erwartungsgemäß gut. Ist dies nicht der Fall, muss man leider zunächst ins Sampler-Plug-in wechseln, dann über den Sampling Mode die Start- und Endpunkte des Samples editieren und erst dann wieder zum Audio-Plug-in wechseln. Wesentlich komfortabler wäre es, wenn man bereits vom Audio-Plug-in aus in den Sampling Mode wechseln könnte, um das Audio zu editieren. Nichtsdestotrotz macht das Arbeiten mit dem neuen Audio-Plug-in einfach Laune. Was man in puncto Sampling damit so anstellen kann, seht ihr in folgendem Video.

Wechselt man vom Loop in den Gate-Modus, läuft das Audio zwar im Hintergrund, man hört es jedoch erst, sobald man das entsprechende Pad spielt. Dadurch lassen sich on-the-fly individuelle Rhythmus-Muster spielen. Schön ist, dass diese wie Noten bearbeitet werden können, beim Quantisieren zum Beispiel. Das Sample, das ich im Video benutzt habe, lässt sich dadurch rhythmisch etwas zappeliger gestalten.

Keine Warp-Marker

Wie auch die Algorithmen von Cubase, Logic Pro X, Ableton Live und Co. funktioniert die automatische Tempo- und Transientenerkennung je nach Audiomaterial mal besser und mal schlechter, sodass man die Marker (Warp in Ableton, Flex in Logic) selbst anpassen muss. Beispielsweise dann, wenn das Audiomaterial wenige oder für die Software schlecht erkennbare Transienten enthält, das Material unsauber geschnitten bzw. exportiert oder einfach ohne Metronom eingespielt wurde. Und genau hier kommt Maschines Algorithmus – wie auch die der DAWs – aus dem Tritt. Der kleine, aber feine Unterschied: In Maschine gibt es keine Marker, die per Hand editiert werden könnten. Einzige Möglichkeit ist, die Länge des Materials bzw. das erkannte Ursprungstempo anzupassen. Damit kommt man aber leider nicht immer zum gewünschten Ergebnis. Beispielsweise, wenn man das ursprüngliche Tempo nicht kennt oder eben nicht auf Click eingespielt wurde.

Algorithmus nicht auswählbar

In den meisten Fällen wird das Tempo ohne Fehler erkannt und läuft ordentlich zum Tempo des Projektes. Und klanglich kann der Algorithmus je nach Ausgangsmaterial überzeugen – selbst, wenn man das Tempo extrem verändert. Als DAW-User vermisst man allerdings sehr schnell unterschiedliche Algorithmen für monophones, polyphones und perkussives Audiomaterial. Eventuell arbeiten unter der Haube verschiedene Algorithmen, jedoch hat man keine Möglichkeit, diese selbst auszuwählen. Auch bei DAWs kennt man das Problem, dass Ausgangsmaterial nicht immer korrekt erkannt wird. Konkret: Nutzt man einen Drumloop, der mehrere Klänge enthält, kann es in der DAW vorkommen, dass versehentlich ein Polyphon-Algorithmus gewählt wird. In der DAW wählt man dann ganz einfach selbst den passenderen Algorithmus aus, was aber in Maschine nicht möglich ist – das schreit nach einem Update! Maschines Timestretching ermöglicht wie bereits angeschnitten das Spielen der Loops im Keyboard-Modus. Wie gut die Ergebnisse klingen, kommt darauf an, wie gut der Algorithmus mit dem Ausgangsmaterial zurechtkommt. Für kleine Abweichungen reicht es, aber um eine Melodie extrem zu verändern, sind die Artefakte dann meist doch zu stark hörbar – das sollte man aber für jedes Sample und dessen Qualität individuell abwägen. In den folgenden Klangbeispielen hört ihr einen Loop und daraufhin extreme Veränderungen. Selbst bei halber Geschwindigkeit des Originals klingt das Audio (in Anbetracht der extremen Veränderung) noch akzeptabel – da braucht sich der Timestretch-Algorithmus vor denen der DAWs nicht zu verstecken.

Konfiguration mit Logic Pro X

Die Konfiguration von Maschine und Logic Pro X ist sehr simpel gelöst. Man muss lediglich die Maschine einschalten und Logic starten, woraufhin eine Abfrage kommt, ob die Verbindung zwischen den beiden hergestellt werden soll. Daraufhin sind die beiden verheiratet und man kann Logic mit der Maschine steuern, auch dann, wenn keine Maschine-Instanz geöffnet ist.

Konfiguration mit Ableton Live

Bei Ableton Live läuft das Ganze – wie erwartet – nicht automatisch ab. Hier muss man Ableton-typisch Remote Script und Template installieren. Dazu gibt es hier eine Anleitung von Native Instruments. Die Installation ist kein Hexenwerk und alle erforderlichen Dateien befinden sich bereits im Programme-Ordner – diese werden bei der Installation von Maschine dort abgelegt.

Ableton Live und Logic Pro X mit Maschine MK3 fernsteuern

Durch die DAW-Integration wird Maschine MK3 zu einem fertig gemappten DAW-Controller. Die Bedienung ist durch das Feedback sehr komfortabel, das man auf den Displays erhält – schade, dass die DAW-Integration nur der MK3 vorbehalten ist, denn Maschine Studio besitzt ebenfalls über Displays und entsprechende Bedienelemente, mit denen die Fernsteuerung möglich wäre. Die Steuerung ist intuitiv gehalten, die acht Buttons über dem Display selektieren die Kanäle, mit einem Doppeltap wird das erste Plug-in des Kanals eingeblendet – leider wird es mit einem zweiten Doppeltap nicht wieder ausgeblendet. Betätigt man bei gehaltenem Button entweder Mute oder Solo, werden die Kanäle entsprechend stumm oder solo geschaltet. Die Drehregler und der 4-D-Encoder der MK3 steuern die Lautstärke, mit der Kombination „Shift und Encoder nach oben“ wird stattdessen das Panorama geregelt. Die Transportfunktion inklusive Metronom und Tap Tempo und Loop Toogle funktioniert wie erwartet. Wenn man sich eine Maschine-Instanz in die DAW lädt, kann man mit „Shift + Instance“ zwischen der DAW und der Maschine-Instanz wechseln, was sehr übersichtlich und praktisch gelöst ist! Das Ganz funktioniert sogar dann, wenn man Logic Pro X und zusätzliche Maschine Software standalone startet – sehr gut! Was mich am meisten überrascht hat, ist, dass nun mehrere Instanzen in der DAW geöffnet werden können und diese natürlich jetzt ebenfalls bequem am Controller gewechselt werden können – endlich!

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