Gitarre Hersteller_Mooer
Test
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23.04.2018

Praxis

Sound/Bedienung:

Die Bedienung des Mooer Hornet ist einfach und erschließt sich auch ohne Blick ins Handbuch.

Als erstes verbinde ich mein Smartphone mit dem Combo und bin erstaunt über den Klang, der aus dem kleinen Speaker tönt. Der Sound ist voluminös und besitzt jede Menge Bass - so macht Jammen Spaß! Dabei lässt sich die Lautstärke allerdings nur über das verbundene Abspielgerät justieren.

Für die folgenden Audiofiles habe ich ein SM57 vor den 6,5" Speaker positioniert und die aufgenommenen Beispiele wie immer klanglich nicht weiter bearbeitet. Als Gitarre kommt eine Music Man Reflex zum Einsatz, vorher stimme ich das Instrument aber erst einmal mit dem integrierten Stimmgerät, was ganz wunderbar klappt.

AMPS:

Ich schalte für die folgenden Beispiele die einzelnen Amps ohne Effekte durch. Dabei bleiben alle Regler in der 12-Uhr-Position, um den jeweiligen Grundsound am besten beurteilen zu können.

Los geht es mit dem JZ Clean Amp.

Der Amp klingt ausgewogen und kann mit seiner Direktheit punkten. Die Attacks werden schnell und deutlich wiedergegeben.

Es folgt ein Beispiel in der F. Clean Einstellung.

Die Fender-Anleihen sind deutlich herauszuhören, das Mittenbild ist im Vergleich zum JZ Clean etwas zurückgenommen. Auch hier fällt die direkte Ansprache positiv auf.

Beide Clean-Amps sind übrigens recht übersteuerungsfest, auch bei hohen Gainsettings bleibt der cleane Sound erhalten und lässt sich nicht zum Zerren überreden.

Ich verlasse die cleane Abteilung und schalte nun auf den PL 100.

Dieser Amp liefert einen fetten Rocksound mit britischen Anleihen, das untere Mittenbild ist ausgeprägt und auch die Höhen werden deutlich übertragen. Auch hier fallen die direkte Ansprache und die klar dargestellten Attacks auf.

Weiter geht es mit dem PV 5150, der den berühmten "Brown Sound" liefern soll.

Die Mitten treten im Vergleich zum Beispiel zuvor in den Hintergrund, dafür werden die Höhen und oberen Mitten gepusht, was für einen durchsetzungsfähigen, fetten Breitband-Rock-Crunch sorgt.

High-Gain ist bei den folgenden Audiofiles angesagt und der Triple macht den Anfang.

Überraschenderweise überträgt der kleine 6,5" Speaker die ausgeprägten Bässe ziemlich gut und der Combo klingt wesentlich größer, als er tatsächlich ist. Die Gainstruktur ist zwar dicht, aber durchsichtig. Die einzelnen Töne der Akkorde lassen sich klar heraushören, was gerade bei schnellen Riffs ein echter Vorteil ist.

Wo wir gerade bei den kalifornischen Gainmonster-Amps sind, geht es mit dem MK IV weiter.

Bei diesem Amp werden die Tiefmitten und Höhen gepusht, was besonders von modernen Metalbands gern genutzt wird. Auch hier kann der Sound dank der Durchsichtigkeit und der akzentuiert dargestellten Attacks punkten.

Aus deutschen Gefilden stammt das folgenden Modelling mit dem Namen Power DS.

Der Power DS schlägt in eine ganz ähnliche Kerbe wie das Beispiel zuvor, wirkt auf mich im Klang aber etwas traditioneller. Im Vergleich sägt der Amp aber noch etwas mehr - eine sehr schöne Alternative.

Zwar aus Deutschland stammend, aber in den USA beheimatet ist der Erbauer des nächsten Amps mit dem Namen Mogner.

Dieser Sound kommt sehr kompakt aus dem Speaker, was nicht zuletzt am ausgeprägten Bassfundament liegt, aber auch an den Mitten. Mooer hat es geschafft, den Klang trotz des kleinen Speakers druckvoll an die Außenwelt abzugeben, ohne dass ich das Gefühl habe, dass der Lautsprecher an seine Grenzen kommt und anfängt zu pumpen.

Als letztes in der Reihe kommt eine Eigenkreation aus dem Hause Mooer mit dem Namen MT.

Für meinen Geschmack ist dies eine gelungene Kombination der zuvor gehörten Amps, wobei diese noch ein wenig mehr komprimiert. Akkorde werden satt dargestellt und klingen entsprechend lange aus.

Ich muss zugeben, dass mir das alles ziemlich gut gefällt. Vor allem, wenn man sich den Preis noch einmal schnell vor Augen führt.

EFFEKTE:

Als nächstes kommen die integrierten Effekte, für die ich auf den F. Clean Amp umschalte, um die Effekte klarer herauszustellen.

Ich beginne mit den Modulationseffekten, genauer gesagt mit dem Chorus. Alle Effekte spiele ich mit der Mittelstellung des Potis am Amp an. Es folgen der Phaser und das Vibrato.

Alle drei Modulationseffekte liefern die von ihnen erwarteten Sounds. Hier kann man natürlich keine Boutique-Qualität erwarten, trotzdem lässt es sich mit ihnen gut arbeiten.

Weiter geht es mit den Delays. Beginnen möchte ich mit dem Analog-Delay, es folgt ein Beispiel mit dem Tape-Echo und abschließend mit dem Digital-Delay.

Analog- und Tape-Echo ähneln sich für meinen Geschmack sehr, deutlicher ist der Unterschied beim Digital-Delay zu hören. Hier sind die Wiederholungen in der Tat klar und unverfälscht, wohingegen bei den beiden Delays zuvor deutlich bedämpfte Höhen herauszuhören sind.

Natürlich spiele ich auch die Reverbs an.

Los geht es mit der Room-Einstellung, gefolgt von Hall und dem abschließenden Church-Preset.

Wie bei den Delays fällt für meinen Geschmack der Unterschied zwischen den drei Reverbs recht marginal aus. Das ist nicht weiter tragisch, denn insgesamt klingen alle drei - gemessen am Preis des Combos - überzeugend und es macht Spaß, den Regler ordentlich aufzudrehen.

Der Mooer Hornet Black Combo liefert alle Sounds mit auffallend geringen Nebengeräuschen, sehr gut! Auch der Klang des Kopfhörers ist gut zu gebrauchen, möchte man seine Umwelt nicht stören. Der Combo bietet eine für Übungszwecke ausreichende Lautstärke, mehr aber auch nicht.

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