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31.07.2017

Modularität für alle: Ikea EKET, das Plattenregal mit Funky-Faktor

Modulare analoge Synthesizer kennen wir ja mittlerweile zur Genüge. Doch IKEA hat jetzt ein modulares Plattenregal im Programm. Was, IKEA? Die bisher immer nur furchteinflößende Schlachtschiffe wie das legendäre EXPEDIT gebaut haben? Obwohl, „bauen“ musste man das ja auch schon immer selbst. Maker-faire-tum, bevor es zum Trend wurde. Und beim Umzug wieder auseinanderbauen und später wieder zusammenpuzzeln. Oder alternativ zusammengeschraubt lassen und tragen. Treppe runter, Treppe hoch, auweia. Wer das eine oder andere zweimal mitgemacht hat, beauftragt endgültig die Umzugsfirma oder lässt das leere, runtergerockte EXPEDIT einfach in der kahlen Wohnung stehen.

Der Nachfolger KALLAX machte es dem wohnungswechselnden DJ auch nicht einfacher: gleicher Formfaktor, vergleichbares Gewicht, dicke Außenholme, dünne Regalbrettchen. Aber die Plattensammlung passt so gut rein.

Bis zu 2.750 Platten in einem Regal, das weniger kostet, als so mancher Einkauf bei Hardwax. Und wenn’s voll ist, stellt DJ ein zweites daneben. Oder darauf. Ich habe DJ-Wohnungen gesehen, wo sechs oder acht ausgewachsene EXPEDITs in zwei Reihen aufeinandergestapelt waren. Zum Glück ist Berliner Altbau hoch genug für solche Hochstapeleien.

Vorbei, vorbei: der modulare DJ bewahrt seine Vinyl-Schätzchen ab sofort im EKET auf. Das ist zwar auch DIY, aber besteht aus vielen kleinen Regalen, die individuell zusammengefügt werden. Wie beim Eurorack kann DJ mit einigen wenigen Modulen starten und wenn die Plattenkollektion wächst, immer wieder neue EKETs dazufügen. Da macht das Sammeln wieder so richtig Spaß. Und durch seine Kleinteiligkeit passt EKET auch in der modernen flachen Dachgeschoßwohnung wieder bis knapp unter die Decke. Eine Rückwand haben die quadratisch-praktischen 35 x 35 x 35 cm großen Einzelmodule dankenswerterweise auch und kosten je freundliche 15,- Euro.

Und weil EKET in den Farben weiß, orange, hellorange, hellblau, dunkelblau und dunkelgrau kommt, ist auch ein munteres Farbenspiel möglich, nicht nur auf dem Schlagerplattenteller, sondern auch in der Gestaltung des Plattenregals. Im Internet waren schon übermannshohe Konstruktionszeichnungen zu sehen, wo in einem grauem Grundregal mit orangefarbigen Einzelmodulen das Wort „DJ“ geformt war.

Aber Vorsicht: DJs, die solche optischen Gags planen, sollten ihre Platten nicht in Plastikschutzhüllen aufbewahren. Der Teufel steckt hier im Innenmaß: das bietet nämlich bei den kleinen Modulen nur ca. 31.7 cm Innenhöhe. Da passt eine normale 12-Inch-Hülle gerade noch so rein, aber mit Schutzhülle wird es schon sehr eng.

Möchte DJ seinen Scheiben mehr Headroom gönnen, sollte die Wahl auf den EKET Schrank mit vier Fächern fallen. Der kommt als vierfache Baueinheit der kleinen Module auch auf das doppelte Außenmaß von 70 x 70 cm, wodurch aber pro Fach eine Innenmaßhöhe von deutlich entspannteren 32,5 cm resultiert. Kostet 45,- Euro und hat natürlich auch eine Rückwand. Sieht aber gestapelt nicht mehr ganz so arty aus, wie viele „tiny little boxes“. Aber immer noch nicht so klobig wie das gute alte EXPEDIT.

Türen braucht ein Plattenregal (hier ein Special-Feature zum Thema) natürlich nicht: man will seine Schätze ja sehen und zeigen. Geht auch nicht wirklich gut: die Tür reibt sich an den Plattencovern und quetscht sie leicht beim Schließen. Also Finger weg: Vinyl will frei sein! Und noch ein Hinweis: EKET gibt es auch mit 25 cm Tiefe. Da passen dann DJ-Zeitschriften rein, aber keine Platten. Und ebenfalls nicht zu vergessen: damit euch die Module nicht von der Wand purzeln, braucht ihr auch die EKET-Verbindungsteile (gibt’s im 12er-Pack) und die EKET Wandschiene.

Also, geht am besten so wie ich mit ein paar Lieblingsplatten zum freundlichen Modul-Schallplattenregalhersteller bei euch um die Ecke und testet selbst, ob euch 31,7 cm Innenraumhöhe zu tight erscheinen oder ob ihr es mögt, wenn die Regale dem schwarzen Gold wie auf den Leib geschneidert sind. Darauf ein Bubbelvatten med Fruktsmak. Skol!

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