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Test
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03.04.2019

Native Instruments Komplete Kontrol M32 Test

USB/MIDI-Controller-Keyboard

Kompaktes NKS-Keyboard mit 32 Minitasten

Mit der Native Instruments Komplete Kontrol S-Serie hat das Unternehmen Workflow-mäßig vor rund 5 Jahren einen ordentlichen Schritt nach vorne gemacht, indem es tief verzahnte Controller-Keyboards in drei unterschiedlichen Größen vorgestellt hatte. Drei Jahre später folgten dann die noch besseren MK2 Varianten mit richtig großen Displays, wie sie auch eine Maschine MK3 zu bieten hat.

Mit der vor kurzem erschienen A-Serie von NI wurden hier bereits deutlich günstigere Varianten von Controller-Keyboards, allerdings ohne große Displays, vorgestellt, die ebenfalls in drei Größen erhältlich sind. Die kleinste Ausführung, das A25-Keyboard, hatten wir stellvertretend für die Serie im Test und für gut befunden –  Und nun soll auch das noch kleinere M32 folgen!

Details

Klein, günstig und kompatibel mit den Großen

Native Instruments Komplete Kontrol S-Serie umfasst das S49 MK2, das S61 MK2 und das ganz große S88 MK2 mit Fatar Hammermechanik. Alle drei sind teuer und nicht unbedingt für sparsame Einsteiger geeignet. Dafür gibt es die deutlich günstigere Komplete Kontrol A-Serie mit dem kleinen A25, dem mittleren A49 und dem großen A61. Zum Vergleich: Das A49 kostet rund 170 Euro auf der Straße, das S49 MK2 hingegen stolze 500 Euro.

1,45 kg und Minitasten


Und nun gibt es das NI Komplete Kontrol M32. M wie mobil und 32 wie 32 schwarze und weiße Tasten auf der Klaviatur. Damit ist das M32 das erste Keyboard von Native Instruments mit Minitasten, wie man sie beispielsweise auch von Akai oder Korg kennt. Es ist USB-bus-powered, genauso breit wie das A25, aber weniger tief, deutlich flacher und 1 kg leichter. Konkret sind das 475 x 167 x 50 mm bei 1,45 kg. Es kostet auf der Straße rund 119 Euro und ist damit nochmal 20 Euro günstiger als das Komplete Kontrol A25.

Touch-Strips, acht Encoder und ein kleines Display


Das NI M32 ist mit den identischen Bedienelementen ausgestattet, wie die gesamte A-Serie. Der einzige Unterschied: es gibt Touch-Strips anstatt Mod- und Pitch-Wheels. Das M32 hat somit auch acht berührungsempfindliche Encoder und ein winziges, aber ausreichend gut lesbares Display sowie einen 4D-Push-Encoder zur Navigation am Start.

Hinzu kommen weitere beleuchtete Taster über der Klaviatur. Auf den Lightguide mit den optischen Spielhilfen, wie man ihn von der großen S-Series MK2 her kennt, muss man hier allerdings verzichten. Skalen, Akkordunterstützung und Arpeggiator gibt es aber dennoch – keine Angst. Zudem ist unter den weiteren Anschlüssen ein Pedaleingang am Start, sodass auch Sustain- oder Modulationspedale verbunden werden können.

Intelligent dank NKS


Die Komplete Kontrol Serie ist mehr als nur ein stumpfer MIDI-Controller: Das „intelligente“ Geheimnis nennt sich bidirektionale Kommunikation und erlaubt eine tiefere Verzahnung der Controller-Möglichkeiten mit einer entsprechenden Software, hier Komplete Kontrol genannt.

Das bedeutet, dass die acht Encoder („Endlos-Drehregler“) unterschiedliche Aufgaben übernehmen können, sei es, weil man am Computer etwas anderes anwählt, oder aber in ein Untermenü am Gerät abtaucht. Das geht mittels spezieller Scripte, die es sogar für die Steuerung einzelner DAWs gibt.

Der Fokus der Native-Instruments-Geräte liegt aber in der Bedienung von Native-Instruments-Softwares und NKS-fähigen Plug-ins. NKS ist ein Wrapper, eine Art Hülle, die sich zwischen Controller und Plug-in legt und die intelligente Verwaltung der vielen Parameter übernimmt. Die meisten Software-Syntheszier haben nämlich durchaus mehr als acht Parameter zu bieten. Die Software ist meist auf dem Computerdisplay zu sehen, sodass sich die fehlenden großen Displays am Gerät selbst nicht weiter bemerkbar machen, wenn man beim Keyboardspielen vor dem Rechner sitzt.

NKS ist von Native selbst und für Dritthersteller freigegeben, sodass viele Hersteller das Mapping ihrer Plug-ins bereits für euch erledigt haben. Andernfalls müsst ihr die Parameter nochmal händisch zuweisen, allerdings nur einmal und nicht etwa in jeder Session neu. Die beste Nachricht: NKS ist mittlerweile weit verbreitet und sogar für Controller anderer Hersteller geöffnet, wodurch es immer schneller wächst. Kaum ein Wrapper bietet aus dem Stegreif also eine so gute Unterstützung. Aktuell teilnehmende Partner findet ihr hier.

Und noch ein entscheidender Vorteil von NI NKS: Es gibt eine übergreifende Library, die eure Synths und Samplers nach Sounds und Attributen durchsucht – ihr müsst euch also nicht erst für ein Instrument entscheiden und könnt erst dann dessen Presets durchforsten, nein – ihr stöbert erst durch die Presets und lasst euch dann überraschen, welches Instrument dahinter steht. Am Ende ist es ja egal, woher der Sound kommt, solange er gut ist!

Kleines, feines Softwarepaket


Zum Lieferumfang gehört neben einem schicken USB-Kabel auch eine kleine Auswahl an Softwareklangerzeugern. Mit dabei sind die Synths-Monark (Minimoog Emulation) und der polyphone Reaktor-Prism sowie die Kontakt –Sample-Libraries The Gentlemen und Scarbee Mark, welche akustische und elektrische Pianosounds liefern. Insgesamt kommt man auf über 4.500 Sounds bei 9,7 GB Content. Grundlegende Instrumente und Klänge wären also abgedeckt. Hinzu kommt das für JEDEN kostenlose Paket Komplete START.

Natürlich ist bei der A-Serie die Softwareschnittstelle Komplete Kontrol dabei, welche es erlaubt, NI-Produkte, aber auch andere Dritthersteller-Plug-ins, zu laden (Wrapper). Die Komplete-Kontrol-Software lässt sich aber natürlich auch als Stand-alone oder als Plug-in in eine DAW laden. Damit auch Neulinge ohne vorhandene DAW ihre musikalischen Ideen einfangen können, legt Native Instruments außerdem eine abgespeckte Essentials-Version der Maschine-DAW-Software mit bei.

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