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Test
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07.10.2018

Native Instruments Maschine Mikro MK3 Test

Groove Production und Performance Studio

Mirko Machine: Kleine Maschine mit großen Features?

Native Instruments Maschine Mikro MK3 im bonedo Test: Nachdem Maschine MK3 veröffentlicht wurde, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die kleine Schwester in neuem Gewand erscheint. Maschine Mikro MK3 kommt, und zwar mit Dual-Touch Smart Strip und großen Pads!

Zusätzliche Buttons bieten direkten Zugriff auf viele Features, was für einen besseren Workflow sorgen sollte. Neben dem Preis ist aber das Display und auch das mitgelieferte Sound- und Software-Paket geschrumpft. Wir haben deshalb gecheckt, wie sich die neuen Features in der Praxis schlagen und für wen sich die Mikro im Vergleich zur großen Maschine lohnt.

Details

Allgemeines


Native Instruments Maschine ist ein Verbundsystem bestehend aus Controller und Maschine Software zur Produktion von Grooves. Das Bedienkonzept ist intuitiv und sehr Workflow-orientiert aufgebaut. Je nach Modell lassen sich viele Features der Software – von der Komposition über Arrangement bis hin zu Mixing und Live-Performance – direkt am Controller vornehmen.

Neben der aktuellen Maschine MK3 gibt es auch noch die "alte" Maschine Studio und Jam sowie eben die Mikro. Letztere ist das preisgünstigste und kompakteste Modell, das natürlich auch mit einer weniger umfangreichen Bedienoberfläche ausgestattet ist. Dadurch sind die Bedienung und Parametersteuerung eingeschränkter als bei den großen Modellen.


Neues Design, neues Interface, neuer Workflow


Das auffälligste Merkmal der Maschine Mikro MK3 ist das neue Design. Wie die Vorgängermodelle passt sich auch die Mikro MK3 optisch an die große Maschine an. Eigentlich sieht sie fast so aus wie eine Maschine MK3, die man ab den Modi-Buttons abgeschnitten hat. Demnach verzichtet man – wie bei bisher allen Mikros – auf große Displays, die acht Endlosdrehregler sowie die acht hintergrundbeleuchteten Softbuttons.

Das Interface wurde jedoch dennoch erweitert, um dem aktuellen Workflow und Feature-Umfang der Software gerecht zu werden. Seit den MK2-Modellen sind softwareseitig nämlich viele Features hinzugekommen, die sich mit den älteren Geräten nur verschachtelt erreichen lassen. Daher wurden in den MK3-Modellen die Bedienelemente rund um die Pads neu gestaltetet, um beispielsweise Pad-, Keyboard-, Chords- und Step-Mode oder Fixed Velocity ohne Umwege zu erreichen.

Das Display ist auf eine Größe von 2,4 cm x 0,6 cm deutlich verkleinert worden und kann auch nur noch zwei Zeichenreihen darstellen. Dadurch werden wesentlich weniger Infos gezeigt – umso häufiger wird man also zum Rechner schauen. Das sorgt für eine klarere Abgrenzung zwischen den kleinen und großen Maschinen. Bei Maschine Studio und MK3 sind die damaligen LC-Displays zu großen, hochauflösenden Farbdisplays geworden, die nahezu den gesamten Software-Inhalt auf den Controller portieren. Das ermöglicht einen fokussierten Workflow, bei dem nur selten zur Maus gegriffen werden muss und man konzentriert an der Hardware arbeiten kann. Bei den Mikros war es zwar schon immer ein wenig abgespeckter; mit der extremen Display-Verkleinerung werden manche Producing-Steps aber ohne einen Blick zum Rechner kaum noch möglich sein.

Größere Pads und Smart Strip

Doch nicht alles ist kleiner geworden. Im Gegensatz zu den älteren Modellen ist Mikro MK3 endlich mit den Pads der großen MK3 ausgestattet. Mit ihnen lassen sich die Sounds spielen und zusätzliche Funktionen wie Undo, Quantize und Transponierungen per Shift-Button durchführen. Da die Mikro-Oberfläche ohne Group-Buttons auskommen muss, werden auch diese mit den Pads ausgewählt.

Fortan ist auch der Dual-Touch Smart Strip mit an Bord, den man bereits von der großen MK3 und in ähnlicher Form von der Maschine Jam kennt. Und zwar nicht nur in derselben Größe, sondern auch mit den gleichen Features. Damit lassen sich die sogenannten „Perform FX“ steuern, darunter Filter, Flanger, Stutter und weitere. Ferner können Noten von Akkorden als Strumming gespielt werden. Zu guter Letzt dient der Smart Strip als Pitchbend und Mod Wheel, um der Performance Ausdruck zu verleihen.

Äußerlichkeiten und Anschlüsse

Die Maschine Mikro MK3 wirkt durch das neue Design modernerer und aufgeräumter als die älteren Modelle. Alle Beschriftungen befinden sich auf den hintergrundbeleuchteten Buttons, was dafür sorgt, dass auch bei schlechten Lichtverhältnissen alles gut lesbar ist. Die Verarbeitung wirkt solide und steht der großen MK3 in puncto Qualität in nichts nach. Die Mikro MK3 muss wie ihre Vorgänger mit nur einem Regler auskommen. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um einen 4D-Regler, den man von der großen MK3 kennt, sondern um einen Push-Encoder, also ein gewöhnlicher Drehregler mit Druckfunktion. Der 4D-Encoder wäre bei so einem kompakten Gerät ohne weitere Potis meiner Meinung nach sinnvoller gewesen, um beispielsweise auch Parameter von Effekten damit auszuwählen. Für solche Fälle befinden sich direkt daneben allerdings die Page-Buttons, mit denen man nach links und rechts navigieren kann. Links neben dem Push-Encoder sind abgesehen vom Browser-Button zwei weitere Buttons hinzugekommen, um Favoriten und Projekte direkt am Controller anzuwählen.

Mit ihren Maßen von 32 x 17,5 x 3 cm und einem Gewicht von 1,13 kg ist die Mikro problemlos mobil einsetzbar und findet in nahezu jeder Laptoptasche ihren Platz. Auf der Rückseite findet man lediglich den obligatorischen USB-Slot zur Verbindung mit dem Rechner und ein Kensington-Schloss. Auf MIDI- und Audioverbindungen oder eine zusätzliche Spannungsversorgung muss man leider verzichten. Dass bei einem Gerät dieser Preisklasse kein Audiointerface verbaut ist, wundert zwar nicht, ein Powerbutton dagegen wäre aber sicherlich machbar gewesen.

Software und Sounds

Bei der „serienmäßigen“ Soundausstattung wurden extreme Abstriche gemacht. Wobei die Mikro MK2 noch mit einem 8 GB großen Software-Paket ausgeliefert wurde, kommt die neue Version von Haus aus mit einer 1,6 GB kleinen „Factory Selection“, in der eine kleine Auswahl an Samples, Sounds, Instruments, Kits und Effekte enthalten sind – das ist verhältnismäßig eher mau. Auch das Software-Package „Komplete Select“ mit immerhin 25 GB an Instrumenten und Effekten ist nicht mehr dabei, sondern lediglich drei Synths: Massive, Monark und Reaktor Prism. Komplete Select ist zwar jetzt auf über 45 GB Softwareinhalt aufgestockt worden, muss bei Bedarf fortan aber für 99 Euro hinzuerworben werden. War das wirklich notwendig? Es steht jedenfalls in keinem Verhältnis zu dem 50 Euro günstigeren Kaufpreis.

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